Anthropic-Modell, Exploit-Ketten

Anthropic-Modell: Fünf Exploit-Ketten umgehen Chrome-Sandbox und Android-Schutz

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 09:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anthropics internes Modell verknüpfte Schwachstellen zu fünf Angriffsketten; die betroffenen Hersteller behoben die gemeldeten Fehler.
Ein steriles, modernes Labor mit Serverracks und kühler blauer Beleuchtung in einer kontrollierten Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Das Sicherheitsforschungsteam von Anthropic hat mithilfe eines unveröffentlichten, internen Modells für künstliche Intelligenz mehrere Sicherheitslücken aufgedeckt und zu fünf funktionierenden Exploit-Ketten verknüpft. Die Angriffe richteten sich gegen die Webbrowser Chrome und Safari sowie die Betriebssysteme Android, Windows und Linux.

Wie das Unternehmen am 27. Oktober 2026 mitteilte, fanden alle Versuche in kontrollierten Laborumgebungen statt. Reale Angriffe außerhalb dieser Testumgebungen seien nicht beobachtet worden, und sämtliche Schwachstellen wurden vorab an die betroffenen Hersteller gemeldet sowie von diesen behoben.

Die Benachrichtigung der Entwickler erfolgte im Rahmen eines Prozesses der koordinierten Offenlegung. Dabei galt eine Frist von 90 Tagen zur Bereitstellung von Sicherheitsupdates, gefolgt von weiteren 45 Tagen bis zur Veröffentlichung technischer Details.

Angaben zum konkreten Modellnamen, einer möglichen künftigen Verfügbarkeit oder dem genauen Umfang menschlicher Unterstützung machte Anthropic nicht. Das Unternehmen gab lediglich an, dass für die Ausführung nur initiale Eingabeaufforderungen erforderlich gewesen seien.

Wie hoch der zeitliche oder rechnerische Aufwand für die einzelnen Angriffsketten war, wurde nicht mitgeteilt. Eine unabhängige Validierung der Ergebnisse liegt bisher nicht vor.

Erfolgreiche Ausbrüche in Chrome und Safari

Besonders weitreichende Ergebnisse erzielte das Testmodell im Webbrowser Google Chrome. Dort verknüpfte das System vier separate Schwachstellen: eine Speicherkorruption in der V8-Engine, einen Ausbruch aus der V8-Sandbox, eine Race-Condition im Zwischenspeicher sowie einen Use-after-free-Fehler im FedCM-Modul.

Dieser Proof-of-Concept ermöglichte die Ausführung von Schadcode außerhalb der Sandbox und öffnete auf einem Standard-macOS-System wenige Sekunden nach dem Aufruf einer manipulierten Webseite das Rechnerprogramm.

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Google behob die Probleme am 20. Oktober 2026 mit der Veröffentlichung von Chrome 156. Insgesamt übermittelte das Forschungsteam 62 als kritisch oder hoch eingestufte Schwachstellen an Google, darunter 13 Sandbox-Ausbrüche und 21 Fehler in der Rendering-Einheit.

Auch bei Apple führte der Einsatz des Modells zu Ergebnissen. Der Konzern bestätigte den Eingang der Meldung zum Safari-Browser am selben Tag, rollte umgehend ein Update aus und führte Anthropic in den Danksagungen der Sicherheitshinweise auf.

Schwachstellen in Android und dem Linux-Kernel

Neben Desktop-Browsern analysierte das Modell auch mobile und serverbasierte Betriebssysteme. Unter Googles Mobilbetriebssystem Android gelang dem System ein unbefugter Datenzugriff auf einem gesperrten Google Pixel 9 über eine USB-Verbindung. Dabei konnten unter anderem Fotos und persönliche Daten ausgelesen werden.

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Für diesen Angriff waren physischer Zugriff sowie die Umgehung der Kopplungsmechanismen notwendig. Nach Angaben von Anthropic schloss Google diese Schwachstelle, nannte dabei jedoch weder eine spezifische Versionsnummer noch einen öffentlichen Datenbankeintrag.

Im Linux-Betriebssystem legte das Modell einen schwerwiegenden Fehler im Netzwerk-Stack offen. Die als CVE-2026-98432 registrierte Sicherheitslücke mit dem CVSS-Wert 9,8 betrifft eine Race-Condition und einen Use-after-free-Zustand im Multipath-TCP-Stack. Sie ermöglichte vollständigen Root-Zugriff über das Netzwerk ohne vorherige Anmeldung.

Der erstellte Demonstrationsangriff benötigte 48 Minuten, um die Kernel-Adresse offenzulegen, und weitere fünf Minuten bis zur Bereitstellung einer Root-Kommandozeile, was einer Gesamtdauer von 53 Minuten entsprach.

Die zentrale Linux-Entwicklung veröffentlichte am 15. Oktober 2026 einen Upstream-Patch, während die Bereitstellung von Updates über einzelne Linux-Distributionen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgte.

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