Angina-Pectoris-Anfall, Sofortmaßnahmen

Angina-Pectoris-Anfall: Diese Sofortmaßnahmen helfen in den ersten Minuten

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ruhe und korrekt angewendete Notfallmedikamente können Beschwerden lindern; anhaltende oder atypische Symptome erfordern sofortige medizinische Hilfe.
Ein ruhiger, minimalistischer Wohnraum mit einem Sessel und einem Glas Wasser bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Ein akuter Angina-Pectoris-Anfall erfordert schnelles und besonnenes Handeln. Tritt das Engegefühl in der Brust auf, steht das sofortige Einstellen jeglicher körperlicher Aktivität an erster Stelle. Betroffene sollten sich umgehend hinsetzen oder hinlegen, um den Sauerstoffbedarf des Herzmuskels rasch zu senken. Ergänzend dazu hilft eine langsame Bauchatmung dabei, den Körper zu beruhigen, während schnelles Hecheln vermieden werden sollte.

Zur Entlastung des Kreislaufs empfiehlt es sich zudem, beengende Kleidung wie Kragen, Gürtel und Knöpfe zu lockern. Umgebungsfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle: Eine ausreichende Versorgung mit Raumluft sowie eine angemessene Zimmertemperatur unterstützen die Beruhigung der Situation.

Medikamentöse Erstmaßnahmen und Verabreichung

Neben Ruhe und Positionsanpassung kann der Einsatz von Notfallmedikamenten erforderlich sein. Präparate wie Nitroglycerin, Suxiao Jiuxin Wan oder Danshen Dropping Pill werden sublingual verabreicht, also unter die Zunge gelegt und nicht geschluckt.

Nitroglycerin entfaltet seine Wirkung in der Regel nach circa 3 bis 4 Minuten. Für das Präparat Suxiao Jiuxin Wan wird eine Linderung der Beschwerden binnen 5 Minuten beschrieben. Sollte nach der ersten Gabe keine Besserung eintreten, kann das Medikament erneut eingenommen werden.

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Fachhinweise betonen jedoch, dass eine solche Einnahme nicht häufig wiederholt werden darf. Bleibt der Schmerz trotz der medikamentösen Unterstützung bestehen, besteht der Verdacht auf einen Myokardinfarkt, was die sofortige Alarmierung des Rettungsdienstes erfordert.

Unterscheidung zwischen stabiler und instabiler Angina

Für die Einschätzung der Dringlichkeit ist die Abgrenzung der Symptome entscheidend. Eine stabile Angina pectoris gilt als vorhersehbar. Der Schmerz hält typischerweise zwischen 5 und 15 Minuten an und tritt vor allem unter körperlicher Belastung auf. Er bessert sich rasch durch Ruhe oder den Einsatz von Nitroglycerin.

Nach Einschätzung von Fachmedizinern wie dem Kardiologen José Abellán klingt dieser belastungsabhängige Brustschmerz innerhalb weniger Minuten in Ruhe ab.

Demgegenüber steht die instabile Angina pectoris, die einen akuten medizinischen Notfall darstellt. Hierbei treten die Schmerzen auch im Ruhezustand auf. Da die Symptome weder auf Ruhe noch auf die Gabe von Medikamenten ansprechen, muss umgehend ein Notruf abgesetzt werden. Ein Myokardinfarkt äußert sich typischerweise als intensiver Schmerz in Ruhe.

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Atypische Symptome und lebensbedrohliche Warnzeichen

Die Anzeichen eines Herznotfalls sind nicht immer eindeutig. Insbesondere bei Frauen, älteren Menschen sowie Diabetikern manifestiert sich die Symptomatik häufig atypisch. Anstelle klassischer Brustschmerzen können Beschwerden wie Luftnot, Schmerzen im Rücken oder im Kiefer, ausgeprägte Fatigue sowie Übelkeit im Vordergrund stehen.

Tritt ein neuer Brustschmerz oder Druck auf, der von Atemnot, kaltem Schweiß, Übelkeit oder Ausstrahlungen in Arm, Kiefer oder Rücken begleitet wird, ist unverzüglich professionelle Notfallhilfe anzufordern. Betroffene dürfen in dieser Situation keinesfalls selbst mit dem Auto fahren.

Treten neben anhaltenden Schmerzen schwere Begleitsymptome wie Blässe, schocksymptome, Erbrechen, Krämpfe oder Bewusstlosigkeit auf, ist die betroffene Person ruhig und in einer halbsitzenden Position zu lagern, während parallel der Notarzt verständigt und Notfallmedikamente wie Nitroglycerin oder Suxiao Jiuxin Wan verabreicht werden.

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