Alzheimer-Therapie: Dual-Task-Prinzip verbindet Bewegung und Denken
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 01:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nicht-medikamentöse Therapien gewinnen in der Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen zunehmend an Bedeutung. Eine Untersuchung der Fundación Neurópolis liefert nun neue Einblicke in das Potenzial gezielter Interventionen.
Die in Zaragoza vorgestellten Ergebnisse des Projekts Promental belegen, dass die strukturierte Verknüpfung von körperlicher Aktivität und mentaler Stimulation einen wirksamen Ansatz sowohl zur Prävention als auch zur Behandlung der Alzheimer-Demenz darstellt.
Objektive klinische Messungen bestätigen Wirksamkeit
Im Mittelpunkt des Projekts stand die systematische Untersuchung von Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung sowie Personen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Erkrankung.
Nach Angaben von Studienleiter Dr. Antonio Oliveros besteht der wesentliche Beitrag der Forschungsarbeit darin, den Nutzen nicht-pharmakologischer Therapien anhand objektiver klinischer Messungen nachgewiesen zu haben. Während therapeutische Effekte in diesem Bereich häufig auf subjektiven Einschätzungen beruhten, stützt sich das Promental-Projekt auf messbare klinische Parameter.
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Als besonders effektiv erwies sich im Rahmen der Untersuchung das sogenannte Dual-Task-Prinzip. Bei dieser Methode wird eine körperliche Bewegung mit einer bewussten kognitiven Aufmerksamkeit auf die jeweilige Ausführung kombiniert. Die gleichzeitige Beanspruchung motorischer und geistiger Kapazitäten zeigte die stärksten positiven Effekte im Studienverlauf.
Nach Einschätzung von Oliveros lassen sich die gewonnenen Erkenntnisse zudem über das spezifische Krankheitsbild hinaus anwenden: Die Resultate seien sowohl auf andere Formen von Demenzerkrankungen als auch auf gesunde Personen im Rahmen der allgemeinen Demenzprävention übertragbar.
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Grenzen medikamentöser Therapien und weitere Forschung
Die Bedeutung evaluierter nicht-pharmakologischer Behandlungsansätze wird auch durch die Rahmenbedingungen der medikamentösen Versorgung unterstrichen. Zwar haben neuere Antikörper-Präparate wie Lecanemab und Donanemab Zulassungen durch die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA und die europäische Zulassungsbehörde EMA erhalten, eine breite Versorgung ist jedoch nicht überall gewährleistet.
Im spanischen Gesundheitssystem SNS beispielsweise werden diese Medikamente aufgrund der damit verbundenen hohen Kosten bislang nicht öffentlich finanziert.
Parallel zu den nicht-medikamentösen Interventionsstrategien setzt die Fundación Neurópolis ihre klinische Forschung fort. Die Organisation bereitet nach eigenen Angaben den Start eines weiteren klinischen Versuchs mit einem ähnlichen medikamentösen Wirkstoff vor, um zusätzliche therapeutische Möglichkeiten zu evaluieren.
