Amazon-Strafe: 2,25 Millionen Dollar für Betrugsopfer-Behinderung
01.07.2026 - 09:46:51 | boerse-global.de
Der Konzern zahlt 2,25 Millionen US-Dollar – die höchste jemals verhängte Strafe für Verstöße gegen den Fair Credit Reporting Act.
Systematische Behinderung von Betrugsopfern
Die FTC warf Amazon vor, Opfer von Identitätsdiebstahl systematisch davon abgehalten zu haben, an wichtige Informationen zu betrügerischen Käufen zu kommen. Bis Anfang 2025 fehlte dem Konzern sogar eine schriftliche interne Richtlinie für solche Anfragen.
Im Rahmen des Vergleichs muss Amazon nun Betroffenen die benötigten Unterlagen kostenlos und zeitnah aushändigen. Zusätzlich ist der Konzern verpflichtet, alle Verbraucher aktiv zu kontaktieren, deren Anfragen seit April 2024 abgelehnt wurden.
Neue Klagen in Australien
Doch die Probleme reißen nicht ab. Die australische Wettbewerbsbehörde ACCC hat eine neue Klage gegen Amazon eingereicht – diesmal geht es um die Abonnementbedingungen von Amazon Prime.
Die Behörde kritisiert unfaire Vertragsklauseln aus dem Zeitraum November 2023 bis August 2025. Im Fokus stehen dabei auch die Werbepraktiken innerhalb des Streaming-Dienstes Prime Video.
Deutschland verschärft Kontrollen
Auch in Deutschland bleibt der Druck hoch. Das Bundeskartellamt führt Amazon in seinem Jahresbericht 2025/26 als einen der Aufsichtsschwerpunkte auf. Neben Verfahren zur Preissteuerung auf dem Marketplace verfolgt die Behörde eine Beschwerde beim Bundesgerichtshof.
Die verschärften Kontrollen durch die Behörden zeigen, dass der rechtssichere Umgang mit Daten für Unternehmen jeder Größe zur existenziellen Pflicht wird. Dieser kostenlose Leitfaden unterstützt Sie dabei, die komplexen Anforderungen der DSGVO in nur fünf Schritten rechtssicher umzusetzen. 5 sofort umsetzbare Schritte zur DSGVO-Konformität entdecken
Die Wettbewerbshüter betonen: Die Kontrolle großer Tech-Konzerne wird mit Blick auf Künstliche Intelligenz immer wichtiger.
Supreme-Court-Urteil erschüttert Datentransfer
Ein Urteil des US Supreme Court sorgt zusätzlich für Unsicherheit. Die Richter erklärten die Unabhängigkeit der FTC für verfassungswidrig – und damit wackelt die Basis des EU-US-Datentransfers.
Das Problem: Die EU-Kommission hatte sich im Data Privacy Framework hunderte Male auf die FTC als unabhängige Aufsichtsbehörde gestützt. Datenschutzorganisationen fordern nun die Aufhebung des Angemessenheitsbeschlusses.
Während internationale Abkommen wackeln, rücken neue technologische Regulierungen wie der EU AI Act in den Fokus der Compliance-Abteilungen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle neuen Anforderungen, Pflichten und Fristen der EU-KI-Verordnung. Kostenlosen Leitfaden zum EU AI Act herunterladen
Experten rechnen damit, dass der Europäische Gerichtshof die Rechtmäßigkeit von Datentransfers in die USA erneut prüfen muss. Das könnte auch Standardvertragsklauseln und verbindliche Unternehmensregeln betreffen.
Die Anleger ließ das kalt: Die Amazon-Aktie schloss mit einem Plus von 3,2 Prozent bei 240,14 US-Dollar.
