Apple-Preisschock: Mac und iPad bis 25% teurer seit Juni
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 18:08 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Grund ist eine beispiellose Knappheit bei Speicherchips, ausgelöst durch den KI-Boom. In Großbritannien sorgt zudem ein Skandal um Nachzahlungen für bereits bezahlte Bestellungen für Aufsehen.
Nachzahlungen für Vorbesteller: Ärger bei Apple-Händlern
Im Vereinigten Königreich gerät der autorisierte Apple-Reseller KRCS unter Druck. Kunden, die ihre Geräte vor der Preisrunde am 25. Juni bereits vollständig bezahlt hatten, sollen nun zur Kasse gebeten werden. Ein betroffener Kunde bestellte am 5. Juni ein M5 Max MacBook Pro mit 128 GB Arbeitsspeicher – und wurde nach der Preiserhöhung aufgefordert, fast 3.000 Euro nachzuzahlen. Andernfalls drohe die Stornierung der Bestellung, deren Lieferung für den 31. Juli vorgesehen war.
Apple selbst betont, dass die offiziellen Apple Stores solche Praktiken nicht anwenden. Der Vorfall zeigt jedoch, wie sehr die plötzlichen Kostensteigerungen die gesamte Lieferkette unter Spannung setzen.
DRAM-Preis explodiert: 98 Prozent Plus in nur einem Quartal
Die Ursache der Preisexplosion ist eine globale RAM-Krise. KI-Rechenzentren verschlingen enorme Mengen an Hochleistungsspeicher – und die Produktion kann kaum Schritt halten. Die Folge: Die Preise für DRAM-Chips schossen im ersten Quartal 2026 um 98 Prozent in die Höhe. Analysten erwarten weitere deutliche Anstiege im laufenden Halbjahr.
Während die Hardwarepreise durch den KI-Boom massiv steigen, wachsen auch die technologischen Anforderungen an die Unternehmenssicherheit. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche neuen rechtlichen Pflichten und Cyberrisiken Unternehmer jetzt kennen müssen. KI-Gesetze und Cyberrisiken: Gratis-Report jetzt lesen
Apple reagierte am 25. Juni mit Preiserhöhungen zwischen 17 und 25 Prozent auf breiter Front:
- 13-Zoll MacBook Air: von 1.099 auf 1.299 Euro
- MacBook Pro (Einstieg): von 1.699 auf 1.999 Euro
- Mac mini: von 599 auf 799 Euro
- iPad Air: von 599 auf 749 Euro
- iPad Pro: von 999 auf 1.199 Euro
Besonders heftig trifft es Käufer der Spitzenkonfigurationen. Ein MacBook Pro M5 Max mit 128 GB RAM und 8 TB Speicher kostet inzwischen über 10.000 Euro – ein Anstieg von fast 40 Prozent innerhalb weniger Monate.
Apple-CEO Tim Cook bezeichnete die Erhöhungen als unvermeidbar. Er verwies auf gestiegene Kosten bei Zulieferern wie Micron. Deren Vertreter wiederum argumentieren, dass große Kunden die Hersteller in schwächeren Marktphasen unter Druck gesetzt hätten – was nun zur aktuellen Knappheit beitrage.
Börse reagiert nervös: 275 Milliarden Dollar an einem Tag weg
Die Ankündigung schickte die Apple-Aktie am 25. Juni auf Talfahrt. Das Papier verlor 6,15 Prozent und schloss bei 275,15 Dollar. Der Börsenwert schrumpfte um rund 275 Milliarden Dollar – mehr als der gesamte Marktwert der Deutschen Bank.
Analysten wie Gene Munster und Dan Ives halten die Reaktion jedoch für übertrieben. Ives bekräftigte sein Kursziel von 400 Dollar.
PC-Markt leidet: Käufer halten ihre Geräte länger
Die gesamte Computerbranche spürt den Preisdruck. Laut Marktforschern von Omdia fielen die weltweiten PC-Auslieferungen im zweiten Quartal 2026 um 3,6 Prozent – bei gleichzeitigen Preissteigerungen von 20 bis 40 Prozent im Jahresvergleich.
Um teure Hardware-Investitionen optimal zu schützen, sollten Unternehmen auch ihre proaktive Abwehr gegen digitale Bedrohungen verstärken. Experten erklären in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihre IT-Infrastruktur ohne teure Mehrausgaben absichern. Kostenloses E-Book zur IT-Sicherheit herunterladen
Apple selbst konnte seine Auslieferungen zwar um 15,9 Prozent auf 7,3 Millionen Einheiten steigern. Doch Analysten erwarten, dass viele Verbraucher ihre Ersatzzyklen auf fünf bis sechs Jahre ausdehnen werden.
Apples Ausweg: Chinesische Chips und politisches Lobbying
Um die Krise zu entschärfen, verfolgt Apple mehrere Strategien. Bereits im vergangenen Jahr vermied der Konzern durch eine Vereinbarung mit der US-Regierung 100-prozentige Halbleiterzölle – im Gegenzug für massive Investitionen im Inland und den Einsatz von Intel-Chips in bestimmten Modellen.
Aktuell testet Apple offenbar DRAM-Chips von CXMT, dem viertgrößten Speicherhersteller der Welt mit Sitz in China. Das Problem: CXMT steht auf der US-Sanktionsliste. Apple lobbyiert nun in Washington für eine Ausnahmegenehmigung – stößt damit aber im Kongress auf erbitterten Widerstand.
Branchenweite Preisrunde: Auch Microsoft und Sony betroffen
Apple steht mit den Preiserhöhungen nicht allein da. Microsoft kündigte zum 1. August 2026 Preiserhöhungen für seine Xbox-Konsolen an. Die Series X (1 TB) steigt von 650 auf 800 Euro, die Series S (512 GB) von 400 auf 500 Euro. Begründung: Die Kosten für Speicher und Arbeitsspeicher hätten sich um das 2,5-Fache erhöht.
Auch die PlayStation 5 und die kommende Nintendo Switch 2 sind von Preissteigerungen betroffen. Marktforscher von IDC rechnen damit, dass die globale Speicherknappheit bis 2027 oder sogar Anfang 2028 anhalten wird – mit besonders harten Folgen für günstige Einsteigergeräte wie Smartphones und Laptops.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
