Android-Malware, Apps

Android-Malware: 7 Apps stehlen Bankdaten über Accessibility-Dienste

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 15:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Indische Behörden warnen vor Android-Apps, die Bankdaten stehlen können. Meta löschte daraufhin 39 Anzeigen von Facebook und Instagram.

Android-Malware: Meta entfernt 39 betrügerische Anzeigen
Ein dunkles Smartphone auf einem minimalistischen Schreibtisch als Symbol für mobile Cybersicherheit. Illustration mit AI erstellt.

In den vergangenen Tagen haben indische Sicherheitsbehörden eine dringende Warnung vor einer neuen Welle von Finanzbetrug herausgegeben. Die National Cybercrime Threat Analytics Unit (NCTAU) sowie das Ministry of Home Affairs (MHA) identifizierten dabei bösartige Android-Applikationen, die gezielt über Werbeanzeigen auf den Plattformen Facebook und Instagram verbreitet werden. Die Programme tarnen sich als Pornografie-Anwendungen, um Nutzer zum Download zu bewegen.

Zu den von der NCTAU explizit genannten Schadprogrammen zählen die Apps Night Play, Reloop, Kyss, Vimo, Rivo, Nexo und Vixa. Die Behörde wies darauf hin, dass die Betreiber dieser Kampagnen explizite Inhalte als Köder nutzen, um potenzielle Opfer zur Installation der Anwendungen zu verleiten.

Mechanismen der Gerätekontrolle und Datendiebstahl

Nach Erkenntnissen des Indian Cyber Crime Coordination Centre (I4C) und des MHA nutzen die Hintermänner für die Verbreitung vorwiegend .live-Domains. Einmal installiert, fordern die Anwendungen weitreichende Zugriffsberechtigungen an, insbesondere den Zugriff auf die Accessibility-Dienste (Eingabehilfen) des Betriebssystems. Über diese Schnittstelle erlangen die Apps die Kontrolle über das Endgerät und können Aktivitäten des Nutzers überwachen.

Anzeige

Wer sein Android-Smartphone aktiv vor Hackern und Schadsoftware schützen möchte, findet in diesem kostenlosen Ratgeber die wichtigsten Grundlagen. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Das MHA präzisierte im Advisory TAU/ADV/018, dass diese Anwendungen in der Lage sind, Einmalpasswörter (OTPs), Bank-PINs sowie vertrauliche Bankzugangsdaten abzugreifen. Zudem können die Programme VPNs installieren und eigenständig unbefugte Banktransaktionen durchführen.

Ein besonderes Merkmal dieser Malware ist die Fähigkeit, die eigene Deinstallation aktiv zu blockieren und das Gerät fernzusteuern. Damit droht betroffenen Nutzern der vollständige Verlust ihrer Bankguthaben.

Reaktion von Meta und wirtschaftliche Einordnung

Die Tragweite dieser Bedrohung wird durch die jüngsten Zahlen zur Cyberkriminalität unterstrichen. Im Jahr 2025 erreichten die Verluste durch Cyberbetrug in Indien eine Summe von 2,4 Milliarden US-Dollar. Als direkte Reaktion auf die Warnungen der indischen Behörden hat der US-Technologiekonzern Meta bereits eingegriffen und 39 betrügerische Anzeigen von Facebook und Instagram entfernt.

Anzeige

Besonders beim Online-Banking und der Nutzung von Apps ist ein aktuelles System die beste Verteidigung gegen Sicherheitslücken. Dieser Gratis-Report zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Gerät mit den richtigen Einstellungen dauerhaft absichern. Kostenlosen Android-Sicherheits-Ratgeber herunterladen

Empfehlungen für betroffene Nutzer

Die Behörden raten dringend dazu, keine APK-Dateien direkt aus Werbeanzeigen oder von unbekannten Quellen herunterzuladen. App-Installationen sollten grundsätzlich nur über den Google Play Store erfolgen. Nutzer werden angewiesen, bei der Vergabe von Berechtigungen – insbesondere bei den Eingabehilfen – äußerst restriktiv vorzugehen und ihre Bankkonten kontinuierlich auf verdächtige Aktivitäten zu prüfen.

Sollte eine entsprechende App bereits installiert worden sein, empfiehlt das MHA folgende Schritte zur Entfernung: Das Gerät sollte in den abgesicherten Modus versetzt werden, um anschließend die Accessibility-Berechtigungen zu deaktivieren und die App zu löschen.

In Fällen, in denen die Software die Deinstallation verhindert, kann ein Werksreset des Geräts notwendig sein. Betroffene können Vorfälle über die nationale Helpline 1930 oder das offizielle Portal für Cyberkriminalität melden.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70037056 |