Apple-Preisschock: DRAM-Verdopplung zwingt zu Erhöhungen ab Juni
27.06.2026 - 00:03:28 | boerse-global.de
Der Speicherchip-Boom zwingt Apple zu massiven Preiserhöhungen. Gleichzeitig stellt der Konzern seine Chip-Strategie radikal um – und überspringt geplante Prozessoren.
Apple hat am 25. und 26. Juni 2026 die Preise für fast seine gesamte Hardware-Palette angehoben. Der Grund: ein beispielloser Anstieg der Speicherchip-Kosten. Weltweit sind die Preise für DRAM-Bausteine im ersten Quartal 2026 förmlich explodiert – sie haben sich nahezu verdoppelt. Und das Ende ist nicht in Sicht: Analysten erwarten für das zweite Quartal einen weiteren Anstieg um 58 bis 63 Prozent.
Betroffen sind nahezu alle Produktkategorien. Das Einstiegsmodell des MacBook Neo kostet nun 699 Euro statt bisher 599 Euro. Beim 14-Zoll MacBook Pro liegen die Aufschläge je nach Konfiguration zwischen 300 und 400 Euro – der Einstiegspreis steigt auf 1.999 Euro. Auch die iPad-Reihe wird teurer: Das iPad Air kostet jetzt 749 Euro, das iPad Pro startet bei 1.199 Euro. Selbst die Nischenprodukte bleiben nicht verschont: Der HomePod, die Apple TV 4K und die Vision Pro (nun 3.699 Euro) wurden ebenfalls angepasst. Aktuelle iPhone- und Apple-Watch-Modelle sind von der Preiserhöhung bislang ausgenommen.
„Die Kosten sind nicht mehr tragbar“
Apple-Chef Tim Cook bezeichnete die Preisanpassungen als unvermeidbar. Die RAM-Preise hätten ein nicht mehr tragbares Niveau erreicht. Als Haupttreiber nennt der Konzern die enorme Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren – ein globales Phänomen, das auch deutsche Unternehmen wie Infineon oder SAP indirekt betrifft.
Chip-Strategie: Der groĂźe Sprung nach vorn
Doch die Preiserhöhungen sind nur eine Seite der Medaille. Parallel dazu stellt Apple seine Chip-Entwicklung grundlegend um. Nach Informationen von Bloomberg überspringt der Konzern gleich mehrere geplante Prozessorgenerationen.
Konkret: Die Chips M6 Pro und M6 Max werden nicht erscheinen. Stattdessen konzentriert sich Apple auf einen Basis-Chip M6 mit dem Codenamen „Komodo“, der bereits Ende 2026 kommen könnte – mit einer 12-Kern-GPU und rund 200 GB/s Speicherbandbreite.
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Der Fokus liegt nun auf der M7-Generation (Codename „Delos“). Sie soll in der ersten Jahreshälfte 2027 auf den Markt kommen. Die Varianten M7 Pro und M7 Max folgen Ende 2027, eine Ultra-Version ist für 2028 geplant. Ziel dieser strategischen Beschleunigung: die Hardware gezielt für KI-Aufgaben zu rüsten.
Für den High-End-Desktop-Markt ist zudem ein M5 Ultra-Chip noch für Ende 2026 vorgesehen. Er soll bis zu 36 CPU-Kerne und 80 GPU-Kerne bieten und bis zu 768 GB Arbeitsspeicher unterstützen. Allerdings haben Lieferkettenprobleme den ursprünglich für Oktober 2026 geplanten Start des aktualisierten Mac Studio verzögert.
FĂĽhrungswechsel und faltbares iPhone
Die strategischen Neuausrichtungen fallen in eine Phase des Umbruchs an der Konzernspitze. Am 1. September 2026 ĂĽbernimmt John Ternus den Chefposten von Tim Cook.
Trotz der aktuellen Lieferprobleme treibt Apple neue Produktkategorien voran. Die Massenproduktion eines faltbaren iPhones – intern als „iPhone Ultra“ bezeichnet – soll Ende Juli 2026 bei Foxconn anlaufen. Das Gerät nutzt OLED-Panels von Samsung Display und spezielle Scharnierkomponenten. Der erwartete Verkaufspreis liegt bei rund 2.000 Euro, der Marktstart ist für September 2026 geplant.
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Kaufberatung: Was sich jetzt lohnt
Die Preiserhöhungen verschieben die Kalkulation für professionelle Anwender deutlich. Wer sparen möchte, kann zugreifen: Apple hat das MacBook Neo am 26. Juni in seinen zertifizierten Refurbished-Store aufgenommen – zum ursprünglichen Preis von 599 Euro.
Auch der Blick zu Drittanbietern lohnt sich. Bei Aktionen am 25. Juni boten einige Händler das M5 MacBook Air für 949 Euro an – ein deutlicher Rabatt gegenüber der neuen unverbindlichen Preisempfehlung.
Analysten raten: Wer nicht sofort auf neue Hardware angewiesen ist, sollte die M7-basierten Systeme ab 2027 abwarten. Die aktuellen Aufschläge make den Kauf neuer Geräte derzeit wenig attraktiv – zumal die nächste Chip-Generation einen deutlichen Leistungssprung verspricht.
