Anthropic, Microsofts

Anthropic nutzt Microsofts Maia-Chips: Milliarden-Deal vertieft Partnerschaft

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 16:35 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Anthropic verhandelt über Nutzung von Microsofts Maia-Prozessoren. Die Partnerschaft der Tech-Riesen wird durch milliardenschwere Deals weiter vertieft.

Anthropic mietet Microsofts Maia-Chips für KI-Rechenleistung
Nahaufnahme eines KI-Chips mit komplexen Schaltkreisen in einem Serverrack, sanft leuchtend, Symbol für fortschrittliche Technologie in einem Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der KI-Entwickler Anthropic will Serverkapazität mit Microsofts hauseigenen Maia-Prozessoren anmieten. Die Gespräche vertiefen die milliardenschwere Partnerschaft der beiden Tech-Riesen.

Anthropic sucht nach neuen Wegen, seine Rechenleistung massiv auszubauen und gleichzeitig die Abhängigkeit von einzelnen Hardware-Lieferanten zu verringern. Im Zentrum der Verhandlungen mit Microsoft steht der Maia 200-Chip, den der Konzern im Januar 2026 in seine Azure-Cloud integriert hat. Nach Angaben von Microsoft soll die Eigenentwicklung pro investiertem Dollar eine um mehr als 30 Prozent höhere Effizienz bei der Erzeugung von Tokens liefern als frühere Chip-Generationen.

Milliarden-Investitionen als Fundament

Die mögliche Chip-Miete ist nur das jüngste Kapitel einer engen finanziellen Verflechtung. Microsoft investierte bereits im November 2025 rund fünf Milliarden Euro in Anthropic. Im Gegenzug verpflichtete sich der KI-Entwickler zu Ausgaben in Höhe von 30 Milliarden Euro auf der Azure-Plattform. Insgesamt hat Anthropic bei den drei großen US-Cloud-Anbietern Rechenleistung im Wert von mindestens 330 Milliarden Euro gebucht – ein klares Signal für den gigantischen Bedarf an Trainings- und Betriebskapazitäten.

Anthropic auf Wachstumskurs

Der Infrastruktur-Ausbau fällt in eine Phase rasanten Wachstums. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Anthropic einen Umsatz von knapp elf Milliarden Euro und einen Nettogewinn von rund 560 Millionen Euro. Beobachter sehen das Unternehmen auf dem Weg zu einer Bewertung von 1,25 Billionen Euro bis Ende 2026 – Prognosemärkte taxieren die Wahrscheinlichkeit dafür als hoch.

Um dieses Tempo zu halten, setzt Anthropic auf eine Multi-Vendor-Strategie. Neben den möglichen Maia-Chips von Microsoft hat sich das Unternehmen offenbar Samsung Foundry als Partner für die Fertigung eigener 2nm-KI-Chips gesichert. Bereits in der Series-H-Finanzierungsrunde im Mai waren Samsung, SK hynix und Micron als strategische Infrastrukturpartner genannt worden.

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Microsofts heikler Balanceakt

Während beide Seiten über die Hardware-Lieferung verhandeln, arbeitet Microsoft gleichzeitig daran, die Abhängigkeit von externen KI-Modellen zu reduzieren. Erst Anfang der Woche wurde bekannt, dass der Konzern in Anwendungen wie Excel und Outlook zunehmend auf die eigene MAI-Modellreihe setzt und dabei Modelle von OpenAI und Anthropic ersetzt.

Der Schritt zielt auf niedrigere Kosten: Microsofts interne Modelle übertreffen bei bestimmten Programmier- und Reasoning-Aufgaben die externen Alternativen und benötigen dabei bis zu 60 Prozent weniger Tokens. Die KI-Führung des Konzerns hat angekündigt, die Ausgaben für Drittanbieter-Modelle für diese internen Funktionen langfristig ganz einstellen zu wollen.

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Doch Anthropic sichert sich längst nicht nur bei den großen Cloud-Anbietern Rechenleistung ab. Im Mai 2026 unterschrieb das Unternehmen einen Siebenjahresvertrag über 1,8 Milliarden Euro mit dem Netzwerkdienstleister Akamai – der größte Deal in dessen Firmengeschichte.

Hinzu kommt der Zugang zum SpaceX-xAI-Rechenzentrum Colossus 1, das rund 220.000 Nvidia-GPUs beherbergt. Branchenkreisen zufolge könnten die monatlichen Zahlungen für diese Kapazitäten bis Anfang 2029 auf 1,25 Milliarden Euro steigen. Parallel dazu laufen die bestehenden Hardware- und Cloud-Vereinbarungen mit Amazon Web Services und Google weiter.

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