Apple, OpenAI

Apple verklagt OpenAI: 1.000 Seiten Geheimnisse gestohlen

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 23:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Apple wirft OpenAI und Ex-Mitarbeitern systematischen Geheimnisdiebstahl für KI-Hardware vor. Gericht soll Verfahren anordnen.

Apple verklagt OpenAI wegen Diebstahls von KI-Hardware-Geheimnissen
Verschattete Gestalt in Kapuzenpulli tippt auf Laptop in schwach beleuchtetem Serverraum, symbolisiert Datenleck und Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Vorwurf: Systematischer Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen für KI-Hardware.

Der Rechtsstreit, der vor einem Bundesgericht in Nordkalifornien verhandelt wird, könnte weitreichende Folgen für die aufstrebende Hardware-Sparte des ChatGPT-Entwicklers haben. Im Zentrum stehen die ehemaligen Apple-Angestellten Chang Liu und Tang Yew Tan.

Sicherheitslücke ausgenutzt

Die Klage wirft dem früheren Apple-Ingenieur Chang Liu vor, nach seinem Wechsel zu OpenAI im Januar 2026 eine Sicherheitslücke im internen Netzwerk ausgenutzt zu haben. Liu soll sich mit einem behaltenen Firmen-Laptop unbefugt Zugang zu vertraulichen Ordnern verschafft haben.

Die Bilanz: Mehr als 1.000 Seiten vertraulicher Daten soll der Ingenieur heruntergeladen haben. Darunter befanden sich angeblich Details zu unveröffentlichten Produkten und sensible Hardware-Dokumente.

Besonders brisant: Interne Kommunikation soll belegen, dass Liu sich per Textnachricht bei einem Freund darüber amüsierte, weiterhin auf Apples interne Server zugreifen zu können – obwohl er längst nicht mehr für den iPhone-Konzern arbeitete.

"Show and Tell" mit gestohlenen Prototypen

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Noch schwerer wiegen die Vorwürfe gegen Tang Yew Tan. Der ehemalige Apple-Vizepräsident ist heute Chief Hardware Officer bei OpenAI. Die Klage wirft ihm vor, systematisch vertrauliche Informationen abgeschöpft zu haben – unter anderem durch das Weiterleiten sensibler Lieferantendaten an private E-Mail-Konten.

Doch damit nicht genug: Tan soll Bewerber angewiesen haben, physische Apple-Komponenten, CAD-Dateien und sogar Prototypen zu ihren Vorstellungsgesprächen bei OpenAI mitzubringen. Diese als „Show and Tell" getarnten Treffen dienten laut Klage einzig dem Zweck, Apples geistiges Eigentum für OpenAIs Hardware-Entwicklung zu nutzen.

Hardware-Geschäft im Visier

Der Zeitpunkt der Klage ist kein Zufall. OpenAI baut sein Geschäft mit Consumer-Hardware massiv aus. Apples Argumentation: Mehr als 400 ehemalige Mitarbeiter seien in den vergangenen Jahren zu dem KI-Unternehmen gewechselt – und hätten dabei wertvolles Wissen mitgenommen.

Besonders ins Visier nimmt Apple die Übernahme von io Products im Mai 2025. Der Deal hatte damals rund 6,5 Milliarden Euro gekostet. Aus Apples Sicht ist die gesamte Hardware-Sparte von OpenAI durch die Verwendung gestohlener Technologien kompromittiert.

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Was Apple jetzt fordert

OpenAI hat die Vorwürfe bislang zurückgewiesen. Apple hingegen zeigt sich kämpferisch: Der Konzern verlangt ein Geschworenenverfahren und eine nicht näher bezifferte finanzielle Entschädigung. Darüber hinaus fordert Apple eine einstweilige Verfügung, um die weitere Nutzung der Geschäftsgeheimnisse zu unterbinden.

Sollte das Gericht Apples Anträgen stattgeben, müsste OpenAI sämtliche unrechtmäßig erlangten Materialien zurückgeben oder vernichten. Noch weitreichender: Der KI-Konzern müsste möglicherweise Produkte, die auf den gestohlenen Informationen basieren, komplett neu entwickeln.

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