Apple, OpenAI

Apple klagt gegen OpenAI: Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen

Veröffentlicht am: 11.07.2026 um 03:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple reicht Klage gegen OpenAI ein und wirft dem KI-Unternehmen vor, durch Ex-Mitarbeiter vertrauliche Technologiedaten entwendet zu haben.

Apple verklagt OpenAI: Systematischer Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen
Hightech-Gerichtssaal mit holografischen Rechtsdokumenten und Leiterplattenmustern, dezent mit abstrakten Firmenlogos. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der iPhone-Konzern wirft dem KI-Pionier eine koordinierte Kampagne zum Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vor. Im Zentrum stehen zwei ehemalige Apple-Manager, die nun für OpenAI arbeiten.

Apple hat am Donnerstag beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien Klage gegen OpenAI eingereicht. Der Vorwurf: systematischer Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen durch eine koordinierte Aktion. Neben dem KI-Unternehmen selbst sind die ehemaligen Apple-Mitarbeiter Tang Yew Tan und Chang Liu sowie die OpenAI-Tochter io Products als Beklagte genannt.

Die Klage wirft den Beschuldigten vor, vertrauliche Informationen über Produktdesigns, Fertigungsprozesse und Lieferkettenstrategien abgezweigt zu haben – mit dem Ziel, OpenAIs eigene Hardware-Entwicklung voranzutreiben.

Systematische Spionage oder cleveres Recruiting?

Der Fall dreht sich um das Verhalten hochrangiger Ex-Apple-Mitarbeiter. Tang Tan, bis Februar 2024 Apples Vizepräsident für Produktdesign, ist heute Chief Hardware Officer bei OpenAI. Apple wirft ihm vor, bei Vorstellungsgesprächen interne Codenamen verwendet und Kandidaten aufgefordert zu haben, physische Apple-Komponenten und technische Zeichnungen mitzubringen. Zudem soll er vor seinem Ausscheiden vertrauliche Lieferantendaten an private E-Mail-Konten weitergeleitet haben.

Parallel dazu zielt die Klage auf Chang Liu, einen ehemaligen leitenden Elektroingenieur, der acht Jahre bei Apple arbeitete. Er soll eine Sicherheitslücke in einem Authentifizierungssystem ausgenutzt haben, um über 1.000 Seiten vertraulicher technischer Dokumente herunterzuladen – und das, nachdem er seine Firmengeräte nicht zurückgegeben hatte.

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Apple beschreibt die Vorfälle als systematischen Versuch, jahrelange Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu umgehen. Der Konzern hatte OpenAI bereits im Februar dieses Jahres kontaktiert, um Bedenken zum Schutz geistigen Eigentums zu äußern – ohne Antwort, so die Klageschrift.

Hardware-Offensive mit geborgtem Know-how?

Die Klage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem OpenAI seinen Vorstoß in den Konsumentenmarkt beschleunigt. Branchenbeobachter schätzen, dass über 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter inzwischen für OpenAI arbeiten. 2025 hatte das Unternehmen zudem io Products für rund 6,5 Milliarden Euro übernommen – ein deutliches Signal für seine Hardware-Ambitionen.

Apple wirft OpenAI konkret vor, durch betrügerische Praktiken Zugang zu einer geschützten Metallveredelungstechnik erlangt zu haben. Die Klage fordert Schadenersatz und eine dauerhafte Unterlassungsverfügung, um OpenAI die Nutzung von Hardware zu untersagen, die auf Apples geistigem Eigentum basiert. OpenAIs Finanzvorstand hatte kürzlich angedeutet, dass das Unternehmen noch 2026 seine ersten Konsumenten-Hardwareprodukte auf den Markt bringen will.

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Zerrüttete Partnerschaft und mögliche Gegenklage

Die juristische Auseinandersetzung markiert das Ende einer einst vielversprechenden Zusammenarbeit. Zwei Jahre lang hatten Apple und OpenAI kooperiert – unter anderem durch die Integration von ChatGPT in Apple-Software. Insider berichten jedoch, dass die Partnerschaft bereits zuvor belastet war: OpenAI sei unzufrieden gewesen, weil die Integration nicht die erwarteten Abonnentenzahlen oder tiefgreifenden Systemzugriffe gebracht habe.

OpenAI wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück und erklärte, kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen zu haben. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen prüft OpenAI nun eigene rechtliche Schritte gegen Apple wegen angeblicher Vertragsverletzung im Rahmen der Partnerschaft.

Die Börse reagierte prompt: Apple-Aktien fielen um rund 1,2 Prozent auf 295,38 US-Dollar. Auffällig: Die Klage nennt zwar hochrangige Hardware-Manager, verzichtet aber auf die Nennung bestimmter prominenter Designer, die zuvor mit OpenAIs Hardware-Projekten in Verbindung gebracht wurden.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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