Apotheken-Reform, Impfungen

Apotheken-Reform ab Juli: Impfungen und Blutabnahmen jetzt möglich

24.06.2026 - 19:03:16 | boerse-global.de

Ab Juli 2026 gelten neue Versorgungspauschalen fĂŒr chronisch Kranke, Apotheken erhalten mehr Befugnisse und Patienten mĂŒssen mit höheren Zuzahlungen rechnen.

Gesundheitsreform 2026: Neue Pauschalen und höhere Zuzahlungen
Apotheken-Reform - HĂ€nde eines Arztes, die medizinische Unterlagen in einem modernen Behandlungszimmer prĂŒfen, mit einem Stethoskop im Vordergrund. 24.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

HausĂ€rzte erhalten neue Abrechnungsmodelle, Apotheken mehr Kompetenzen – und Patienten mĂŒssen tiefer in die Tasche greifen.

Neue Versorgungspauschale fĂŒr chronisch Kranke

Zum 1. Juli 2026 fĂŒhrt die KassenĂ€rztliche Bundesvereinigung eine neue Versorgungspauschale (GOP 03100) ein. Sie gilt fĂŒr Patienten mit gesicherten Diagnosen wie Bluthochdruck, SchilddrĂŒsenerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen oder Gicht.

Voraussetzung: Der Patient wurde in den vergangenen vier Quartalen kontinuierlich betreut und hatte mindestens drei Arztkontakte pro Jahr – davon zwei persönlich. Die VergĂŒtung ist altersgestaffelt: 45,36 Euro fĂŒr 19- bis 54-JĂ€hrige, 51,34 Euro fĂŒr 55- bis 75-JĂ€hrige.

Die Pauschale ersetzt bisherige Einzelleistungen wie die GOP 03000 und 03220 bis 03222. Bei besonders intensivem Betreuungsbedarf gibt es einen Zuschlag (GOP 03110) – allerdings nur fĂŒr maximal acht Prozent der FĂ€lle. Branchenkenner rechnen mit einem Honoraranstieg von rund zehn Prozent.

Kritik kommt wegen der eingeschrĂ€nkten Krankheitsauswahl. Leiden wie Asthma, MigrĂ€ne oder Arthritis bleiben vorerst außen vor.

Apotheken dĂŒrfen kĂŒnftig mehr

Der Bundesrat billigte im Juni eine Apothekenreform, die die Rolle der Apotheker deutlich stĂ€rkt. Ab Juli dĂŒrfen sie sĂ€mtliche Totimpfstoffe verabreichen – bisher waren nur Grippe- und Corona-Impfungen erlaubt.

Neu sind auch PrĂ€ventionsleistungen zu Volkskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie zur Rauchentwöhnung. Nach entsprechender Schulung dĂŒrfen Apotheker kĂŒnftig Blut abnehmen.

Anzeige

Da die medizinische Versorgung zunehmend auf PrĂ€vention bei Volkskrankheiten setzt, rĂŒcken natĂŒrliche Methoden zur UnterstĂŒtzung der Gesundheit in den Fokus. Wie Sie Ihren Blutdruck ganz ohne Medikamente und deren Nebenwirkungen regulieren können, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. 8 natĂŒrliche Maßnahmen gegen Bluthochdruck jetzt entdecken

FĂŒr Patienten mit Dauermedikation gibt es eine Erleichterung: Bei regelmĂ€ĂŸiger Einnahme kann einmalig die kleinste PackungsgrĂ¶ĂŸe ohne Rezept gegen Selbstzahlung abgegeben werden. Besonders in lĂ€ndlichen Regionen sollen flexiblere Organisationsmodelle die Versorgung sichern.

Zuzahlungen steigen deutlich

Hintergrund der Reformen: Die gesetzliche Krankenversicherung steuert auf ein Defizit von 18,8 Milliarden Euro im Jahr 2027 zu. Am 22. Juni 2026 diskutierte der Gesundheitsausschuss Details des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes.

Die PlÀne sehen ab Januar 2027 eine Anhebung der Arzneimittel-Zuzahlungen um 50 Prozent vor. Statt bisher 5 bis 10 Euro zahlen Versicherte dann 7,50 bis 15 Euro pro Medikament. Gleichzeitig sinkt der Kassenanteil beim Zahnersatz: Ohne Bonusheft von 60 auf 50 Prozent.

Anzeige

Angesichts steigender Zuzahlungen fĂŒr Medikamente suchen viele Betroffene nach Wegen, ihre Gesundheit eigenstĂ€ndig und nachhaltig zu fördern. Dieser Gratis-Report zeigt Ihnen wissenschaftlich fundierte Übungen, die Ihren Blutdruck effektiv senken können – ganz ohne zusĂ€tzliche Kosten fĂŒr Pillen oder GerĂ€te. Kostenlosen Report mit 3 WunderĂŒbungen sichern

Die Schutzregel bleibt bestehen: Zuzahlungen sind auf maximal zwei Prozent des Bruttojahreseinkommens gedeckelt, bei chronisch Kranken auf ein Prozent. Krankenkassenvertreter wie der vdek verwiesen in der Anhörung auf massiv gestiegene Krankenhausausgaben seit 2020 – die Sparmaßnahmen seien nötig, um die Beitragszahler zu entlasten.

Internationale Trends zur hÀuslichen Versorgung

Parallel zu den europÀischen Reformen zeigen sich weltweit Tendenzen zur Dezentralisierung. In Ho-Chi-Minh-Stadt genehmigte man am 24. Juni 2026 ein Pilotprogramm, das medizinische Behandlungen direkt im hÀuslichen Umfeld ermöglicht. Das Modell setzt auf kontinuierliche Gesundheitsteams in Wohngebieten.

Ziel: Ă€ltere und chronisch kranke Menschen besser versorgen und gleichzeitig KrankenhĂ€user entlasten. Ab 1. Juli 2026 gelten zudem neue Regelungen fĂŒr die Kostenerstattung bei ambulanten Behandlungen außerhalb des registrierten Versorgungsnetzes. In bestimmten ProvinzkrankenhĂ€usern liegt die Erstattungsgrenze bei 50 Prozent – der Zugang zu spezialisierter ambulanter Medizin wird flexibler, wĂ€hrend die Eigenbeteiligung der Patienten moderat steigt.

de | wissenschaft | 69619754 |