Anthropic, Milliarden-Deal

Anthropic: Milliarden-Deal mit Microsofts Maia-Chips geplant

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 08:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KI-Startup Anthropic verhandelt über Nutzung von Microsofts Eigenentwicklung Maia-200. Der Schritt könnte die Abhängigkeit von Nvidia reduzieren.

Anthropic prüft Microsofts Maia-Chips für Cloud-Infrastruktur
Hightech-Serverracks in einem KI-Rechenzentrum, die fortschrittliche kundenspezifische Silizium- und Cloud-Infrastruktur repräsentieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das KI-Startup Anthropic lotet eine Zusammenarbeit mit Microsofts eigener Chip-Technologie aus. Konkret geht es um die Anmietung von Serverkapazitäten mit den hauseigenen Maia-Prozessoren des Tech-Riesen. Der Schritt könnte die Partnerschaft der beiden Unternehmen weiter vertiefen.

Strategische Unabhängigkeit von Nvidia

Im Zentrum der Verhandlungen steht die Maia-200-Serie – Microsofts selbst entwickelte KI-Beschleuniger. Seit Januar 2026 laufen die Chips in der Azure-Cloud und versorgen Dienste wie Copilot. Ziel: die Abhängigkeit von Drittanbietern wie Nvidia reduzieren.

Für Anthropic wäre der Deal ein weiterer Baustein einer Multi-Vendor-Strategie. Das Startup setzt zwar weiterhin massiv auf Nvidia-Hardware, baut aber zunehmend auf spezialisierte Chips aus verschiedenen Quellen. Bereits heute nutzt Anthropic Prozessoren von Amazon, Google und einem britischen Spezialanbieter für seine Claude-Modellfamilie.

Milliarden-Engagement bei Azure

Die Gespräche sind Teil einer enger werdenden Bindung zwischen Anthropic und Microsoft. Der Konzern hat bereits bis zu fünf Milliarden Euro in das Startup investiert. Im Gegenzug verpflichtete sich Anthropic zu Cloud-Ausgaben von 30 Milliarden Euro bei Azure.

Seit November 2025 stockt Anthropic seine Azure-Nutzung kontinuierlich auf. Der Zugang zu den Maia-Chips wäre der nächste logische Schritt: Maßgeschneiderte Siliziumlösungen versprechen oft bessere Leistung oder niedrigere Kosten als Standard-Grafikprozessoren.

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Rekordinvestitionen in die Infrastruktur

Die Nachricht reiht sich ein in eine Serie gewaltiger Investitionen. Erst am Dienstag dieser Woche gab Anthropic eine strategische Partnerschaft mit AMD bekannt: Der Chiphersteller beteiligt sich mit bis zu fünf Milliarden Euro. Im Gegenzug wird Anthropic zwei Gigawatt Rechenleistung mit AMDs Instinct MI450-GPUs in Helios-Rack-Systemen aufbauen. Das erste Gigawatt soll in der ersten Jahreshälfte 2027 online gehen.

Doch damit nicht genug: Anthropic führt angeblich Gespräche mit Meta über Kapazitäten im Wert von zehn Milliarden Euro und mietet bereits Rechenleistung in SpaceX' Colossus-1-Anlage. Insgesamt hat das Unternehmen 330 Milliarden Euro bei den drei großen Cloud-Anbietern gebunden – eine Summe, die zeigt, wie ernst es dem Startup mit der Zukunft seiner KI-Modelle ist.

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Finanzielle Schubkraft für den Börsengang

Die Investitionen ruhen auf einem soliden Fundament: Im dritten Quartal 2026 erzielte Anthropic einen Umsatz von rund elf Milliarden Euro bei einem Nettogewinn von 560 Millionen Euro. Die annualisierte Umsatzrate dürfte im Geschäftsjahr 2026 die 30-Milliarden-Euro-Marke überschreiten.

Hintergrund: Anthropic bereitet sich auf einen Börsengang vor, der das Unternehmen mit über einer Billion Euro bewerten könnte. Die milliardenschweren Infrastruktur-Deals sind dabei nicht nur technologisch notwendig – sie signalisieren den Kapitalmärkten auch, dass Anthropic auf Wachstumskurs bleibt und sich strategisch breit aufstellt.

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