Apple-Chips: US-Handelsminister lehnt chinesische Speicher ab
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 07:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einem direkten Austausch mit dem Technologiekonzern Apple hat US-Handelsminister Howard Lutnick die Ablehnung der Trump-Administration gegenüber dem geplanten Kauf chinesischer Speicherchips deutlich gemacht.
Wie Mitte August bekannt wurde, richtet sich der Vorbehalt gegen den Bezug von DRAM-Komponenten des Herstellers CXMT sowie NAND-Speichern von YMTC. Lutnick unterstrich dabei, dass die aktuelle US-Regierung ein solches Vorhaben nicht befürworte.
Sicherheitsbedenken und regulatorische Hürden
Die betroffenen chinesischen Unternehmen CXMT und YMTC werden vom Pentagon als chinesische Militärunternehmen eingestuft. Während YMTC bereits auf der sogenannten Entity List der Vereinigten Staaten geführt wird, was den Handel massiv einschränkt, fordern Mitglieder des US-Kongresses nun in einem überparteilichen Schreiben, auch CXMT auf diese Liste zu setzen.
Apple hatte im Vorfeld versucht, von der US-Regierung Zusicherungen zu erhalten, dass CXMT nicht mit Sanktionen belegt werde. Der Chief Operating Officer (COO) von Apple gab dazu an, dass die spezifischen Speicheranforderungen des Unternehmens nur geringfügige Anpassungen an den Bauteilen erfordern würden.
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Marktdruck durch massive Preissteigerungen
Hintergrund für Apples Bestreben, chinesische Lieferketten zu nutzen, ist eine anhaltende globale Knappheit bei Speichermedien. Marktdaten verdeutlichen den wirtschaftlichen Druck: Die Preise für DRAM-Speicher stiegen innerhalb eines einzigen Quartals um mehr als 50 % und haben sich seit dem vergangenen Herbst vervierfacht.
Der US-Wettbewerber Micron positionierte sich klar gegen die Pläne von Apple. Gleichzeitig kündigte Micron massive Investitionen in den Standort USA an, die ein Volumen von 250 Milliarden US-Dollar umfassen sollen.
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Spannungen innerhalb der US-Administration
Die Frage nach Handelsbeziehungen mit China sorgt auch innerhalb der US-Regierung für erhebliche Differenzen. Apple hielt in den letzten Tagen mehrere nicht angekündigte Treffen im Handelsministerium ab. Gemeinsam mit dem Handelsriesen Walmart betreibt der Konzern Lobbyarbeit, um Ausnahmen von Importzöllen zu erwirken, die Spitzenwerte von bis zu 145 % erreichen.
Interne Berichte deuten auf einen Streit zwischen Handelsminister Lutnick und einem Vertreter des US-Handelsbeauftragten (USTR) hin. Während das Handelsministerium im Dialog mit den Unternehmen steht, lehnt die USTR-Seite, vertreten durch einen Beamten namens Greer, Zollerleichterungen strikt ab und bewertet solche Zugeständnisse als strategische Kapitulation.
Auch der US-Senat reagiert auf die Bestrebungen der Großkonzerne. Senatoren entwerfen derzeit eine gesetzliche Maßnahme, die eine Informationspflicht gegenüber dem Kongress vorsieht, sobald Ausnahmeregelungen bei Zöllen einen Wert von 5 Milliarden US-Dollar überschreiten.
