Arsink RAT: Trojaner überwacht Android-Nutzer in 143 Ländern
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 14:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher haben eine globale Überwachungskampagne aufgedeckt, die Android-Smartphones in 143 Ländern kompromittiert. Der Trojaner „Arsink RAT“ missbraucht legitime Cloud-Dienste für seine Tarnung.
Cloud-Dienste als Waffe
Die Malware nutzt Firebase, Google Drive und Telegram, um gestohlene Daten abzuführen und infizierte Geräte zu steuern. Das macht die Erkennung besonders schwierig, denn der Datenverkehr wirkt auf den ersten Blick legitim.
Insgesamt identifizierten die Experten 1.216 bösartige App-Proben und 317 Command-and-Control-Endpunkte. Die Kampagne läuft seit Monaten unbemerkt – ein Zeichen für die hohe Professionalität der Angreifer.
Vollzugriff auf das Smartphone
Einmal installiert, verschafft sich der Trojaner weitreichende Befugnisse. Er liest SMS, Anruflisten und Kontakte aus, verfolgt den Standort und aktiviert das Mikrofon zur Raumüberwachung. Auch Fotos und gespeicherte Dateien lassen sich abgreifen.
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Die Verbreitung läuft über Social Engineering: Die Angreifer tarnen ihre Schadsoftware als Apps von über 50 bekannten Marken. Verhaltensbasierte Sicherheitslösungen können die Aktivitäten jedoch erkennen und blockieren.
Spionagewelle im mobilen Sektor
Der Fund reiht sich in eine Serie von Sicherheitsvorfällen ein. Beim Spionage-Tool Spyzie kam es zu einem massiven Datenleck: Über 510.000 Android-Nutzer und knapp 5.000 iOS-Anwender sind betroffen. E-Mail-Adressen, SMS und Anrufprotokolle wurden öffentlich zugänglich.
Ähnliche Vorfälle gab es bei den Anbietern Cocospy und Spyic – zusammen über 2,6 Millionen kompromittierte E-Mail-Adressen. Branchenexperten schätzen die weltweiten Verluste durch mobilen Betrug inzwischen auf über eine Billion US-Dollar pro Jahr. Jeder zweite Nutzer sieht sich demnach täglich mit Betrugsversuchen konfrontiert, 15 Prozent der Betroffenen erlitten bereits finanzielle Verluste.
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Hersteller reagieren
Samsung schloss Anfang August mit einem Sicherheitspatch 57 Schwachstellen auf Galaxy-Geräten, fünk davon als kritisch eingestuft. Mit One UI 9 plant der Hersteller zudem eine drastische Maßnahme: Nach 13 fehlerhaften PIN-Eingaben setzt sich das Gerät automatisch auf die Werkseinstellungen zurück.
Google patcht parallel seine Pixel-Smartphones. Derweil sorgt eine weitere Meldung für Unruhe: Schätzungsweise 10 Millionen Android-TV-Boxen könnten mit vorinstallierter Malware ausgeliefert worden sein. Die Bedrohungslage geht also weit über das Smartphone hinaus.
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