Apps, Rezept

Apps auf Rezept: 44 Prozent würden damit lange Wartezeiten überbrücken

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Bitkom-Erhebung zeigt Informationslücken und Vorbehalte; 44 Prozent würden DiGA nutzen, um Wartezeiten zu überbrücken.
Ein minimalistisch gestalteter Behandlungsraum in einer Arztpraxis mit Tageslichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Rund 20 Prozent der Menschen in Deutschland haben bereits eine sogenannte App auf Rezept verschrieben bekommen. Dies geht aus einer repräsentativen Erhebung von Bitkom Research hervor. Eingelöst wurde die Verordnung für eine solche digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) allerdings bislang nur von 15 Prozent der Befragten.

Die Studienergebnisse verdeutlichen zugleich, dass die Bekanntheit dieser digitalen Angebote zwar wächst, jedoch weiterhin erhebliche Informationsdefizite und Vorbehalte in der Bevölkerung bestehen.

Insgesamt gaben 56 Prozent der Befragten an, Apps auf Rezept dem Namen nach zu kennen. Einen Bekanntheitsgrad ohne eine vorangegangene ärztliche Verordnung verzeichnen die Anwendungen bei 36 Prozent der Bürger. Für die Untersuchung befragte Bitkom Research im Erhebungszeitraum von Ende August bis Ende September 2026 telefonisch 1.132 Personen ab 16 Jahren in Deutschland.

Potenzial zur Überbrückung von Wartezeiten im Gesundheitssystem

Ein wesentlicher Treiber für das Interesse an digitalen Gesundheitsanwendungen liegt in den Engpässen des Versorgungssystems. Den Daten zufolge würden 44 Prozent der Befragten eine App nutzen, um lange Wartezeiten auf Arzt- oder Therapietermine zu überbrücken. Für 33 Prozent der Teilnehmer stellen entsprechende Anwendungen zudem eine generelle Erleichterung im alltäglichen Umgang mit gesundheitlichen Herausforderungen dar.

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Trotz dieser festgestellten Potenziale offenbart die Umfrage deutliche Lücken bei Aufklärung und Akzeptanz. Knapp die Hälfte der Befragten, konkret 49 Prozent, wünscht sich mehr fundierte Informationen zu Apps auf Rezept direkt durch behandelnde Ärzte sowie Psychotherapeuten. Fachkräfte im Gesundheitswesen bleiben damit die zentrale Schnittstelle für die Vermittlung digitaler Versorgungsangebote.

Vorbehalte und mangelndes Verständnis bremsen die Nutzung

Auf der anderen Seite existieren nach wie vor spürbare Hemmschwellen beim Einsatz von DiGA. So gaben 41 Prozent der Befragten an, nicht an einen persönlichen Nutzen durch die Nutzung einer solchen Anwendung zu glauben. Weitere 27 Prozent erklärten, den konkreten Nutzen von Apps auf Rezept grundsätzlich nicht zu verstehen.

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Die Erhebungsergebnisse verdeutlichen die Diskrepanz zwischen der wachsenden formalen Verfügbarkeit digitaler Therapiewerkzeuge und deren praktischer Annahme im Behandlungsalltag.

Zwar erreichen die Anwendungen zunehmend den Versorgungsalltag, die vollständige Ausschöpfung des digitalen Potenzials hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie verständlich der konkrete medizinische Mehrwert vermittelt wird und wie aktiv die Verordnenden den Prozess begleiten.

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