Apple erhöht Preise um bis zu 32,5%: Mac Studio auf 5.299 Euro
26.06.2026 - 10:55:09 | boerse-global.de
Der iPhone-Konzern reagiert auf explodierende Chipkosten – und sorgt für einen Ausverkauf beim günstigsten Mac.
Apple hat am 25. Juni 2026 eine beispiellose Preiserhöhungswelle durch seine gesamte Hardware-Palette gezogen. Die Anpassungen betreffen MacBooks, iPads und Heimzubehör – und treffen Verbraucher in einer Größenordnung, die selbst Branchenkenner überrascht. Auslöser ist eine historische Verteuerung von Speicherchips, die Apple-Chef Tim Cook als „Jahrhundertflut" bei den Komponentenpreisen bezeichnet.
Doppelte Preissteigerung bei Kernprodukten
Die neuen Preise bedeuten für viele Geräte zweistellige prozentuale Aufschläge. Das MacBook Neo kostet nun 699 Euro (vorher 599 Euro), das MacBook Air mit 512 Gigabyte Speicher stieg von 1.099 auf 1.299 Euro. Besonders heftig fällt der Sprung bei den Profi-Geräten aus: Das MacBook Pro startet jetzt bei 1.999 statt 1.699 Euro, das Mac Studio mit M3-Ultra-Chip sogar bei 5.299 Euro – ein Plus von 32,5 Prozent.
Auch die Tablet-Reihe bleibt nicht verschont. Das iPad Air verteuerte sich von 599 auf 749 Euro, das iPad Pro von 999 auf 1.199 Euro. Der HomePod mini kostet nun 129 Euro, die Vision Pro stieg auf 3.699 Euro. Aktuelle Modelle von iPhone, Apple Watch und AirPods behalten vorerst ihre Preise – Analysten rechnen jedoch mit höheren Einstiegspreisen für die kommende iPhone-18-Pro-Generation und das erwartete Falt-iPhone im September.
Börse reagiert mit heftigem Kursrutsch
Die Ankündigung ließ Apples Aktie am 25. Juni um über sechs Prozent einbrechen. Mit rund 279,88 Dollar verzeichnete der Konzern den schlechtesten Börsentag seit April 2025. Der Grund: Die Speicherchip-Preise sind in den letzten drei Quartalen um das Vierfache gestiegen. Allein im ersten Quartal 2026 verteuerten sich DRAM-Bausteine um 98 Prozent, im zweiten Quartal kamen weitere bis zu 63 Prozent hinzu.
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Haupttreiber ist die enorme Nachfrage aus KI-Rechenzentren. Speicherhersteller wie Samsung und Micron priorisieren lukrative Enterprise-Deals vor Konsumentenaufträgen. Apple soll für die Speicherchips der kommenden Smartphone-Generation einem Bericht zufolge eine Preisverdopplung bei Samsung akzeptiert haben.
Mac Mini: Ausverkauf dank KI-Boom
Das günstigste Apple-Produkt ist plötzlich das gefragteste: Das M4 Mac Mini für 599 Euro ist auf der US-Website des Konzerns ausverkauft. Höhere Speicherkonfigurationen haben Lieferzeiten von über einem Monat. Grund ist die wachsende Nachfrage nach lokaler KI-Verarbeitung – angetrieben durch das Tool OpenClaw, das leistungsfähige Hardware für KI-Aufgaben vor Ort benötigt.
Dritthändler wie Amazon haben noch begrenzte Bestände der M4-Pro-Modelle, andere Ketten wie Best Buy melden bereits Ausverkauf. Auf dem Gebrauchtmarkt werden Einheiten teilweise 200 Euro über dem ursprünglichen Preis gehandelt.
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Branchenweite Krise – und ein CEO-Wechsel
Apple steht mit dem Problem nicht allein. Microsofts Xbox-Sparte kündigte Preiserhöhungen ab August an – die Basismodelle steigen von 399 auf 499 Euro. Die Speicherkosten hätten sich mehr als verdoppelt und könnten bis 2027 weiter steigen.
Profiteure der Krise sind die Chip-Hersteller selbst: Micron meldete eine Vervierfachung der Umsätze bei einer Gewinnmarge von 84,9 Prozent. Für die Konsumenten-Elektronik dürfte die Lage angespannt bleiben – einige Prognosen erwarten eine Schieflage am Speichermarkt bis 2028.
Mitten in dieser turbulenten Phase bereitet Apple einen Führungswechsel vor: John Ternus wird am 1. September das Amt des CEO von Tim Cook übernehmen.
