Apple-Patchday: 194 Sicherheitslücken in iOS, iPad und Mac geschlossen
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 17:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der iPhone-Konzern hat die wohl größte Sicherheitsaktion des Jahres gestartet. Am 27. Juli veröffentlichte Apple Updates für iOS, iPadOS und macOS, die insgesamt 194 Schwachstellen schließen. Betroffen sind kritische Lücken, die Angreifern komplette Kontrolle über die Geräte ermöglichen könnten.
Rekord-Patchday für iPhone, iPad und Mac
Die neuen Versionen iOS 26.6, iPadOS 26.6 und macOS Tahoe 26.6 stopfen Dutzende Sicherheitslöcher. Allein das Mac-Update behebt 155 dokumentierte Schwachstellen (CVEs). Bei iPhone und iPad sind es über 90. Das Ausmaß ist beispiellos für den Konzern aus Cupertino.
Besonders brisant: Mehrere der geschlossenen Lücken gelten als hochriskant. Dazu zählt ein Pufferüberlauf im AVEVideoEncoder (CVE-2026-64747), der die Ausführung von Schadcode im Kernelsystem erlaubt. Ebenso kritisch ist eine Speicherkorruption im Kernel (CVE-2026-28931), die über einen manipulierten NFS-Server ausgelöst werden kann.
Weitere gefährliche Schwachstellen betreffen die Rechteausweitung in MediaRemote (CVE-2026-43723) sowie sogenannte Sandbox-Escapes in Game Center (CVE-2026-64740) und der Programmbibliothek libc (CVE-2026-28973). Ein Sandbox-Escape ermöglicht Angreifern, die Sicherheitsbarrieren des Betriebssystems zu durchbrechen.
Die Updates umfassen auch watchOS 26.6, tvOS 26.6, visionOS 26.6 und die HomePod-Software. Für Nutzer älterer Systeme stellt Apple Legacy-Patches über macOS Sequoia 15.7.8 und Sonoma 14.8.8 bereit. Positiv: Bisher gibt es keine Hinweise auf aktive Angriffe, die diese Lücken ausnutzen.
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Google kämpft mit kritischen Android-Lücken
Auch der Suchmaschinenriese hat derzeit alle Hände voll zu tun. Am 23. Juni deckte Google eine kritische Schwachstelle im WebGL-Bestandteil von Chrome für Android auf. Der Fehler (CVE-2026-13032) trägt die Höchstbewertung 9,6 auf der CVSS-Skala. Angreifer können damit den Browser-Sandbox umgehen – ohne dass das Opfer überhaupt klicken muss.
Hinzu kommt eine weitere Schwachstelle in der Android WebView-Engine (CVE-2026-13037). Auch sie ermöglicht die Ausführung von Schadcode innerhalb der Sandbox. Google hat die Probleme in Chrome und Android System WebView Version 149.0.7827.197 behoben. Sicherheitsexperten raten Android-Nutzern dringend, beide Anwendungen über den Play Store zu aktualisieren.
Spionage-Software und KI als neue Gefahr
Die Dringlichkeit solcher Updates zeigt ein Fall aus dem März dieses Jahres. Sicherheitsforscher von Lookout, iVerify und Google entdeckten die Spionagesoftware „Darksword". Sie zielte gezielt auf iPhones mit iOS-Versionen zwischen 18.4 und 18.6.2 ab. Schätzungen zufolge könnten zwischen 220 und 270 Millionen Geräte betroffen sein. Verbreitet wurde die Malware über kompromittierte ukrainische Websites.
Die Geschwindigkeit, mit der Schwachstellen entdeckt werden, nimmt rasant zu. Erst im April 2026 demonstrierte die KI Claude Mythos Preview, wie sie eigenständig Zero-Day-Lücken aufspüren und ausnutzen kann – darunter einen 27 Jahre alten Fehler im Betriebssystem OpenBSD. Cybersicherheitsexperten warnen: Je besser KI-Werkzeuge werden, desto schneller müssen Unternehmen ihre Patch-Zyklen automatisieren.
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Präzedenzfall für Datenschutz-Tools
Ein juristischer Fall sorgt derweil für Aufsehen in der Branche. Am 20. Juli fand eine Anhörung vor einem Bundesgericht statt. Ein Nutzer des datenschutzorientierten Betriebssystems GrapheneOS hatte während einer Vernehmung Anfang 2025 einen sogenannten „Duress Code" verwendet – der sein Gerät komplett löschte. Die Entwickler betonen, dass die Software legal sei. Der Fall könnte jedoch wegweisend sein für den Einsatz moderner Datenschutzwerkzeuge auf Mobilgeräten.
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