Apple verklagt OpenAI: Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen durch 40 Mitarbeiter
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 00:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der iPhone-Konzern wirft dem KI-Unternehmen systematischen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vor – und schickt Anwälte zu ehemaligen Mitarbeitern.
Vorwürfe: Systematischer Geheimnisverrat
Apple hat rechtliche Schritte gegen rund 40 frühere Angestellte eingeleitet, die heute für OpenAI arbeiten. Die sogenannten „Preservation Letters" verpflichten die Empfänger, sämtliche Kommunikation – von E-Mails bis zu Chatverläufen – rund um ihren Wechsel zu OpenAI aufzubewahren.
Hintergrund ist eine Klage, die Apple am 10. Juli 2026 beim Bundesgericht in Nordkalifornien eingereicht hat. Darin wird OpenAI beschuldigt, in einer koordinierten Aktion Hardware-Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Im Fokus stehen zwei prominente Figuren: Tang Tan, OpenAIs Chef für Hardware-Entwicklung, und Chang Liu. Laut Klage soll Liu vor seinem Abgang sensible Dateien heruntergeladen haben. Tan wiederum soll Bewerber ermutigt haben, proprietäre Apple-Komponenten zu Vorstellungsgesprächen mitzubringen – als „Show-and-Tell" mit Prototypen.
Die Anklageschrift deutet an, dass mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter inzwischen bei OpenAI arbeiten. OpenAI bestreitet die Vorwürfe. Der Fall markiert eine neue Eskalationsstufe im Rivalitätskampf zwischen den Tech-Giganten – zumal OpenAI massiv in den Markt für Unterhaltungselektronik drängt.
OpenAIs Hardware-Offensive: Das „Sweet Pea"-Projekt
Parallel zum Rechtsstreit treibt OpenAI seine Hardware-Pläne voran. Intern läuft das Projekt unter dem Codenamen „Sweet Pea". Es handelt sich um einen handtellergroßen, bildschirmlosen KI-Lautsprecher – aufladbar, mit Kameras, Mikrofonen und diversen Sensoren bestückt. Das Gerät soll auf dem Sprachmodell GPT-Live-1 laufen und wird in Zusammenarbeit mit Designer-Legende Jony Ive entwickelt.
Der aktuelle Rechtsstreit zeigt drastisch, wie schnell wertvolle Betriebsgeheimnisse beim Personalwechsel in Gefahr geraten können. Schützen Sie Ihr Unternehmen mit rechtssicheren Mustervorlagen und vermeiden Sie die folgenschwersten Fehler bei Geheimhaltungsklauseln. Kostenlose NDA-Vorlagen jetzt herunterladen
OpenAI hat seine Hardware-Sparte jüngst durch die 6,5 Milliarden Euro schwere Übernahme von io Products massiv gestärkt. Eine Vorstellung des Geräts könnte bereits Ende 2026 erfolgen, der Marktstart ist jedoch frühestens für 2027 geplant. Dieser Zeitplan steht unter dem Vorbehalt des laufenden Rechtsstreits – mögliche einstweilige Verfügungen könnten die Entwicklung empfindlich bremsen.
Finanzielle Schieflage und IPO-Pläne
Der Konflikt mit Apple kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. OpenAI bereitet einen Börsengang vor – Insider sprechen von einer vertraulichen Einreichung. Der IPO könnte zwischen September und November 2026 oder Anfang 2027 über die Bühne gehen. Derzeit wird OpenAI mit rund 852 Milliarden Euro bewertet. Investmentbanken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley sind eingebunden.
Während Tech-Giganten um Patente und Hardware streiten, müssen alle Unternehmen die neuen regulatorischen Vorgaben für KI-Systeme in Europa erfüllen. Dieser Praxisleitfaden hilft Ihnen, die Pflichten und Risikoklassen des EU AI Act rechtzeitig und rechtssicher umzusetzen. Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung kostenlos sichern
Doch die Zahlen sind ernüchternd. Zwar setzt OpenAI monatlich rund zwei Milliarden Euro um, doch die Verluste sind gewaltig: Im jüngsten Geschäftsjahr stand ein Minus von 14 Milliarden Euro in den Büchern. Für 2025 kursieren sogar Verlustzahlen von bis zu 38,5 Milliarden Euro. Analysten rechnen nicht vor 2030 mit schwarzen Zahlen. Ein erfolgreicher Hardware-Launch und ein reibungsloser Börsengang sind für OpenAI daher überlebenswichtig.
Markt im Abschwung: Schlechte Zeiten für Smart Speaker
Die Ankündigung von OpenAIs Hardware-Plänen hat bereits erste Wellen geschlagen. Die Aktie des Lautsprecher-Herstellers Sonos verlor am 14. Juli 2026 um neun Prozent. Sonos verwaltet 53 Millionen vernetzte Geräte und erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 282 Millionen Euro.
Doch OpenAI betritt einen Markt in der Krise. Die globalen Auslieferungen von Smart Speakern sind drastisch eingebrochen: 2023 um 16,3 Prozent, 2024 um 11,8 Prozent, 2025 um 6,7 Prozent. Für 2026 prognostizieren Marktforscher einen weiteren Rückgang um 9,6 Prozent. OpenAI muss sich also nicht nur mit Apple vor Gericht messen, sondern auch gegen einen schrumpfenden Markt ankämpfen. Ob das „Sweet Pea"-Projekt diese doppelte Belastung stemmen kann, ist mehr als fraglich.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
