Anthropic, IPO

Anthropic IPO: KI-Gigant mit 965 Milliarden Euro Bewertung

05.07.2026 - 08:55:58 | boerse-global.de

KI-Firma Anthropic beantragt Börsengang bei 965 Milliarden Euro Bewertung und plant Expansion in Medikamentenforschung sowie Chip-Entwicklung.

Anthropic reicht IPO-Antrag ein: Milliarden-Bewertung und KI-Expansion
Anthropic - Glühendes abstraktes neuronales Netzwerk über Finanzcharts und Daten, symbolisiert Anthropics Börsengang und KI-Wachstum. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das KI-Unternehmen Anthropic hat vertraulich einen Börsenantrag gestellt und steht damit vor einem der spektakulärsten Tech-Debüts der letzten Jahre. Der Schritt erfolgt nach einer Phase rasanten Wachstums und milliardenschwerer Investitionen.

Die am 1. Juni 2026 eingereichten Unterlagen kommen nur Tage nach einer Series-H-Finanzierungsrunde am 28. Mai, die rund 65 Milliarden Euro privates Kapital einsammelte. Damit steigt die Bewertung auf 965 Milliarden Euro – die Schwelle zur Billion ist zum Greifen nah. Zu den größten Geldgebern zählen Hyperscale-Cloud-Anbieter, allen voran Amazon mit einem Beitrag von rund fünf Milliarden Euro.

Finanzkennzahlen und IPO-Strategie

Anthropic meldet einen annualisierten Umsatz von über 47 Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie der Branchennachbar SpaceX im Jahr 2025 erzielte. Analysten rechnen mit einem Börsengang im Frühherbst 2026, falls das Unternehmen einen ähnlichen Zeitplan wie andere große Tech-IPOs verfolgt.

Zur Vorbereitung hat Anthropic die renommierte Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer mandatiert. Nur fünf bis zehn Prozent der Aktien sollen voraussichtlich platziert werden. Der Zeitpunkt ist brisant: Am 2. August 2026 läuft eine entscheidende Transparenzfrist des EU AI Acts ab – ein regulatorischer Meilenstein, den Anthropic noch vor dem Börsengang meistern muss.

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Expansion in Medikamentenforschung und Chip-Entwicklung

Doch Anthropic ruht sich nicht auf seinen KI-Modellen aus. Das Unternehmen diversifiziert massiv: Mit „Claude Science“ wurde eine spezialisierte Plattform für wissenschaftliche Forschung vorgestellt. Parallel startet Anthropic eigene Programme zur Wirkstoffentwicklung – mit Fokus auf vernachlässigte Krankheiten.

Dafür stellt das Unternehmen Biologen ein und baut physische Labore auf. Die Initiative leitet Eric Kauderer-Abrams, Head of Life Sciences. Branchenexperten, unter anderem von Novartis, schätzen, dass KI die Entwicklungszeit neuer Medikamente von zwölf auf sieben bis acht Jahre verkürzen könnte – bei deutlich höheren Erfolgsquoten.

Eigene KI-Chips in Planung

Zusätzlich verhandelt Anthropic mit Samsung über die Entwicklung maßgeschneiderter KI-Chips. Im Fokus steht Samsungs SF2P-2-Nanometer-Fertigungsprozess. Das Projekt soll rund 500 Millionen Euro kosten. Bisher setzt Anthropic auf einen Mix aus Nvidia-GPUs, Google-TPUs und Amazons Trainium-Chips.

Rechtsstreit um Trainingsdaten

Das Wachstum hat jedoch Schattenseiten. Am 17. Juni 2026 reichten über 100 Autoren Klage ein: „Shakespeare et al. v. Anthropic“ vor einem Gericht in Nordkalifornien. Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, urheberrechtlich geschützte Bücher aus illegalen Quellen wie Library Genesis und dem Pirate Library Mirror zum Training seiner Claude-Modelle genutzt zu haben. Die Schadensersatzforderungen könnten 75 Millionen Euro übersteigen – mit bis zu 150.000 Euro pro Werk.

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„Project Panama“ unter Beschuss

Noch brisanter: Interne Dokumente deuten auf „Project Panama“ hin – eine Initiative zum massenhaften Scannen von Büchern. Berichten zufolge sollen Millionen physischer Titel angekauft und zerstörend digitalisiert werden. Während einige Gerichte die Vernichtung legal erworbener Kopien zu Trainingszwecken als Fair Use eingestuft haben, wächst der Widerstand von Verlegern und Denkmalschützern.

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