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Amazon führt Wero ein: Europäisches System ersetzt iDEAL bis 2027

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 18:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Amazon integriert Wero: Das europäische Bezahlsystem ersetzt iDEAL bis Ende 2027. Mit niedrigen Gebühren fordert die EPI-Initiative US-Riesen wie PayPal heraus.

Amazon setzt auf Wero: Neues EU-Bezahlsystem verdrängt iDEAL bis 2027
Person nutzt ein Smartphone für einen Online-Einkauf an einem Schreibtisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Online-Versandhändler Amazon bereitet die Einführung des europäischen Bezahlsystems Wero vor und leitet damit die Ablösung des bisherigen Dienstes iDEAL ein.

Wie Mitte August 2026 bekannt wurde, erscheint die Bezeichnung „iDEAL/Wero“ bereits an verschiedenen Stellen im Kundenservice sowie direkt im Shop-System des Unternehmens. Dieser Schritt markiert eine bedeutende Ausweitung der Akzeptanz für die europäische Zahlungslösung im großflächigen Online-Handel.

Migration von iDEAL zu Wero bis Ende 2027

Die Umstellung bei Amazon erfolgt im Rahmen einer umfassenden Migrationsstrategie. Für Bestandskunden von iDEAL soll der Übergang ohne eine separate Wero-Registrierung möglich sein. Der Prozess sieht vor, dass iDEAL schrittweise in das neue System überführt wird. Ab dem Jahr 2026 soll zunächst ein kombiniertes Logo beide Dienste kennzeichnen, bevor die Migration bis zum Ende des Jahres 2027 vollständig abgeschlossen sein soll.

Wero ist eine Initiative der European Payments Initiative (EPI), die im Juli 2024 gestartet wurde. Hinter dem Projekt stehen 18 europäische Banken. Aktuell ist der Dienst in Deutschland, Belgien und Frankreich verfügbar. Für den 1. September 2026 ist zudem der Start in Luxemburg geplant, wo Wero das bisherige System Payconiq ersetzen wird. In Österreich wird die Einführung des Dienstes für das Jahr 2027 erwartet.

Marktumfeld und Wettbewerb mit etablierten Anbietern

Nach Angaben der EPI verzeichnet Wero mit Stand Juli 2026 insgesamt 57 Millionen Nutzer in den Kernmärkten Belgien, Frankreich und Deutschland. Auf den deutschen Markt entfallen davon 9 Millionen Anwender. Damit steht das System in direktem Wettbewerb mit etablierten US-amerikanischen Anbietern. Zum Vergleich: PayPal verfügt in Deutschland über rund 35 Millionen aktive Konten.

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Ein wesentliches Argument für den Handel stellen die Transaktionsgebühren dar. Während bei Kreditkartenanbietern wie Visa oder Mastercard Gebühren von 1,80 % zuzüglich 0,25 Euro anfallen können, liegen die Kosten für Wero bei 0,90 % plus 0,25 Euro. Als Reaktion auf den neuen europäischen Wettbewerber entwickeln die großen Kreditkartengesellschaften laut Branchenbeobachtern bereits eigene Lösungen für Direktzahlungen von Konto zu Konto.

Akzeptanz im Handel und Nutzerakzeptanz

Neben Amazon weitet sich das Akzeptanznetz von Wero stetig aus. Seit Juli 2026 akzeptiert der Discounter Lidl den Dienst in seinem deutschen Online-Shop. Weitere Handelsunternehmen wie Decathlon, Rossmann, Hornbach und Zooplus bereiten die Integration derzeit vor.

Zu den bereits aktiven Partnern zählen unter anderem Expert, Teufel, Baur und Eventim. Auf technischer Ebene unterstützt zudem der Zahlungsdienstleister Xsolla die Verbreitung, indem er Wero in sein Portfolio für lokale Zahlungsmethoden aufgenommen hat. Xsolla beziffert das bisher über Wero abgewickelte Volumen auf 19 Milliarden Euro.

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Trotz der technischen Expansion zeigen Umfragen ein geteiltes Bild bei der Verbraucherwahrnehmung. Eine Erhebung des Instituts Innofact vom Juli 2026 unter 1.002 Probanden ergab, dass die Bekanntheit von Wero innerhalb eines Jahres von 30 % auf 39 % gestiegen ist.

Dennoch gaben 65 % der Kenner des Dienstes an, diesen noch nicht genutzt zu haben. Während 58 % der Deutschen bezweifeln, dass Wero zum beliebtesten Bezahlsystem aufsteigen wird, ist der Optimismus in der jüngeren Zielgruppe höher: 53 % der 18- bis 29-Jährigen trauen dem Dienst zu, Marktführer wie PayPal oder Visa zu überholen.

Auf Händlerseite herrscht noch teilweise Zurückhaltung. Eine Umfrage des EHI aus dem Mai 2026 zeigt, dass 74,6 % der befragten Händler das System zunächst beobachten. Lediglich 14,1 % planten zu diesem Zeitpunkt eine Integration bis zum Ende des Jahres 2026. Eine Nutzung direkt am Point of Sale im stationären Handel wurde in dieser Erhebung noch von keinem Teilnehmer umgesetzt.

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