Apple Watch Series 12 und Ultra 4: iFixit sieht kaum Reparaturfortschritte
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 23:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Reparaturplattform iFixit hat am 6. Oktober 2026 die Apple Watch Series 12 sowie die Apple Watch Ultra 4 zerlegt und deren Innenleben analysiert. Die Untersuchung zeigt zwar neu angeordnete Komponenten und gestiegene Akkukapazitäten, bei der Reparierbarkeit verzeichnen beide Smartwatches jedoch kaum nennenswerte Fortschritte.
Mehr Energie und veränderte Steckverbindungen bei der Series 12
Bei der Apple Watch Series 12 vergab iFixit einen Reparierbarkeits-Score von 4 von 10 Punkten, was einer leichten Verbesserung um einen Punkt gegenüber der Series 11 entspricht. Die Akkukapazität liegt nun bei 1.461 Wh, was einem Zuwachs von 4,1 Prozent im Vergleich zu den 1.403 Wh des 46-Millimeter-Vorgängers entspricht.
Für den Akkutausch setzt Apple auf Stretch-Release-Klebestreifen mit Zuglasche, was die Entnahme der Zelle erleichtert. Zudem ersetzt ein neuer Press-Connector den zuvor genutzten ZIF-Stecker.
Gleichzeitig bringt der Aufbau neue Hürden mit sich: Ein Displaytausch erfordert laut dem Teardown nun zwingend auch den Wechsel des Akkus. Darüber hinaus sind die Fertigungstoleranzen rund um das Display noch enger bemessen als bei der Ultra 4, was das Bruchrisiko beim Öffnen erhöht.
Ultra 4 stagniert bei der Wartungsfreundlichkeit
Die Apple Watch Ultra 4 verharrt bei einer Wertung von 4 von 10 Punkten, was dem Niveau der Ultra 3 entspricht. Der verbaute Akku fasst 2.444 Wh und liegt damit um 5,7 Prozent über den 2.313 Wh des Vorgängermodells (2.313 Wh).
Zwar gibt es ein überarbeitetes Sensor-Layout mit mehr LEDs, die vier Schrauben an der Gehäuserückseite gewähren jedoch ausschließlich Zugriff auf diese Sensoreinheit. Ein Lösen dieser Schrauben beeinträchtigt zudem die Wasserdichtigkeit des Gehäuses.
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Um an die Batterie zu gelangen, muss weiterhin das Display erwärmt und abgenommen werden, wofür rund zehn Minuten Wärmezufuhr nötig sind. Aus Sicht von iFixit bietet die Ultra 4 damit keine bedeutende Reparaturverbesserung.
Gemeinsame Plattform und hohe Reparaturkosten
Beide Uhren nutzen das System-in-Package S11 mit einer CPU-Architektur auf Basis des A20 Pro. Zusammen mit überarbeiteten Gesundheitssensoren sorgt der chip für Leistungszuwächse, während das äußere und innere Design im Wesentlichen unverändert blieb. Das stark verklebte Display bleibt bei beiden Modellen das größte Reparaturhindernis.
Dies spiegelt sich auch in Apples offizieller Preisgestaltung wider: Bei der Series 12 GPS+Cellular kostet ein Akkutausch bei Apple 99 US-Dollar, während für sonstige Reparaturen 599 US-Dollar anfallen. Dem steht ein Neupreis von 399 US-Dollar für die Aluminium- und 699 US-Dollar für die Titan-Variante gegenüber.
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Die Ultra 4 startet ab 799 US-Dollar. Im direkten Vergleich dazu erzielte Googles Pixel Watch 5 bei iFixit eine Wertung von 9 von 10 Punkten, da ihr Bildschirm über zwei Torx-Schrauben und eine Dichtung befestigt ist und der Akku ohne Klebstoff auskommt.
Konflikte mit US-Gesetzen zum Recht auf Reparatur
Die Praxis des Herstellers stößt auch auf juristische Bedenken. Wie iFixit darlegt, verstößt Apple bei den Smartwatches gegen Gesetze zum Recht auf Reparatur in zehn US-Bundesstaaten, darunter Kalifornien, New York, Washington und Minnesota. Diese Bundesstaaten umfassen mehr als ein Drittel der US-Bevölkerung.
Apple verkauft weiterhin weder Ersatzteile noch offizielle Werkzeuge oder Anleitungen für die Smartwatches an Dritte und beruft sich dabei auf die Einhaltung eigener Vorgaben zur Selbstreparatur. Der Generalstaatsanwalt von Minnesota wurde bereits informiert. Eine Ausnahme für Medizingeräte greift hierbei nicht: Sowohl offizielle Apple-Dokumente als auch die US-Arzneimittelbehörde FDA stufen die Smartwatches nicht als medizinisches Gerät ein.
Mehr zum Thema bei 9to5Mac: „iFixit tears down Apple Watch Series 12 and Ultra 4, finds mixed repairability results“
