Android-Sicherheit: GefÀlschte WhatsApp-App erreicht 500.000 Downloads
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 13:28 Uhr | Redaktion boerse-global.deSicherheitsanalysen und aktuelle Berichte decken gravierende SicherheitslĂŒcken im Android-Ăkosystem auf. Ăber eine halbe Million Nutzer installierten eine tĂ€uschend echte WhatsApp-FĂ€lschung aus dem offiziellen Google Play Store.
Parallel dazu verbreitete ein manipulierter PDF-Reader einen gefĂ€hrlichen Banking-Trojaner, wĂ€hrend Sicherheitsexperten von Bitdefender und Zscaler ThreatLabz zudem auf werkseitig installierte Schadsoftware in den Betriebssystemen gĂŒnstiger GerĂ€te hinweisen.
WhatsApp-Klon erreichte Hunderttausende Downloads
Besonders schwer wiegt ein Fall im Google Play Store: Eine gefĂ€lschte WhatsApp-Anwendung erreichte dort rund 500.000 Downloads. Die App war seit September 2026 im Store verfĂŒgbar und ĂŒbernahm Logo, Namen, Icons, Screenshots sowie Beschreibungen vom Original des Meta-Konzerns nahezu lĂŒckenlos. Der einzige sichtbare Unterschied lag beim Urheber: Als Entwicklerkonto war die Bezeichnung "Agment Assets sallu" anstelle von "WhatsApp LLC" hinterlegt.
In Suchergebnissen tauchte die Kopie zeitweise sogar als gesponsertes Ergebnis vor dem eigentlichen Messenger auf. Wie Android Authority anmerkte, waren Nutzerbewertungen wegen der Teilnahme am Early-Access-Programm von Google deaktiviert, weshalb Betroffene nicht vor dem Download gewarnt werden konnten; Google hat diesen Umstand allerdings nicht bestÀtigt.
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Der tatsĂ€chliche Zweck der Anwendung, etwa das Ausspielen von Werbung oder das Abgreifen sensibler Daten, blieb bis zu ihrer Löschung unklar. Google entfernte das Programm inzwischen aus dem Angebot. Laut Bitdefender enthalten derzeit tausende Early-Access-Apps mutmaĂlich gefĂ€lschte Casinospiele sowie Belohnungs-Apps.
Banking-Trojaner Anatsa ĂŒber PDF-Reader verteilt
Gleichzeitig nutzten Cyberkriminelle den Play Store zur Verbreitung von Banking-Trojanern. Die Anwendung "PDF Reader" des Entwicklers Duka Zuri mit dem Paketnamen com.railforge.footplate.documentreader_pdfviewer verzeichnete mehr als 10.000 Installationen. Wie Zscaler ThreatLabz mitteilte, diente das Programm als getarnter Installer fĂŒr den Banking-Trojaner Anatsa. Zscaler ThreatLabz hatte am 8. Oktober einen neuen Anatsa-Installer gemeldet.
Die App verhielt sich nach der Installation zunĂ€chst unauffĂ€llig und ĂŒberprĂŒfte, ob es sich beim ZielgerĂ€t um einen Emulator oder ein echtes Smartphone handelte, bevor sie die eigentliche Schadsoftware ĂŒber ein nachgelagertes Update bezog.
Am 9. Oktober war der Eintrag im Google Play Store nicht mehr abrufbar; eine offizielle BestĂ€tigung fĂŒr eine Entfernung durch Google liegt nicht vor. Die genaue Zahl der tatsĂ€chlich infizierten GerĂ€te ist weiterhin unklar.
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Firmware-Malware Midnight Mimosa ab Werk aktiv
Neben manipulierten Apps bereitet vorinstallierte Schadsoftware in der GerĂ€te-Firmware erhebliche Probleme. Berichten von PC-WELT zufolge betrifft dies auch GerĂ€te in Deutschland. Im Zentrum steht die Schadsoftware "Midnight Mimosa", die von Bitdefender ĂŒber rund zwei Jahre hinweg beobachtet wurde.
Am 19. Oktober veröffentlichte PolySwarm dazu einen weiterfĂŒhrenden Bericht. Die Schadsoftware fand sich auf tausenden gĂŒnstigen Android-GerĂ€ten mit MediaTek-Plattform vor dem ersten Einschalten, verteilt ĂŒber mehr als 150 LĂ€nder.
Die höchsten beobachteten Fallzahlen verzeichneten Mexiko, Frankreich und Italien, gefolgt von den USA, Deutschland, Brasilien und Spanien. Betroffen sind unter anderem gĂŒnstige MediaTek-Modelle, gefĂ€lschte Flaggschiffe sowie Doogee- und Cubot-Kennungen.
Die Komponente com.android.system.lite tarnt sich als Teil des Betriebssystems und verfĂŒgt ĂŒber weitreichende Privilegien. Sie kann Anwendungen installieren oder entfernen, Berechtigungen vergeben und Code aus der Ferne nachladen. Vor der Installation weiterer Schadroutinen schaltet sie den Google Play Store kurzzeitig ab, um Sicherheitsmechanismen von Play Protect zu umgehen.
Eine herkömmliche Deinstallation ĂŒber die BenutzeroberflĂ€che beseitigt die Malware nicht. Eine Bereinigung der Firmware oder ein Eingriff ĂŒber die Android Debug Bridge ist fĂŒr die Mehrheit der Endanwender laut Bitdefender kaum praktikabel.
