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Apple Watch: Studie zeigt doppelt so viele erkannte Herzrhythmusstörungen

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 16:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien belegen den Nutzen von Wearables für Herzrhythmus und Herzinsuffizienz; ärztliche Diagnosen ersetzen die Messgeräte jedoch nicht.

Smartwatches erkennen Herzrhythmusstörungen und zeigen Risiken frühzeitig an
Ein heller, moderner medizinischer Untersuchungsraum mit einem Diagnosetisch in einer sterilen, klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen bescheinigen Smartwatches eine beachtliche Leistungsfähigkeit bei der Erfassung von Herzrhythmusstörungen im Vergleich zu klinischen Standardmonitoren. Wie Fachberichte zeigen, liefern moderne Wearables belastbare Daten, die medizinisches Personal bei der Erkennung kardiologischer Auffälligkeiten unterstützen können.

Hohe Trefferquote im Vergleich zu EKG-Patches

In einer Untersuchung zur Apple Watch wurden 79 Prozent der während einer Tachykardie abgeleiteten Elektrokardiogramme als gut oder exzellent eingestuft. Das System identifizierte 73 Prozent der Fälle von Vorhofflimmern und 75 Prozent der supraventrikulären Tachykardien korrekt als hohe Herzfrequenz. Im Vergleich zu einem klassischen EKG-Patch zeichnete die Smartwatch doppelt so viele Arrhythmie-Ereignisse auf.

Scott Ceresnak von der Stanford University hob hervor, dass die Studie eine wichtige Lücke bei der pädiatrischen Rhythmuskontrolle schließe. Gleichzeitig unterstrich der Experte, dass derartige Messwerte stets im klinischen Kontext interpretiert werden müssten, da die Diagnosespezifität eine Herausforderung bleibe.

Frühwarnsystem für Herzinsuffizienz

Die Aussagekraft tragbarer Messgeräte bei Herzerkrankungen stützt zudem die in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlichte TRUE-HF-Studie aus Kanada. An der Erhebung nahmen 217 Patienten mit Herzinsuffizienz teil, die mit einer Apple Watch und einem iPhone überwacht wurden.

Die von der Smartwatch ermittelte Messung der Spitzen-Sauerstoffaufnahme pVO? stimmte mit einem Korrelationskoeffizienten von r=0,85 eng mit dem klinischen Goldstandard überein.

Die Ergebnisse verdeutlichen das prognostische Potenzial: Jeder Rückgang des pVO?-Werts um 10 Prozent war mit einem 3,62-fach höheren Risiko für die ungeplante Inanspruchnahme medizinischer Leistungen verknüpft, wozu ungeplante Klinikbesuche und Krankenhausaufnahmen zählten. Die kontinuierliche Erfassung kann damit als Frühwarnsystem dienen, um Verschlechterungen des Gesundheitszustands rechtzeitig zu erkennen.

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Mediziner sehen Wearables als Orientierungshilfe

Trotz der präzisen Sensortechnik mahnen Kardiologen zu einem besonnenen Umgang mit den Daten. Dr. Subhendu Mohanty von ShardaCare-Healthcity stuft Wearable-Daten als Frühwarnwerkzeug ein, das eine ärztliche Diagnose nicht ersetzen könne.

Einzelne abnormale Messwerte sollten Betroffene nicht überbewerten. Eine ärztliche Abklärung sei insbesondere dann angezeigt, wenn ein wiederholt erhöhter Ruhepuls gemeinsam mit Symptomen wie Schwindel, Atemnot, Müdigkeit oder Brustbeschwerden auftrete.

Zwar verfügen mehrere Smartwatch-Modelle mittlerweile über integrierte Ein-Kanal-EKGs, die Muster von Vorhofflimmern erkennen und intermittierende Palpitationen für den behandelnden Kardiologen dokumentieren können, dennoch stoßen die Geräte an Grenzen. Sie erfassen nicht jede Arrhythmieform.

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Mohanty wies darauf hin, dass längerfristige Trends über mehrere Wochen hinweg – etwa bei Ruhepuls, körperlicher Belastbarkeit und Rhythmus – eine weit höhere Aussagekraft besitzen als punktuelle Einzelmessungen.

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