Android-Malware, WindRelay

Android-Malware WindRelay: NFC-Angriffe ermöglichen Kartenbetrug

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 20:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Android-Malware-Kombination nutzt NFC-Schnittstelle für Fernzugriff auf Bankkonten. Sicherheitsforscher warnen vor gefälschten Bankanrufen.

Android-Malware WindRelay: NFC-Relay-Angriffe für Finanzbetrug entdeckt
Ein Smartphone liegt neben einer kontaktlosen Kreditkarte auf einem Holztisch, was die Gefahr von NFC-Angriffen symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher haben eine neue Angriffskette identifiziert, die Android-Smartphones gezielt ausnutzt, um unbefugte Finanztransaktionen durchzuführen. Im Zentrum der Analyse stehen die Schadprogramme WindRelay und SpyNote. Diese Kombination ermöglicht es Angreifern, mobile Endgeräte als Relaisstationen für die Near Field Communication (NFC) zu missbrauchen und so Kartenzahlungen sowie Bankgeschäfte aus der Ferne zu manipulieren.

Funktionsweise der NFC-Relay-Angriffe

Der Angriff beginnt üblicherweise mit einer Form des Social Engineering. Berichten von Group-IB zufolge werden potenzielle Opfer per Telefon kontaktiert.

In diesen gefälschten Bankanrufen werden die Nutzer dazu verleitet, eine vermeintliche Sicherheits-App zu installieren, bei der es sich tatsächlich um den Trojaner SpyNote handelt. Ein entscheidender Schritt für den Erfolg der Malware ist die Erteilung von Berechtigungen für den sogenannten Accessibility-Service von Android.

Sobald diese weitreichenden Zugriffsrechte gewährt wurden, kommt die Komponente WindRelay zum Einsatz. Diese Schadsoftware ist darauf spezialisiert, die NFC-Kommunikation zwischen einer physischen Bankkarte und dem Smartphone in Echtzeit abzugreifen.

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Wenn ein Nutzer seine Karte an das infizierte Gerät hält, werden die Transaktionsdaten unmittelbar an die Angreifer weitergeleitet. Laut Analysen von Malwarebytes erlaubt dies den Tätern, betrügerische Zahlungen aus der Ferne durchzuführen, während das Opfer glaubt, eine legitime Interaktion mit seinem Gerät vorzunehmen.

Schnelligkeit und finanzieller Schaden

Die Effizienz dieser Methode wurde in dokumentierten Fällen deutlich. In einem durch Group-IB untersuchten Vorfall dauerte der gesamte Prozess von der Infektion bis zum vollendeten Betrug lediglich 13 Minuten. Dabei beschränkten sich die Akteure nicht nur auf einfache Kartenzahlungen. Durch den Fernzugriff auf die installierten Banking-Apps waren die Angreifer in der Lage, Bankkonten umfassend zu manipulieren.

In einem spezifischen Fall wurde im Namen des Opfers über dessen Banking-App ein Kredit aufgenommen. Die Malware ermöglicht es den Tätern, die Kontrolle über das Finanzwesen des Nutzers zu übernehmen, sobald die technischen Hürden durch die Installation der Schadsoftware und die Freigabe der Systemdienste überwunden sind.

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Geografische Schwerpunkte und technischer Hintergrund

Die aktuelle Kampagne konzentriert sich primär auf Ziele in Mitteleuropa. Besonders betroffen sind Nutzer in Tschechien, der Slowakei und Slowenien. Sicherheitsanalysten konnten im Zeitraum zwischen November 2025 und Juli 2026 insgesamt 23 verschiedene WindRelay-Samples auf der Analyseplattform VirusTotal identifizieren.

Zudem wurden im Rahmen der Untersuchungen vier Command-and-Control-Server (C2) anhand ihrer IP-Adressen ausgemacht, über welche die Kommunikation mit den infizierten Geräten gesteuert wird.

Branchenexperten raten zur besonderen Vorsicht bei unaufgeforderten Anrufen von Finanzinstituten und warnen davor, Apps aus inoffiziellen Quellen zu installieren oder weitreichende Systemberechtigungen wie den Accessibility-Service für unbekannte Anwendungen freizuschalten.

Die Entdeckung von WindRelay unterstreicht die wachsende Komplexität von mobiler Malware, die zunehmend Hardware-Schnittstellen wie NFC für den Diebstahl von Vermögenswerten nutzt.

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