AOK Rems-Murr: Persönliche Beratung ohne Termin nur noch bis 13 Uhr
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 16:34 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie AOK im Bezirk Rems-Murr richtet ihren Kundenservice neu aus: Die Krankenkasse stellt ihre GeschĂ€ftsstellen auf verkĂŒrzte Ăffnungszeiten um und treibt parallel dazu die digitalen Beratungsangebote voran. FĂŒr die rund 186.000 Versicherten im Bezirk, in dem die Kasse sieben GeschĂ€ftsstellen betreibt, gelten verĂ€nderte Zugangsregeln fĂŒr den persönlichen Kontakt.
Ohne vorherige Anmeldung ist ein persönliches BeratungsgesprĂ€ch vor Ort nur noch montags bis 17 Uhr sowie an den ĂŒbrigen Wochentagen bis 13 Uhr möglich. An den Nachmittagen der restlichen Tage setzt die Kasse auf eine vorherige Terminvereinbarung. Diese Umstellung greift im Zuge der seit 2025 laufenden Neuausrichtung.
Flexiblere Arbeitsmodelle und neue Online-KanÀle
Gleichzeitig verlagert sich der Kundenkontakt zunehmend in digitale und telefonische KanÀle. Eine Telefonberatung wird von allen Standorten sowie aus dem Homeoffice gewÀhrleistet. Die internen Strukturen spiegeln diesen Wandel wider: Rund 40 Prozent der BeschÀftigten arbeiten mittlerweile im Homeoffice, wÀhrend der Frauenanteil in der Belegschaft bei 83 Prozent liegt.
Neben der telefonischen Erreichbarkeit existiert das Online-Beratungsangebot der AOK Rems-Murr seit einem halben Jahr. Zudem ist ab November die EinfĂŒhrung eines Videochats geplant, um Anliegen im direkten Austausch auch ohne Anreise in eine Filiale klĂ€ren zu können.
Finanzieller Druck im Gesundheitssystem
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Der Umbau der Serviceangebote fĂ€llt in eine Phase spĂŒrbarer finanzieller Belastungen im System der gesetzlichen Krankenversicherung. FĂŒr das Jahr 2027 wird ein Defizit der gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von 17 Milliarden Euro erwartet. Wie Alexander Schmid, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der AOK Baden-WĂŒrttemberg, darlegte, mĂŒsste die AOK Baden-WĂŒrttemberg in diesem Zusammenhang einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag an den Gesundheitsfonds abfĂŒhren.
Digitale Angebote im Kassenumfeld
Der verstĂ€rkte Fokus auf digitale Angebote verlĂ€uft im Kassenbereich jedoch nicht immer reibungslos. So scheitern viele Versicherte bei der Registrierung fĂŒr die elektronische Patientenakte in den jeweiligen Service-Apps der gesetzlichen Krankenkassen; bei dieser Anwendung besteht weiterhin deutlicher Aufholbedarf.
Gleichzeitig experimentieren Kassen mit weiteren digitalen Instrumenten zur Entlastung des Servicebetriebs. Die AOK Bayern startete beispielsweise einen KI-Pflegegradassistenten als Pilotprodukt von Nui Care sowie eine erweiterte Pflege-App mit integriertem KI-Chatbot, die fĂŒr Versicherte und Angehörige kostenlos bereitgestellt werden.
Wer sich mit der Einstufung durch die Kassen oder der digitalen UnterstĂŒtzung in der Pflege befasst, sollte gut auf die Begutachtung vorbereitet sein. Ein kostenloser Ratgeber deckt typische Stolperfallen auf und zeigt, worauf es beim MD-Termin wirklich ankommt. Kostenlosen Pflege-Ratgeber herunterladen
Der Assistent orientiert sich an der Begutachtungsrichtlinie des Medizinischen Dienstes, wobei die verbindliche Einstufung in einen der fĂŒnf Pflegegrade weiterhin durch die Pflegekasse erfolgt. Zu den App-Funktionen zĂ€hlen dort ein personalisierter Pflegeplan, ein digitaler Steckbrief sowie Ratgeber zu Demenz und pflegebedĂŒrftigen Kindern.
Neben den bayernweit 74 im Einsatz befindlichen Pflegeberatern, die im Jahr 2025 mehr als 47.000 Beratungen durchfĂŒhrten, verdeutlichen solche Anwendungen den zunehmenden Trend, Vor-Ort-Angebote durch automatisierte und ortsunabhĂ€ngige Hilfen zu ergĂ€nzen.
