Android: US-Gericht zwingt Google zu offenen App-Stores bis 20. August
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 13:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einem richtungsweisenden Beschluss hat das zuständige US-Bezirksgericht am 13. August 2026 Google dazu verpflichtet, die Installation konkurrierender App-Stores auf der Android-Plattform erheblich zu vereinfachen. US-Bezirksrichter James Donato wies damit den bisherigen Compliance-Plan des Technologiekonzerns im laufenden Kartellverfahren Epic Games gegen Google zurück.
Gericht fordert Beseitigung wettbewerbshemmender Hürden
Richter Donato kritisierte das von Google vorgelegte Konzept zur Umsetzung früherer Auflagen als unzureichend. Er forderte das Unternehmen auf, sogenannte wettbewerbshemmende Reibungspunkte bei der Installation von Rivalen-Stores konsequent zu beseitigen. Der aktuelle Beschluss ist die Folge eines langwierigen Rechtsstreits zwischen Epic Games und Google, in dem eine Jury bereits im Jahr 2023 ein illegales Monopol Googles festgestellt hatte.
Ein zentraler Kritikpunkt des Gerichts betraf die Auffindbarkeit von Alternativen. Ein Anwalt von Epic Games hatte im Verfahren dargelegt, dass die Suche im Play Store nach dem Begriff „store for apps“ derzeit Ergebnisse wie den Einzelhändler Walmart liefert, anstatt Drittanbieter-Stores anzuzeigen.
Donato ordnete daraufhin an, dass Google seine Suchalgorithmen anpassen muss. Künftig müssen bei mindestens 70 % der korrekten Suchanfragen dieser Art tatsächlich alternative App-Marktplätze in den Ergebnissen erscheinen.
Konkrete Änderungen und kurze Umsetzungsfrist
Neben der verbesserten Suche muss Google zwei weitere technische Anpassungen vornehmen. Zum einen soll ein direkter „Installieren“-Button den bisherigen „Ansehen“-Knopf ersetzen, um den Zugang für Nutzer abzukürzen. Zum anderen wurde die Entfernung des Auswahlbildschirms mit der Abfrage „Suchen Sie nach?“ angeordnet.
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Für die Umsetzung dieser Maßnahmen bleibt Google wenig Zeit. Das Gericht setzte eine Frist bis zum 20. August 2026. Google hat den Anordnungen zwar zugestimmt, behält sich jedoch das Recht vor, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen. Von den Änderungen sind neben kleineren Anbietern auch große Akteure wie Amazon und Samsung betroffen, die eigene App-Stores für Android betreiben.
Marktdynamik und die Rückkehr von Drittanbietern
Die gerichtlichen Vorgaben zeigen bereits erste Auswirkungen auf den US-Markt. So kehrte im Umfeld des Verfahrens am 10. August 2026 mit Aptoide der erste konkurrierende App-Store nach über zehn Jahren in den offiziellen Google Play Store zurück. Dies wurde durch das sogenannte Play Catalog Access Program ermöglicht, das Google am 22. Juni 2026 gestartet hatte.
Aptoide bietet derzeit rund 40.000 Apps an und verzeichnet etwa 25 Millionen monatliche Nutzer. Branchenexperten weisen jedoch darauf hin, dass die im Play Store verfügbare Version von Aptoide eine eingeschränkte Variante darstellt. Um den vollen Funktionsumfang des Stores zu nutzen, ist nach wie vor ein manueller Installationsprozess außerhalb des Play Stores notwendig.
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Zudem bestehen weiterhin Herausforderungen durch uneinheitliche Sicherheitsindikatoren, die bei Nutzern zu Bedenken hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit führen können. Die nun angeordneten Vereinfachungen könnten die Marktposition solcher Drittanbieter mittelfristig stärken.
