Android-Malware: Facebook und Instagram verbreiten Schadsoftware verstärkt
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 23:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Über Facebook und Instagram verbreitet sich derzeit verstärkt Schadsoftware für Android-Geräte. Die Angreifer nutzen manipulierte Werbeanzeigen, um Nutzer zur Installation schädlicher Apps zu bewegen oder Zugangsdaten abzugreifen.
Malvertising auf dem Vormarsch
Die Werbesysteme von Meta werden zunehmend für sogenannte Malvertising-Kampagnen missbraucht. Ein Bericht des Tech Transparency Project zeigt das Ausmaß: Ein chinesisches Unternehmen schaltete über 210 Facebook-Seiten rund 30.800 Anzeigen für verschiedene KI-Tools. Darunter waren etwa 7.600 Werbeanzeigen für „Nudify“-Apps, die gegen die internen Richtlinien des Konzerns verstießen.
Meta entfernte zwar rund 85 Prozent dieser Anzeigen. Doch die Vorfälle werfen Fragen zur Wirksamkeit der automatisierten Werbekontrolle auf. Parallel dazu verbreitet sich Android-Malware über klassische Werbebanner, die Nutzer auf gefälschte Webseiten locken.
SourTrade und SparkKitty: Angriffe auf Krypto-Vermögen
Die Angriffe werden technisch immer raffinierter. Die seit 2024 aktive Kampagne „SourTrade“ setzt auf eine besondere Methode: Der Schadcode wird erst direkt im Browser des Opfers aus scheinbar unverdächtigen Komponenten zusammengesetzt. Durch die Nutzung der Bun-Runtime im Speicher umgeht die Malware herkömmliche signaturbasierte Erkennungssysteme. Ziel sind vor allem Krypto-Vermögenswerte auf Plattformen wie TradingView, Solana oder Luno.
Ebenfalls im Visier der Sicherheitsforscher: der Trojaner „SparkKitty“. Die Schadsoftware wurde sowohl im Apple App Store als auch bei Google Play entdeckt – eine betroffene App verzeichnete mehr als 10.000 Installationen. SparkKitty nutzt optische Zeichenerkennung (OCR), um die Fotogalerien infizierter Smartphones nach Screenshots von Krypto-Seed-Phrasen zu durchsuchen.
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Millionenschäden durch Banking-Trojaner
Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm. Allein in Singapur wurden in der ersten Jahreshälfte 2026 Verluste von mindestens zehn Millionen US-Dollar gemeldet. Die Täter stahlen Banking-Zugangsdaten mittels Keyloggern, die in vermeintlichen Dienstleister-Apps versteckt waren. Über 750 Personen wurden als Opfer identifiziert.
Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Groß angelegte Phishing-Operationen sind ebenfalls aktiv:
- Fake-Virenwarnungen: Über 300.000 Android-Geräte wurden durch betrügerische Push-Benachrichtigungen kompromittiert, die sich als System-Updates tarnten.
- Facebook-Business-Phishing: Eine seit Ende 2024 laufende Kampagne richtet sich gezielt gegen Unternehmenskonten. Über 12.000 Opfer wurden registriert. Die Angreifer versenden gefälschte E-Mails über Salesforce-Infrastrukturen.
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Operation BlueDash und kritische SharePoint-Lücke
Auch Unternehmenssoftware gerät ins Visier. Die Gruppe ZeroBEC nutzt in der „Operation BlueDash“ gefälschte Microsoft-Teams-Dokumente, um Fernwartungs-Tools auf Zielsystemen zu installieren. Experten warnen zudem vor einer kritischen Sicherheitslücke in SharePoint (CVE-2026-50522). Der CVSS-Wert von 9.8 zeigt das Gefahrenpotenzial: Angreifer könnten weitreichende Zugriffe erlangen.
Was können Nutzer tun? Sicherheitsexperten raten, Berechtigungen für Push-Benachrichtigungen kritisch zu prüfen und Apps ausschließlich aus verifizierten Quellen zu beziehen. Die Entfernung der Schadsoftware erfordert in vielen Fällen den Entzug von Browser-Berechtigungen oder das Zurücksetzen der betroffenen Geräte.
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