Android 17: Google öffnet Play Store für Drittanbieter-Märkte
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 04:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google hat am 22. Juli 2026 mit der Gewährung von Zugriffen auf Play-Store-Listen für Drittanbieter-Stores in den USA begonnen. Dieser Schritt ermöglicht es Betreibern alternativer App-Marktplätze, ihre Plattformen direkt innerhalb des Google Play Stores zu listen. Entwickler hatten bis zu einer im Juni abgelaufenen Frist die Möglichkeit, über die Play Console ein Opt-out für diese Funktion zu erklären. Die Downloads erfolgen weiterhin über Google Play, wobei bestehende Servicegebühren bestehen bleiben. Diese weitreichende Änderung ist eine direkte Folge des Epic-Urteils, welches im Jahr 2025 durch den Ninth Circuit bestätigt wurde.
Anpassung der Gebührenstruktur und globaler Zeitplan
Im Zuge dieser Umstellungen hat Google die Servicegebühren für In-App-Käufe (IAP) auf 20 % gesenkt. Für Teilnehmer an Programmen wie Apps Experience oder Play Games Level Up reduziert sich der Satz auf 15 %, während für Abonnements eine Gebühr von 10 % fällig wird. Bei der Nutzung von Google Play Billing in der EEA, im Vereinigten Königreich und in den USA wird eine zusätzliche Zahlungssystemgebühr von 5 % erhoben; bei Verzicht auf dieses System entfällt diese Gebühr. Zudem sind nun Zahlungen über Drittanbieter offiziell erlaubt.
Die Einführung sogenannter „Registered App Stores“ erfolgt zunächst außerhalb der USA. Der Zeitplan sieht vor, dass die Umsetzung in der EEA, dem Vereinigten Königreich und den USA bis zum 30. Juni 2026 abgeschlossen ist. Es folgen Australien am 30. September 2026 sowie Korea und Japan am 31. Dezember 2026. Der globale Rollout ist für den 30. September 2027 geplant.
EU-Kommission verhängt Milliardenbuße gegen Google
Parallel zu diesen operativen Änderungen sah sich Google mit regulatorischem Druck in Europa konfrontiert. Am 23. Juli 2026 verhängte die EU-Kommission eine Geldbuße von über 1 Mrd. Dollar gegen das Unternehmen wegen Verstößen gegen das Gesetz über digitale Märkte (DMA). Rund 530 Mio. Dollar der Strafe entfallen auf Vorwürfe der Selbstbevorzugung in den Bereichen Shopping, Hotel, Transport und Sport. Weitere ca. 495 Mio. Dollar wurden aufgrund von Beschränkungen für App-Entwickler innerhalb von Google Play festgesetzt. Google hat bis zum 21. September 2026 Zeit, die Forderungen zu erfüllen, andernfalls drohen Zwangsgelder in Höhe von 5 % des täglichen Umsatzes. In diesem Kontext drohte die US-Regierung unter Donald Trump bereits mit potenziellen Vergeltungszöllen.
Android 17 führt „Registered App Stores“ und Sicherheitsfeatures ein
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Mit der Veröffentlichung von Android 17 führt Google das Konzept der „Registered App Stores“ ein. Trotz der Öffnung des Ökosystems betont das Unternehmen weiterhin Sicherheitsaspekte, insbesondere im Hinblick auf Malware-Bedrohungen wie SparkKitty. Google Play Protect soll auch künftig Apps scannen, um die Integrität der Endgeräte zu gewährleisten.
Zusätzlich implementiert Google die Funktion „Local Documents Backup“. Diese ermöglicht eine verschlüsselte Sicherung von Downloads und Quick-Share-Dateien in gerätespezifischen Ordnern auf Google Drive. Das System führt nächtliche automatische Backups durch, bietet aber auch eine manuelle Option. Google stellt klar, dass dies kein Ersatz für eine vollständige Cloud-Synchronisation ist, sondern primär der Wiederherstellung von Geräten dient.
Vereinfachter Wechsel vom iPhone zu Android
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Ein weiterer Schwerpunkt von Android 17 liegt auf der Migration von iOS-Nutzerdaten. Ein neues, direkt integriertes Migrations-Tool erlaubt den drahtlosen Transfer von Fotos, Videos, Kontakten, Nachrichten, Kalendern und WLAN-Zugangsdaten. Auch eSIM-Daten, Passwörter, Passkeys und SMS- sowie iMessage-Verläufe können übertragen werden. Das Tool steht auf Google Pixel-Geräten ab der Generation 8 sowie auf den Modellen Samsung Galaxy Z Flip8 und Z Fold8 zur Verfügung, was eine verstärkte Partnerschaft mit Samsung unterstreicht.
Bestimmte Datenkategorien bleiben jedoch von der Übertragung ausgeschlossen. Dazu zählen iCloud-Fotos, kostenpflichtige Apps, In-App-Käufe, Safari-Lesezeichen sowie Apple-Health-Daten. Nutzer werden zudem darauf hingewiesen, iMessage vor dem Wechsel manuell zu deaktivieren. Während das Tool insbesondere kleinen Unternehmen helfen soll, Ausfallzeiten beim Gerätewechsel zu minimieren, weisen Experten darauf hin, dass weiterhin eine gewisse Lernkurve und spezifische Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen sind.
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