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Apple Watch: Schlafapnoe-Screening wertet 10 NĂ€chte in 30 Tagen aus

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 13:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Apples Uhr wertet nÀchtliche Bewegungen aus und weist auf mögliche Atemstörungen hin; die Funktion ersetzt keine Àrztliche Diagnose.
Ein ruhiges, lichtdurchflutetes Schlafzimmer am frĂŒhen Morgen mit einem ordentlich gemachten Bett und schlichtem Interieur. Illustration mit AI erstellt.

Apple hat eine Screening-Funktion fĂŒr Schlafapnoe auf seiner Apple-Watch-Hardware freigeschaltet. Das System nutzt hochempfindliche Beschleunigungssensoren, um Atemstörungen wĂ€hrend der Schlafzyklen der TrĂ€ger zu erkennen. Mit dem Schritt baut der Technologiekonzern die gesundheitsbezogenen Funktionen seiner Smartwatches weiter aus.

Technische Umsetzung ĂŒber Bewegungssensoren

Im Gegensatz zu audiobasierten Anwendungen setzt die Erkennung von Apple nicht auf Tonaufnahmen von SchnarchgerĂ€uschen. Stattdessen registriert der Beschleunigungssensor minimale Vibrationen und Bewegungen am Handgelenk, die durch unregelmĂ€ĂŸige Atemmuster wĂ€hrend des Schlafs hervorgerufen werden.

Zur Auswertung zieht der Algorithmus von Apple einen Zyklus von 30 Tagen heran. Damit die Daten analysiert werden können, muss die Uhr in diesem Zeitraum in mindestens 10 NĂ€chten getragen werden, wobei diese nicht unmittelbar aufeinanderfolgen mĂŒssen.

Zeigen mehr als die HĂ€lfte der erfassten gĂŒltigen NĂ€chte erhöhte Werte bei Atemstörungen, erhalten Anwender eine entsprechende Mitteilung auf dem GerĂ€t. Zudem lĂ€sst sich direkt ein PDF-Bericht exportieren, der fĂŒr ein medizinisches BeratungsgesprĂ€ch genutzt werden kann. Apple gibt fĂŒr das Verfahren eine GesamtsensitivitĂ€t von 60,3 Prozent sowie eine SpezifitĂ€t von 98,5 Prozent an.

Regulatorische Freigaben und unterstĂŒtzte Hardware

Die Funktion steht auf GerĂ€ten ab der Apple Watch Series 9 sowie auf der Apple Watch Ultra 2 zur VerfĂŒgung. Auch neuere Modelle werden unterstĂŒtzt. Die Apple Watch SE 3, die fĂŒr 249 US-Dollar angeboten wird, bietet die Schlafapnoe-Benachrichtigungen ebenfalls, verzichtet im Vergleich zu höherpreisigen Modellen jedoch auf ein EKG und die Messung des Blutsauerstoffgehalts.

Regional schreiten auch die behördlichen Zulassungen voran: Am 14. Oktober 2026 erhielt die Schlafapnoe-Hinweisfunktion von Apple in Festlandchina die Zulassung als Medizinprodukt der Klasse II durch die NMPA. Nutzer in China erhalten die Funktion ĂŒber ein drahtloses Systemupdate (OTA).

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Abgrenzung zur klinischen Diagnose

Apple positioniert das Werkzeug ausdrĂŒcklich als Risiko-Screening und nicht als vollwertiges Diagnoseinstrument. Die Funktion richtet sich ausschließlich an Erwachsene ab 18 Jahren, bei denen bisher noch keine Schlafapnoe diagnostiziert wurde. Der Hersteller weist darauf hin, dass eine behördliche Freigabe keine Diagnose ersetzt und das Ausbleiben einer Benachrichtigung das Vorliegen einer Erkrankung nicht zwingend ausschließt.

Dass solche Hinweise dennoch klinische Folgen haben können, zeigt der Fall des 38-jÀhrigen US-Air-Force-Veteranen David Aladejobi. Er suchte nach Hinweisen seiner Apple Watch Ultra ein Schlaflabor auf, wo die Diagnose Schlafapnoe Àrztlich bestÀtigt und daraufhin eine Therapie mit einem CPAP-GerÀt verordnet wurde.

Hohe Dunkelziffer bei AtemstillstÀnden im Schlaf

Schlafbezogene Atemstörungen gelten international als weit verbreitetes Gesundheitsproblem. Laut einer Studie im Fachjournal The Lancet Respiratory Medicine sind weltweit ĂŒber 1 Milliarde Menschen von Schlafapnoe betroffen.

Allein in China belĂ€uft sich die Zahl der betroffenen Personen im Alter von 30 bis 69 Jahren auf 176 Millionen, womit das Land weltweit an erster Stelle steht. Mehr als 66 Millionen FĂ€lle weisen dort eine mittelschwere bis schwere AusprĂ€gung auf; ĂŒber 80 Prozent sind bislang undiagnostiziert.

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Auch in den Vereinigten Staaten sind nach Untersuchungen ĂŒber 20 Prozent der Erwachsenen betroffen, wobei der Großteil ĂŒber keine klinische Diagnose verfĂŒgt. MilitĂ€rveteranen leiden demnach mehr als doppelt so hĂ€ufig an obstruktiver Schlafapnoe wie die Zivilbevölkerung. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, drohen gesundheitliche FolgeschĂ€den wie ein erhöhtes Risiko fĂŒr Bluthochdruck, Herzerkrankungen und SchlaganfĂ€lle.

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