Anthropic, OpenAI

Anthropic überholt OpenAI: 965 Milliarden Euro nach Megafunding

31.05.2026 - 06:41:37 | boerse-global.de

Anthropic sichert sich 65 Milliarden Euro und steigt zur wertvollsten KI-Firma auf. Das Unternehmen überflügelt OpenAI und treibt mit Claude Code das Wachstum an.

Anthropic überholt OpenAI: 965 Milliarden Euro nach Megafunding - Foto: über boerse-global.de
Anthropic überholt OpenAI: 965 Milliarden Euro nach Megafunding - Foto: über boerse-global.de

Anthropic hat sich in einer Rekordfinanzierungsrunde 65 Milliarden Euro gesichert und wird nun mit 965 Milliarden Euro bewertet. Damit zieht das Unternehmen an seinem Rivalen OpenAI vorbei, der zuletzt mit 852 Milliarden Euro bewertet wurde.

Die Finanzierungsrunde (Series H) wurde Ende Mai abgeschlossen und markiert eine Zeitenwende in der KI-Branche. Anthropics Wert hat sich seit Februar 2026 fast verdreifacht – damals lag die Bewertung noch bei 380 Milliarden Euro.

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Schwergewichte der Finanzwelt steigen ein

Angeführt wurde die Runde von den Investoren Altimeter Capital, Greenoaks, Dragoneer und Sequoia Capital. Weitere Hauptbeteiligte sind Capital Group, Coatue, GIC, ICONIQ und XN – jeder dieser Investoren steuerte eigenen Angaben zufolge mehr als zwei Milliarden Euro bei. Auch institutionelle Anleger wie Blackstone, Fidelity, Baillie Gifford und Temasek sind mit an Bord.

Ein besonders dicker Brocken kommt von den Hyperscale-Cloud-Anbietern: 15 Milliarden Euro fließen von ihnen, darunter fünf Milliarden von Amazon. Damit beläuft sich Amazons Gesamtengagement bei Anthropic auf umgerechnet bis zu 25 Milliarden Euro.

Chip-Riesen als strategische Partner

Erstmals beteiligen sich auch Hardware-Giganten als strategische Partner. Samsung Electronics und SK Hynix sind eingestiegen – ein Schritt, den Branchenkenner als klares Signal werten: Samsung könnte künftig Aufträge für die Fertigung spezialisierter KI-Chips erhalten. Auch Micron beteiligt sich als Infrastrukturpartner.

Um den enormen technischen Bedarf zu decken, arbeiten Apollo Global Management und Blackstone zudem an einem Kreditpaket von rund 36 Milliarden Euro, das durch KI-Infrastruktur besichert werden soll.

Claude Code treibt Umsatzexplosion

Anthropics finanzielle Entwicklung hat sich im vergangenen Jahr dramatisch beschleunigt. Die Umsatzrate erreichte im Mai 2026 umgerechnet 47 Milliarden Euro – nach 30 Milliarden Euro zu Jahresbeginn und zehn Milliarden Euro im gesamten Jahr 2025.

Haupttreiber dieses Wachstums ist Claude Code, ein Entwickler-Tool, das bei Softwareentwicklern enorm beliebt ist. Finanzvorstand Krishna Rao erklärte, das frische Kapital diene dazu, die explodierende Nachfrage zu bedienen und die Spitzenposition in der KI-Forschung zu sichern.

Gegründet wurde Anthropic 2021 von ehemaligen OpenAI-Forschern, die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Ausrichtung von KI-Systemen hatten. Schon im zweiten Quartal 2026 rechnet das Unternehmen erstmals mit einem operativen Gewinn.

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Neue Modelle und Expansionspläne

Parallel zur Finanzierungsankündigung brachte Anthropic Claude Opus 4.8 auf den Markt – mit einer neuen „Effort Control"-Funktion. Zudem kündigte das Unternehmen eine breitere Verfügbarkeit seiner Mythos-Modelle an, die für Cybersicherheitsanwendungen entwickelt wurden. Bisher hatten nur ausgewählte Regierungsbehörden und Konzerne Zugriff.

Trotz des Höhenflugs gibt es auch Herausforderungen: Im März 2026 stufte das Pentagon Anthropic als Lieferkettenrisiko ein – eine Einstufung, die das Unternehmen juristisch anficht. In einem anderen Rechtsstreit mit Musikverlagen konnte Anthropic dagegen einen Erfolg verbuchen.

Nach dieser rekordverdächtigen Finanzierungsrunde gilt ein Börsengang noch in diesem Jahr als so gut wie sicher.

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