Arbeitsschutz, BAuA

Arbeitsschutz 2026: BAuA definiert psychische Belastungen neu

15.06.2026 - 01:01:04 | boerse-global.de

Jens Spahn plĂ€diert fĂŒr flexiblere Arbeitszeitmodelle. Unternehmen fordern mehr Spielraum, wĂ€hrend Gewerkschaften die PlĂ€ne ablehnen.

Arbeitszeitreform: Spahn fordert wöchentliche Höchstarbeitszeit
Arbeitsschutz - Eine Gruppe von Fachleuten arbeitet in einem modernen BĂŒro zusammen, was flexible Arbeitszeiten und mentale Gesundheit symbolisiert. 15.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Sein Ziel: Weg von der tÀglichen, hin zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit.

Der CDU-Politiker appelliert an den Koalitionspartner SPD, vereinbarte Vorhaben endlich umzusetzen. „Unternehmen brauchen mehr Spielraum, um im globalen Wettbewerb zu bestehen“, argumentiert Spahn. Unter dem Schlagwort „Aufschwung-Schwur“ fordert er: Wachstum muss Vorfahrt haben.

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Neben der Arbeitszeit bringt Spahn auch den Paragrafen 188 StGB ins Spiel. Er plĂ€diert dafĂŒr, die Schutzregeln fĂŒr Politiker zu ĂŒberprĂŒfen – sie werden in der Öffentlichkeit teils als Sonderrechte wahrgenommen. WĂ€hrend ArbeitgeberverbĂ€nde die PlĂ€ne begrĂŒĂŸen, lehnen Gewerkschaften sie ab.

Vier-Tage-Woche: Was bringt sie wirklich?

Einblicke in die Praxis liefert das britische SEO-Unternehmen Lumen. Schon 2023 fĂŒhrte die Firma eine Vier-Tage-Woche ein. 2026 entwickelte sie das Modell weiter: eine 32-Stunden-Woche mit vollstĂ€ndig flexibler Verteilung.

Kernarbeitszeiten gibt es nicht mehr. Nur drei Stunden pro Woche sind fĂŒr Pflichttermine reserviert. Nach einer dreimonatigen Testphase zieht CEO Aled Nelmes Bilanz: „Die Fluktuation ist auf null gesunken, die ProduktivitĂ€t gestiegen.“

Die BeschÀftigten behalten meist ihre gewohnten Routinen bei. Sie nutzen die FlexibilitÀt aber, wenn private oder berufliche Erfordernisse es verlangen. Das Modell basiert auf Selbstverantwortung und soll dauerhaft bleiben.

Psychische Belastungen: Neue Standards fĂŒr den Arbeitsschutz

Die Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aktualisiert ihr Handbuch zum 15. Juni 2026. Psychische Belastungen definiert sie auf Basis der Norm DIN EN ISO 10075-1. Die rechtliche Grundlage liefert die Novelle des Arbeitsschutzgesetzes von 2013 – sie bezieht psychische Belastungen explizit in die GefĂ€hrdungsbeurteilung ein.

Das Thema zieht sich durch mehrere Verordnungen: ArbeitsstĂ€ttenverordnung, Betriebssicherheitsverordnung. Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) nennt konkrete Ziele fĂŒr gesundheitsförderliche Arbeit:

  • Ausreichender Handlungsspielraum fĂŒr BeschĂ€ftigte
  • Angemessene Arbeitsmenge und klare Aufgabenverteilung
  • Einhaltung von Pausen und soziale UnterstĂŒtzung
  • Schutz vor Gewalt am Arbeitsplatz

Bereits ein BAuA-Forschungsprojekt von 2017 untersuchte die ZusammenhĂ€nge zwischen Arbeitsbedingungen und Gesundheitsrisiken. Es legte die Basis fĂŒr heutige Standards.

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Da psychische Belastungen nun explizit Teil der gesetzlichen GefĂ€hrdungsbeurteilung sind, mĂŒssen Verantwortliche prĂ€zise handeln. Kostenlose Vorlagen und Checklisten helfen Ihnen dabei, rechtssichere Beurteilungen zu erstellen, die vor Aufsichtsbehörden standhalten. Gratis-Report zur GefĂ€hrdungsbeurteilung herunterladen

„Vision ZERO“: Industrie setzt auf null UnfĂ€lle

Die Aurubis AG in Hamburg sucht eine Bereichsleitung fĂŒr Arbeitsschutz und Gesundheit. Ziel: die Strategie „Vision ZERO“ weiterentwickeln – also null UnfĂ€lle. Neben operativer Sicherheit stehen Governance-Strukturen und kontinuierliche Verbesserungsprozesse im Fokus.

Auch im Gesundheitswesen zeigt sich der Bedarf. Die Parkland-Klinik in Bad Wildungen setzt verstĂ€rkt auf Ergotherapie im Bereich Psychosomatik und Psychotherapie. Das Bezirksamt Neukölln koordiniert Beratungsleistungen zum Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz – das soll die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern.

Erkenntnisse aus der Hirnforschung liefern zusĂ€tzliche AnsĂ€tze. Experten raten zu Fokuszeiten, regelmĂ€ĂŸigen Pausen und Belohnungsmomenten. So bleibt die KonzentrationsfĂ€higkeit langfristig erhalten.

de | wissenschaft | 69541156 |