Apple-Klage: Britisches Gericht lässt Sammelklage für 40 Millionen Nutzer zu
24.06.2026 - 12:18:46 | boerse-global.de
Die Verbraucherschutzorganisation Which? wirft dem Konzern vor, seine Marktmacht missbraucht zu haben.
Konkret geht es um den hauseigenen Speicherdienst iCloud. Die Kläger behaupten, Apple habe Nutzer wettbewerbswidrig an iCloud gebunden und dadurch überhöhte Preise verlangt.
Vorwurf: Systematische Kundenbindung
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Die Klage wurde bereits im November 2024 eingereicht. Im Kern lautet der Vorwurf: Apple habe seine Kunden im iOS-Ökosystem „eingesperrt“. Ein Wechsel zu anderen Cloud-Anbietern sei technisch unnötig erschwert worden.
Alternative Anbieter seien durch technische Hürden benachteiligt worden. Die Organisation beziffert den Gesamtschaden auf rund 3 Milliarden Britische Pfund – umgerechnet etwa 3,5 Milliarden Euro.
Millionen Briten betroffen
Das Gericht hat die Klage als sogenanntes „Collective Proceedings Order“ zugelassen. Das bedeutet: Betroffene Verbraucher werden automatisch Teil des Verfahrens – es sei denn, sie widersprechen aktiv.
Anspruchsberechtigt sind britische Apple-Kunden, die zwischen dem 8. November 2018 und dem 8. Juni 2026 iCloud-Dienste genutzt haben. Schätzungen zufolge könnten bis zu 40 Millionen Menschen betroffen sein.
Bei einem Erfolg rechnen die Kläger mit einer durchschnittlichen Entschädigung von etwa 77 Pfund pro Person (rund 90 Euro). Wer nicht am Verfahren teilnehmen möchte, kann bis zum 8. Oktober 2026 formell widersprechen.
Apple wehrt sich
Der Konzern hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Apple betont, man biete verschiedene Optionen für die Datenspeicherung an und arbeite an einer nahtlosen Integration von Diensten.
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Apple kündigte bereits an, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen. Das Gericht setzte dem Unternehmen eine Frist bis zum 31. Juli 2026 für eine detaillierte Klageerwiderung.
Langer Rechtsweg erwartet
Die Hauptverhandlung vor dem Competition Appeal Tribunal dürfte frühestens im Oktober 2028 beginnen. Das Verfahren reiht sich in eine Serie kartellrechtlicher Auseinandersetzungen ein, mit denen Apple weltweit konfrontiert ist.
