Apple-Preisschock: MacBook Pro und iPad bis zu 500 Dollar teurer
28.06.2026 - 04:04:32 | boerse-global.de
Apple hat am 25. Juni 2026 massive Preiserhöhungen für Mac, iPad und Wearables durchgesetzt. Grund ist eine beispiellose Verknappung von Speicherchips, ausgelöst durch den KI-Boom in Rechenzentren.
Die Anpassungen betreffen nahezu alle Hardware-Kategorien des Konzerns – mit Ausnahme von iPhone, Apple Watch und AirPods. In den USA stieg der Einstiegspreis für das 14-Zoll MacBook Pro von 1.699 auf 1.999 Dollar. Das 16-Zoll-Modell verteuerte sich um 500 Dollar auf 2.999 Dollar. Die teuerste Konfiguration des 16-Zoll MacBook Pro kostet nun stolze 9.999 Dollar.
iPad-Reihe ebenfalls betroffen
Auch die iPad-Familie bleibt nicht verschont. Das 11-Zoll iPad Pro kletterte von 999 auf 1.199 Dollar, das 13-Zoll-Modell auf 1.499 Dollar. Das iPad Air (11 Zoll) verteuerte sich um 150 Dollar auf 749 Dollar. Selbst das Einsteigermodell iPad stieg von 349 auf 449 Dollar, der MacBook Neo von 599 auf 699 Dollar.
Die Preissprünge sind kein rein amerikanisches Phänomen. In Indien etwa legte das 14-Zoll MacBook Pro mit M5-Pro-Chip um rund 20 Prozent zu. Das 13-Zoll iPad Air kostet dort inzwischen umgerechnet rund 1.200 Euro – ein Anstieg von etwa 41 Prozent. In China hob Apple die Preise für das Mac Studio um umgerechnet rund 450 Euro und für das MacBook Pro um rund 320 Euro an.
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KI-Rechenzentren treiben Speicherkosten in die Höhe
Apple begründet die außerplanmäßigen Preisanpassungen mit einem beispiellosen Anstieg der Komponentenkosten. Branchendaten zufolge haben sich die Speicherpreise seit dem vierten Quartal 2025 vervierfacht. Allein im ersten Quartal 2026 stiegen die Preise für DRAM-Bausteine um 98 Prozent, für das zweite Quartal werden weitere Zuwächse von bis zu 63 Prozent erwartet.
Die Ursache liegt im explosionsartigen Bedarf an KI-Servern. Große Speicherhersteller priorisieren die Produktion von High-Bandwidth Memory (HBM) für Rechenzentren – zulasten der Komponenten für Laptops und Tablets. Marktbeobachter sprechen bereits von einer chipgetriebenen Inflation.
Der scheidende Apple-CEO Tim Cook deutete an, dass die Engpässe noch mehrere Monate anhalten dürften. Die Preiserhöhung kommt kurz vor einem geplanten Führungswechsel: John Ternus soll am 1. September die Konzernführung übernehmen.
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Börse reagiert mit Kursrutsch
Die Ankündigung ließ die Apple-Aktie am 25. Juni um mehr als sechs Prozent auf rund 275 Dollar einbrechen. Der Wertverlust entspricht einer vernichteten Marktkapitalisierung von etwa 265 Milliarden Dollar. Während einige Analysten Apples Fähigkeit loben, die Margen zu verteidigen, zeigen sich andere besorgt über das Ausmaß der Erhöhungen.
Der Trend erfasst die gesamte Branche. Microsoft kündigte an, die Preise für Xbox-Konsolen ab August um 100 bis 150 Dollar anzuheben. Chinesische Hersteller wie OPPO, vivo und Xiaomi hatten bereits im März nachgezogen.
Marktforscher erwarten Nachfrageeinbruch
Die Marktforscher von IDC prognostizieren für 2026 einen zweistelligen Rückgang der weltweiten Auslieferungen von PCs und Smartphones. Die höheren Endkundenpreise dürften die Nachfrage spürbar dämpfen.
Bislang blieb das iPhone von den aktuellen Preisanpassungen verschont. Analysten von Bloomberg Intelligence und Counterpoint rechnen jedoch mit Aufschlägen von 100 bis 200 Dollar für die Pro-Modelle – vermutlich zeitgleich mit den neuen Produktvorstellungen im September.
