Anti-Aging-Zentren, China

Anti-Aging-Zentren: China und Russland bauen Langlebigkeitsmedizin aus

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Einrichtungen in Guangdong und Rostow setzen auf Prävention, Altersdiagnostik und Risikomanagement, doch unabhängige Wirksamkeitsdaten fehlen bislang.

China und Russland eröffnen Zentren für gesunde Langlebigkeit
Ein minimalistisch gestalteter, heller klinischer Laborraum mit medizinischer Ausrüstung in einer ruhigen, sterilen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Idee, das Altern selbst medizinisch zu adressieren, gewinnt international an institutioneller Substanz. In Guangdong hat die Heyou International Hospital Group ein Longevity-Anti-Aging-Zentrum eröffnet, das ein jährliches Mitgliedschaftsmodell mit einem „vierstufigen" Service anbietet: Statusprüfung, Unfallvorbeugung, Funktionsregulation und Anti-Aging.

Zehn spezialisierte Programme sollen biologisches Altersscreening, Immunbalance, Gehirnleistung und metabolische Verjüngung umfassen. Das Zentrum stützt sich laut den Berichten auf große Bildgebungsgeräte sowie klinische Onkologie-, Immunologie- und Zelllabore und ist mit Longevity-Medizin-Ressourcen aus Japan, der Schweiz, den USA, Singapur sowie Hongkong und Macau vernetzt.

Als Chefexpertin fungiert Prof. Zhang Zeling, Gastprofessorin an der Universität Turin und ehemalige Vize-Vorsitzende des Asia-Pacific Medical Committee der World Anti-Aging Medical Association. Sie betont, Anti-Aging betreffe den gesamten Lebenszyklus und nicht nur das mittlere und höhere Alter.

Zentrumsdirektor Dr. Zong Rui, zuvor stellvertretender Chefarzt für Neurochirurgie an einem Pekinger Drei-A-Krankenhaus, verweist darauf, dass traditionelle Medizin erst nach einer Diagnose behandle, während das neue Zentrum vorgelagertes Gesundheitsmanagement betreibe.

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Die Wirkung soll über Immunfunktion, Entzündungswerte, Stoffwechselindikatoren, Körperzusammensetzung und Bildgebungsdaten evaluiert werden. Klinikpräsident Liu Xiaofang kündigte einen Ausbau des Gesundheitsmanagements über den gesamten Lebenszyklus an.

Laut jüngster Statistik der Nationalen Gesundheitskommission Chinas liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der chinesischen Bevölkerung bei 78,6 Jahren.

Russland baut regionale Strukturen aus

Auch in Russland entstehen vergleichbare Institutionen. In Rostow am Don wurde auf Basis des Klinisch-Diagnostischen Zentrums „Sdorowje" das erste Zentrum für Medizin der gesunden Langlebigkeit der Region eröffnet. Es soll aktive Langlebigkeit durch Prävention, Früherkennung und Risikomanagement fördern, mit umfassender Diagnostik des biologischen Alters und einem Korrekturprogramm.

Die Anmeldung erfolgt per Überweisung oder selbstständig mit einer OMS-Police. Gouverneur Juri Sljusar ordnete das Zentrum der Bewegung „Für Medizin der gesunden Langlebigkeit" zu, deren Start Vizepremierministerin Tatjana Golikowa im Vorjahr verkündet hatte. Als nächste Standorte sind Millerowo, Salsk und Taganrog vorgesehen.

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Ergänzend wurde in Rostow am Don ein interdisziplinärer Rat der Bewegung gegründet, dessen Plenarsitzung Vizegouverneurin Olesja Starschinskaja leitete. Operator der Bewegung ist der Fonds „Roskongress"; die Leiterin der Gesundheitsdirektion, Irina Pschonik, kündigte die Einführung von Ernährungs- und nahrungsergänzenden Protokollen an.

Die Region Rostow dient zudem als Ausbildungsstandort für den „Arzt für Medizin der gesunden Langlebigkeit" – die ersten vier Fachkräfte haben die Ausbildung abgeschlossen und arbeiten bereits im Zentrum in der ul. 19-ja Linija.

Ein globaler Trend mit unterschiedlichen Ansätzen

Die parallele Entstehung solcher Zentren in China und Russland deutet auf einen breiteren internationalen Trend hin, Alterung als aktiv steuerbaren Prozess zu behandeln, statt nur einzelne Alterskrankheiten zu therapieren.

Beide Modelle setzen auf präventive Diagnostik, individuelle Risikobewertung und institutionalisierte Betreuungsstrukturen – wenngleich mit unterschiedlichen Trägerformen: In China über ein privates Klinikgruppen-Mitgliedschaftsmodell, in Russland eingebettet in staatlich koordinierte Gesundheitspolitik mit Anbindung an die gesetzliche Krankenversicherung OMS.

Gemeinsam ist beiden Ansätzen der Anspruch, medizinische Expertise aus verschiedenen Fachrichtungen – von Bildgebung über Immunologie bis Neurochirurgie – unter einem präventiven Dach zu bündeln.

Ob sich solche Zentren als Ergänzung zur klassischen Alters- und Präventivmedizin etablieren oder eher als kommerzielle Nische bestehen bleiben, dürfte sich erst mit belastbaren Daten zu den angebotenen Diagnostik- und Interventionsprogrammen zeigen. Bislang liegen zu den konkreten Wirkungen der in Guangdong und Rostow am Don angebotenen Programme keine unabhängig überprüften Ergebnisse vor.

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