AMD-Treiber: GDDR7 taucht erstmals offiziell im Linux-Code auf
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 01:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
AMD hat einen Patch für den quelloffenen AMDGPU-Linux-Treiber eingereicht, der GDDR7 als neuen VRAM-Typ in der Datenstruktur amdgpu_vram_names ergänzt – neben den bereits vorhandenen Einträgen GDDR6, HBM3E und HBM4. Der Patch stammt von AMD-Ingenieur Frank Min, wurde von Hawking Zhang begutachtet und von Maintainer Alex Deucher eingereicht. Damit taucht GDDR7 erstmals offiziell im Code-Repository des Herstellers auf.
Neue Bus- und Interrupt-Standards im selben Update
Parallel zur GDDR7-Referenz brachte AMD im selben Linux-Treiber-Update UnterstĂĽtzung fĂĽr den Interrupt Handler IH 8.0 und die New Bus InterFace NBIF 7.10 ein. Zuvor waren im Treiber bereits Display Core Next (DCN) Version 6 sowie GFX 13.0.x hinterlegt.
Laut den vorliegenden Patches enthält der Treiber zudem neue Datenstrukturen und Registerdefinitionen, die einen Hochgeschwindigkeits-Punkt-zu-Punkt-Bus, die PAM3-Signalkodierung sowie dynamisches Spannungs- und Frequenzmanagement (DVFS) unterstützen. Der Treiber soll GDDR7 demnach erkennen, dessen Frequenz überwachen und die Leistung verwalten können.
Wichtig für die Einordnung: Die GDDR7-Nennung bestätigt keine konkrete GPU-Architektur. Weder ein Produktname noch eine Modellnummer oder ein Launch-Datum werden im Patch genannt.
Aktuelle Produkte setzen noch auf GDDR6 und HBM
Die derzeitige Radeon-RX-9000-Serie auf Basis von RDNA 4 nutzt nach wie vor GDDR6, während AMDs Instinct-MI-Rechenzentrums-GPUs auf HBM3E und HBM4 setzen.
Der GDDR7-Platzhalter im Treiber deutet Beobachtern zufolge auf die kommende RDNA-5-Generation hin – AMD selbst hat weder GDDR7 für RDNA 5 noch konkrete Release-Termine offiziell bestätigt.
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Zum Vergleich: Nvidia nutzt GDDR7 in seiner GeForce-RTX-50-Serie (Blackwell) bereits seit Januar 2025. Technisch bietet GDDR6 laut Angaben maximal 20 Gb/s, während GDDR7 nach JEDEC-Spezifikation aktuell 36 Gb/s erreicht und künftig bis zu 48 Gb/s erlauben soll – eine Verdopplung der Transferrate gegenüber GDDR6. GDDR7 nutzt zudem PAM3 statt PAM2 und erreicht bei Modulen von Samsung und SK Hynix 32 bis 36 Gbps pro Pin. Auf einem 384-Bit-Bus ließen sich damit über 1,5 TB/s erzielen, gegenüber rund 1 TB/s bei GDDR6X.
RDNA 5: Zeitplan und Speicherbus weiter unklar
Speicherbus, VRAM-Kapazität, Die-Größe und Launch-Termin von RDNA 5 sind laut den vorliegenden Berichten weiterhin unbestätigt. Einschätzungen deuten auf die Jahre 2027 bis 2028 hin, wobei eine breite Volumen-Verfügbarkeit laut Hardware Busters möglicherweise erst 2028 erreicht wird. Verschärft wird die Lage durch eine DRAM-Krise, die im September 2026 beobachtet wurde und mit steigenden GDDR7-Modulpreisen einhergeht.
Der Leaker Kepler_L2 hatte bereits im August 2025 berichtet, dass RDNA 5 vier verschiedene GPU-Dies umfassen soll. Demnach erscheint 2027 zunächst nur der Die AT2 als Nachfolger der RX 9070 XT, die übrigen Dies sollen 2028 folgen. AT2 soll laut dieser Quelle über 40 Compute Units, sechs Speichercontroller und einen maximalen Bus von 192 Bit verfügen.
Bei 192 Bit mit GDDR6 ergäben sich rechnerisch rund 483 GB/s Bandbreite – zum Vergleich: Die RX 9070 XT kommt mit 256 Bit auf etwa 645 GB/s, die RX 9070 GRE auf 432 GB/s. Mit 28-Gbps-GDDR7, wie es etwa die RTX 5070 nutzt, wären hingegen 672 GB/s möglich.
Steigende GDDR7-Modulpreise und eine anhaltende DRAM-Krise treffen auf eine Speicherbus-Größe, die noch niemand bestätigt hat. Wer vor dem Kauf planen will, findet in unserem Report eine Einschätzung zu Preisen, Verfügbarkeit und denkbarer VRAM-Kapazität der nächsten Radeon-Generation. Preis- und Verfügbarkeits-Einschätzung jetzt sichern
Ein 192-Bit-Interface erlaubt zudem nur sechs Speicherchips: Mit 2-GB-Chips ergäben sich 12 GB, mit 3-GB-Chips 18 GB – 16 GB wären mit dieser Konfiguration nicht darstellbar. Laut den Angaben kosteten 3-GB-GDDR7-Chips im Juli zwischen 60 und 70 US-Dollar pro Stück, während 2-GB-Chips rund 20 US-Dollar kosteten. AMD liefert GPU und VRAM demnach als Set an die Board-Partner (AIB) aus.
Der eingereichte Linux-Patch liefert damit erste konkrete technische Hinweise auf GDDR7 in AMDs Treiber-Code, lässt aber zentrale Fragen zur nächsten Grafikkartengeneration weiterhin offen.
