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Android-Autoradios: Kaspersky entdeckt Malware in 30 Millionen Fahrzeugen

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 12:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kaspersky identifiziert eine DoFun-Malwarekampagne mit Datenabfluss und Proxy-Botnetz. Ein Patch ist verfügbar, betroffene Modelle bleiben unklar.

Kaspersky entdeckt Android-Malware in Millionen von Autoradios
Dunkler, inaktiver Bildschirm eines Infotainment-Systems in einer modernen Fahrzeugkonsole bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsforscher von Kaspersky haben eine umfassende Malware-Kampagne identifiziert, die gezielt Android-basierte Autoradios angreift. Dabei werden die Geräte über eine legitime Update-Funktion der weit verbreiteten DoFun-Firmware infiziert und in ein Proxy-Botnetz integriert. Betroffen ist der sogenannte TWCore-Dienst, der ohne das Zutun der Fahrzeughalter missbraucht wird, um Schadsoftware auf die Systeme zu schleusen.

Technischer Ablauf und Datendiebstahl

Die Infektionskette beginnt laut den Experten mit der Installation des „JarService“-Droppers über den automatisierten Over-the-Air-Update-Kanal (OTA). In einem weiteren Schritt wird ein Downloader aktiv, der schließlich das Reverse-Proxy-Modul mit dem Namen „zhima“ auf das Infotainment-System spielt. Jüngste Analysen des Moduls zeigen, dass dieses über neun spezifische Befehle verfügt.

Diese Befehlsstruktur ermöglicht den Angreifern einen weitreichenden Abfluss von Gerätedaten. Den Berichten zufolge werden Informationen zur Display-Auflösung, zum exakten Gerätemodell sowie die WLAN-SSID und die MAC-Adresse der betroffenen Headunits extrahiert. Durch den Einsatz des Proxy-Moduls können die kompromittierten Autoradios zudem als Relaisstationen für den Internetverkehr der Angreifer missbraucht werden.

Reichweite und Urheber der Kampagne

Die Tragweite der Sicherheitslücke ist erheblich, da die DoFun-Software nach aktuellen Erkenntnissen in über 30 Millionen Fahrzeugen weltweit verbaut ist. Die Forscher schreiben die Kampagne der sogenannten MoYu Group zu. Diese Gruppierung wurde bereits in der Vergangenheit mit dem BadBox-Botnetz in Verbindung gebracht, das für ähnliche Aktivitäten im Bereich mobiler Endgeräte bekannt ist.

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Für die Nutzer machen sich Infektionen häufig durch eine merkliche Verlangsamung des Systems bemerkbar. Weitere Symptome sind unerwartete Neustarts des Autoradios, das Einblenden von Pop-up-Werbung sowie ein deutlich erhöhter Datenverbrauch.

Neben der Beeinträchtigung des Fahrkomforts warnen Experten vor Folgerisiken: Eine Infektion der Headunit könne potenziell auch Daten auf angeschlossenen Smartphones gefährden oder als Einfallstor in das heimische WLAN-Netz dienen, wenn das Fahrzeug in Reichweite geparkt ist.

Zunahme von Cyber-Vorfällen in der Automobilbranche

Die aktuelle Kampagne unterstreicht einen Trend in der Fahrzeugsicherheit. Daten von Upstream Security belegen, dass Cyber-Angriffe auf Fahrzeuge zunehmend aus der Ferne erfolgen. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 494 automobilbezogene Cybervorfälle registriert. Davon entfielen 92 Prozent auf Remote-Angriffe, und in 86 Prozent der Fälle war keine physische Nähe zum betroffenen Fahrzeug erforderlich.

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Der Hersteller der betroffenen Software, DoFun, hat bereits die Verfügbarkeit eines Patches gemeldet, um die Schwachstelle zu schließen. Das Unternehmen machte jedoch keine konkreten Angaben dazu, welche Fahrzeugmodelle oder spezifischen Radio-Varianten von der Infektion betroffen sind.

Sicherheitsexperten raten Fahrzeughaltern zur Wachsamkeit und empfehlen Herstellern sowie Zulieferern die strikte Einhaltung und Prüfung der internationalen Cybersicherheitsstandards UN R155 und R156 für Kraftfahrzeuge.

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