Apple-Preise, Speicherkrise

Apple-Preise: Speicherkrise treibt MacBook und iPad deutlich teurer

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 11:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple verteuert Macs und iPads wegen explodierender Speicherchip-Preise. Händler locken mit Rabatten, während Apple höhere Trade-In-Werte bietet.

Apple erhöht Mac- und iPad-Preise: Speicherkosten treiben Anschaffungspreise in die Höhe
Ein schlankes MacBook Pro auf einem minimalistischen BĂĽroschreibtisch, das professionelle Finanzmarkttrends widerspiegelt. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Die Speicherknappheit zwingt Apple zu deutlichen Preiserhöhungen bei Mac und iPad – doch Rabattaktionen und höhere Trade-In-Werte sollen Kunden bei Laune halten.

Der weltweite Kampf um Speicherchips hat Folgen für Apple-Kunden: Im zweiten Quartal 2026 zog der Konzern die Preise für seine Mac- und iPad-Modelle kräftig an. Grund sind explodierende Kosten für Arbeitsspeicher, ausgelöst durch den KI-Boom. Branchenbeobachter sprechen bereits von „RAMageddon“ – und die Lage könnte sich weiter zuspitzen.

Speicherpreise explodieren: KI-Boom als Auslöser

Die Zahlen sind bemerkenswert: Die Preise für DRAM-Chips schossen im ersten Quartal 2026 um 98 Prozent nach oben, für das zweite Quartal werden weitere Steigerungen zwischen 58 und 63 Prozent erwartet. Haupttreiber ist die enorme Nachfrage nach KI-Anwendungen, die Speicherhersteller dazu veranlasst hat, über 70 Prozent ihrer Produktionskapazitäten auf High Bandwidth Memory (HBM) umzustellen – Chips, die speziell für KI-Rechenzentren entwickelt werden.

Die Folgen für Endverbraucher sind deutlich spürbar. Das MacBook Air kostet nun statt 1.099 Dollar umgerechnet rund 1.199 Euro, das MacBook Pro stieg von 1.699 auf 1.999 Dollar. Auch das iPad Air wurde teurer: Statt 599 Dollar werden nun 749 Dollar fällig. Die Preissteigerungen betreffen nicht nur Apple – auch Lenovo kündigte Anfang August Erhöhungen für Laptops und Tablets an.

Rabattschlacht im Handel: Händler locken mit Deals

Trotz der offiziellen Preiserhöhungen gibt es Hoffnung für Schnäppchenjäger: Drittanbieter reagieren mit kräftigen Rabatten, um die Nachfrage anzukurbeln. Amazons Angebot für das MacBook Air M5 lag im August teils deutlich unter der unverbindlichen Preisempfehlung. Das 13-Zoll-Modell mit 16 GB RAM und 512 GB SSD war zeitweise für 1.134 Dollar zu haben – 165 Dollar unter dem offiziellen Preis. Bei höherwertigen Konfigurationen waren sogar Ersparnisse von bis zu 190 Dollar drin.

Auch der Gebrauchtmarkt wird zum wichtigen Faktor. Das MacBook Neo, dessen Neupreis wegen der Speicherkrise auf 699 Dollar stieg, war Anfang August als refurbished Gerät für 599 Dollar erhältlich – inklusive ein Jahr Garantie und 14 Tagen Rückgaberecht.

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Doch der Preisschock hinterlässt Spuren: Ein britischer Apple-Händler sorgte Anfang August für Aufsehen, als er von Kunden Nachzahlungen von rund 3.000 Dollar für Bestellungen vor der Preiserhöhung verlangte – andernfalls drohte die Stornierung. Apple distanzierte sich von der Praxis und stellte klar, bereits verarbeitete Bestellungen nicht nachträglich zu verteuern.

Trade-In-Werte steigen: Anreiz zum Umstieg

Um Kunden trotz höherer Preise zum Upgrade zu bewegen, hat Apple sein Trade-In-Programm aufgewertet. Die Ankaufwerte für ältere Geräte stiegen je nach Modell um 2,4 bis über 28 Prozent. Besonders lukrativ: Für ein iPhone 16 Pro Max gibt es nun 720 Dollar statt bisher 695 Dollar. Beim MacBook Pro legte der Wert sogar von 690 auf 855 Dollar zu.

Die Anpassungen kommen pünktlich vor den erwarteten Hardware-Neuheiten im September. Auch bei Zubehör zeigt sich Bewegung: Die AirPods Pro 3 waren im August für 189,99 Dollar erhältlich – regulär kosten sie 249 Dollar.

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China: Markt im Wandel

Ein Blick nach China zeigt die angespannte Marktlage: Im ersten Quartal 2026 fielen die PC-Auslieferungen dort um zwei Prozent auf 8,9 Millionen Einheiten. Während Notebooks ein Minus von 19 Prozent verkraften mussten, legten Desktops um beachtliche 41 Prozent zu. Im Tablet-Markt, der insgesamt um fast 20 Prozent schrumpfte, behauptete Apple mit 29,9 Prozent Marktanteil die Spitzenposition.

Der Einkauf verlagert sich zunehmend ins Netz. Im Mai 2026 waren Online-Rabatte von bis zu 1.000 Yuan beim iPhone 17 Pro keine Seltenheit – ein deutlicher Preisunterschied zu den stationären Geschäften. Marktforscher erwarten für das Gesamtjahr 2026 PC-Auslieferungen von rund 36 Millionen Einheiten in China, ein Rückgang von 14 Prozent. Die Speicherkrise und veränderte Konsumgewohnheiten hinterlassen ihre Spuren – und die Frage, wie lange die Preisspirale noch anhält, bleibt offen.

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