Amazon stellt Nova-KI-Modelle ein: Fokus auf Frontier-Projekt
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 19:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Konzern leitet eine grundlegende Neuausrichtung seiner Künstlichen Intelligenz ein. Mehrere hauseigene „Nova“-Modelle werden eingestellt, Forschungsstandorte geschlossen und Stellen gestrichen. Im Fokus steht ein neues Flaggschiff-Projekt.
Aus für Nova-Modelle – Fokus auf ein neues Spitzenmodell
Amazon fährt die Entwicklung seiner bisherigen Nova-KI-Reihe drastisch zurück. Die Varianten Premier, Omni, Reel und Canvas wurden auf Wartungsmodus gesetzt – intern als „Keep the lights on“-Betrieb bezeichnet. Die freiwerdenden Ressourcen fließen in ein konzentriertes Projekt für ein neues Spitzenmodell.
Die neue Einheit heißt Frontier Model Research (FMR) und wird von Pieter Abbeel geleitet. Der KI-Experte kam vom Startup Covariant zu Amazon. Die Umstrukturierung folgt auf Entlassungen in der Abteilung für Künstliche Allgemeine Intelligenz (AGI) und der Schließung des AGI-Labors. Ein Amazon-Sprecher betonte dennoch: Die Entwicklung von KI-Modellen bleibe oberste Priorität. Die AGI-Organisation arbeitet unter der Leitung von Peter DeSantis weiter.
Milliarden-Investitionen und neue Partnerschaften
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Der strategische Schwenk zielt auf einen Marktstart des neuen Modells auf der AWS-Konferenz re:Invent 2026 ab. Ob das künftige Flaggschiff den Namen Nova trägt, ist noch offen. Bestandskunden sollen während der Übergangsphase über die Plattform Nova Forge weiter unterstützt werden.
Die Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund gewaltiger Investitionen. Die Kapitalausgaben für KI belaufen sich Berichten zufolge auf rund 200 Milliarden Euro. Parallel dazu wurden in den vergangenen drei Monaten Insider-Aktienverkäufe im Wert von rund 37,7 Millionen Euro registriert.
AWS als Drehscheibe für externe KI-Forschung
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Amazon setzt nicht nur auf eigene Modelle, sondern baut das Partnernetzwerk aus. Die Cloud-Tochter AWS schloss kürzlich einen 410 Millionen Euro schweren Vertrag mit dem Startup Recursive ab. Das Unternehmen forscht an selbstverbessernder KI und kam im Mai mit einer Bewertung von 4,65 Milliarden Euro aus der Geheimhaltung.
Recursive nutzt künftig die AWS-Infrastruktur für seine automatisierten Forschungssysteme. Die Strategie ist klar: Amazon will sowohl eigene KI-Modelle vorantreiben als auch AWS zur zentralen Plattform für Drittanbieter-Modelle machen.
Weitere Details zur Geschäftsentwicklung und Investitionsstrategie erwartet der Markt mit den Zahlen zum zweiten Quartal, die Amazon am 30. Juli vorlegen wird.
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