Arbeitsstress, KKH-Umfrage

Arbeitsstress: KKH-Umfrage zeigt mehr Belastung bei 54 Prozent der Befragten

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KKH-Daten zeigen mehr Stress und Erschöpfung; junge Beschäftigte priorisieren Freizeit, während Betriebe häufiger Befristungen planen.

Arbeitsstress nimmt zu: KI, Befristungen und Druck belasten Beschäftigte
Ein verlassenes, minimalistisches Büro in der Abenddämmerung mit langen Schatten und einer Atmosphäre der Stille. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Untersuchungen verdeutlichen eine zunehmende psychische Belastung in der modernen Arbeitswelt, wobei insbesondere die Generation Z und Millennials von steigendem Stress und der Sorge um berufliche Stabilität betroffen sind.

Verschiedene Berichte aus dem September 2026 zeigen auf, dass die Kombination aus technologischer Transformation, verdichteten Arbeitsabläufen und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen das Risiko für Erschöpfungszustände und Burnout signifikant erhöht.

Gesundheitliche Auswirkungen von Dauerstress

Eine Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) unter 1.000 Personen, deren Ergebnisse am 24. September 2026 vorlagen, verdeutlicht das Ausmaß der Belastung in Deutschland. Demnach erleben 54 % der Befragten aktuell mehr Stress als noch vor ein bis zwei Jahren.

Die gesundheitlichen Folgen sind bereits spürbar: 61 % berichten von Müdigkeit oder Schlafstörungen, während 57 % angeben, sich erschöpft oder ausgebrannt zu fühlen. Zudem leidet mehr als jede dritte Person unter gedrückter Stimmung bis hin zu depressiven Verstimmungen.

Obwohl fast 70 % der Teilnehmer um die Bedeutung langfristiger Gesundheit wissen, nehmen sich in stressigen Phasen lediglich 33 % aktiv Zeit für Präventionsmaßnahmen. Diese Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln verschärft die Problematik der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz.

Technostress und die Rolle künstlicher Intelligenz

Ein wesentlicher Faktor für die psychische Belastung ist der technologische Wandel. Die Studie „Mental health pekerja Generasi Z: technostress dan burnout“ stellt fest, dass Technostress insbesondere dann auftritt, wenn die technologische Entwicklung die Anpassungsfähigkeit der Beschäftigten übersteigt. Forscher empfehlen hier gezielte Schulungen und eine offene Kommunikation, um Burnout-Symptome zu minimieren.

Interessanterweise führt der Einsatz moderner Werkzeuge nicht zwingend zur Entlastung. Eine Untersuchung von Upwork vom September 2024 zeigt, dass 77 % der Mitarbeiter, die KI-Tools nutzen, eine Erhöhung ihrer Arbeitsbelastung wahrnehmen.

Anzeige

Wer sich mit der steigenden Belastung im Job konfrontiert sieht, findet in diesem kostenlosen Ratgeber konkrete Strategien für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit im stressigen Berufsalltag

Während 96 % der Führungskräfte Produktivitätssteigerungen durch KI erwarten, wissen 47 % der Beschäftigten nicht, wie diese Ziele erreicht werden sollen. Rund 39 % der Befragten geben an, mehr Zeit für die Prüfung KI-generierter Inhalte aufwenden zu müssen. In der Folge fühlen sich 71 % der Vollzeitbeschäftigten weltweit ausgebrannt.

Auch das ifo-Institut, das IAB und die Universität Konstanz weisen in einer im September 2026 veröffentlichten Auswertung auf die Schattenseiten der Digitalisierung hin. In körperlich geprägten Berufen führen vernetzte Maschinen, Robotik und KI dazu, dass Beschäftigte im Schnitt 20 % mehr Fehltage pro Jahr verzeichnen.

Oliver Schlenker vom ifo-Zentrum betonte in diesem Zusammenhang, dass fehlende Kenntnisse im Umgang mit smarter Technologie die Belastung verstärken und steigende Löhne diesen Effekt nicht kompensieren könnten.

Branchenspezifische Belastungen und Ausbildungsqualität

Besonders prekär stellt sich die Situation in Dienstleistungsberufen dar. Laut einer Sonderauswertung der NGG zum DGB-Ausbildungsreport 2026 klagen 64,7 % der Auszubildenden im Hotel- und Gastgewerbe über psychische Belastungen. Im Lebensmittelhandwerk liegt dieser Wert bei 62,3 %. Als Hauptursachen gelten Personalmangel und Arbeitsverdichtung.

Die Daten der NGG belegen zudem eine hohe zeitliche Belastung: Fast die Hälfte der Auszubildenden im Gastgewerbe leistet regelmäßig Überstunden. Im Lebensmittelhandwerk dachte aufgrund der Überforderung mehr als jeder vierte Auszubildende bereits häufiger über einen Abbruch der Ausbildung nach.

Anzeige

Ein nachhaltiges Zeitmanagement kann dabei helfen, den täglichen Aufgabenberg besser zu strukturieren und das Stresslevel spürbar zu senken. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt bewährte Techniken, um den Tag effizient zu planen und abends wirklich fertig zu sein. Gratis-Download: 7 bewährte Zeitmanagement-Techniken, die Stress reduzieren

Claudia Tiedge von der NGG verwies darauf, dass die Arbeitsverdichtung die Ausbildungszufriedenheit, die im Gastgewerbe mit 55,9 % deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt liegt, massiv beeinträchtige.

Unsicherheit durch befristete Beschäftigungsverhältnisse

Zusätzlichen psychischen Druck erzeugt die Zunahme befristeter Verträge. Eine HR-Befragung von Randstad und dem ifo-Institut vom September 2026 ergab, dass 26 % der deutschen Betriebe planen, den Anteil befristeter Beschäftigungsverhältnisse zu steigern – im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 12 %. Vor allem Großunternehmen nutzen dieses Instrument: Bei Betrieben ab 500 Beschäftigten liegt die Quote der Befristungen bei 59 %.

Susanne Wißfeld von Randstad Deutschland warnte davor, dass die von der Bundesregierung angekündigte Ausweitung sachgrundloser Befristungen auf bis zu 48 Monate eher zu juristischen Behelfskonstrukten als zu nachhaltigen Personalstrategien führe. Für die betroffenen Arbeitnehmer bedeutet dies oft eine verlängerte Phase der beruflichen Unsicherheit.

Veränderte Ansprüche der Generation Z

Als Reaktion auf diese Belastungen verschieben sich die Prioritäten jüngerer Arbeitnehmer. Die „State of Hybrid Work“-Studie von Owl Labs vom September 2026 verdeutlicht, dass 74,2 % der Generation Z bereit wären, für mehr Freizeit auf Gehalt zu verzichten.

Im Vergleich dazu liegt dieser Wert bei den Babyboomern nur bei 30,7 %. Dennoch bleibt der finanzielle Druck hoch: 28,2 % der Generation Z gehen einem Nebenjob nach, wobei ein Drittel dieser Gruppe auf das zusätzliche Einkommen zwingend angewiesen ist.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70183662 |