Arteriendissektion: Schlaganfall-Risiko steigt in der ersten Woche auf 17,4 Prozent
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 05:49 Uhr | Redaktion boerse-global.deZervikozephale Arteriendissektionen gelten als die führende Ursache für Hirninfarkte bei Patienten unter 50 Jahren. Eine am 13. Oktober 2026 im Fachjournal Neurology veröffentlichte Untersuchung der Forschungsgruppe CRCS-K-NIH liefert nun differenzierte Einblicke in den zeitlichen Verlauf und die Risikofaktoren von Folgeereignissen.
Die Auswertung von 17 südkoreanischen Universitätskliniken zeigt, dass die Gefahr eines erneuten Schlaganfalls insbesondere in den ersten Tagen nach Auftreten der ersten Symptome massiv erhöht ist und danach deutlich abflacht.
Kritische Phase unmittelbar nach Symptombeginn
Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass das Rezidivrisiko im unmittelbaren zeitlichen Umfeld des Erstereignisses am höchsten ausfällt. Wie aus Berichten vom 16. Oktober 2026 hervorgeht, lag die kumulative Rezidivrate am ersten Tag bereits bei 8,7 Prozent. Innerhalb der ersten Woche nach Symptombeginn stieg dieser Wert auf 17,4 Prozent an.
Im weiteren Verlauf verlangsamte sich der Zuwachs spürbar: Nach einem Monat betrug die kumulative Rezidivrate 18,4 Prozent, nach einem Jahr 19,9 Prozent. Damit erlitt rund einer von fünf betroffenen Patienten binnen Jahresfrist einen erneuten Schlaganfall, wobei sich der überwiegende Teil dieser Fälle bereits in der ersten Woche ereignete.
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Diese zeitliche Konzentration spiegelt sich auch in der berechneten Rezidivinzidenz wider. Am ersten Tag verzeichnete die Analyse 271,2 Ereignisse pro 1.000 Patiententage. An den Tagen zwei bis drei sank dieser Wert auf 44,9 und ging an den Tagen vier bis sieben auf 13,8 zurück. Nach der ersten Woche lag die Rate nur noch bei 0,1 Ereignissen pro 1.000 Patiententage.
Gefäßmorphologie als entscheidender Risikofaktor
Neben dem zeitlichen Verlauf analysierten die Forscher auch anatomische Merkmale der Gefäße. Die genaue anatomische Lokalisation der Dissektion wies dabei keinen statistisch signifikanten Einfluss auf das Rezidivrisiko auf.
Einen klaren Zusammenhang stellten die Mediziner hingegen bei der spezifischen Gefäßmorphologie fest. Bei Vorliegen einer reinen Stenose ohne begleitende Dilatation zeigte sich ein 1,69-fach höheres Risiko für ein Rezidiv innerhalb eines Jahres.
Wurde ein sogenanntes Doppellumen diagnostiziert, erhöhte sich das Ein-Jahres-Risiko um das 1,87-Fache. In dieser Patientengruppe lag die Rezidivrate an den Tagen zwei und drei sogar um das 3,84-Fache höher als im Vergleichsdurchschnitt.
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Datenbasis der multizentrischen Kohorte
Die Untersuchung basierte auf einem Datensatz von 711 Patienten mit nachgewiesener zervikozephaler Arteriendissektion. Diese Fälle wurden aus einer Gesamtkohorte von 75.903 stationär behandelten Patienten mit akuter Ischämie oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) aus den Jahren 2011 bis 2021 identifiziert.
Die Diagnose erfolgte jeweils innerhalb von sieben Tagen nach Symptombeginn, wobei die Zeitspanne bis zur Klinikaufnahme im Median bei 7,7 Stunden lag.
Geleitet wurde das Projekt von Professor Bae Hee-joon vom Seoul National University Bundang Hospital (SNUBH) in Zusammenarbeit mit Hong Jeong-ho vom Keimyung Dongsan Hospital und Jang Seong-hwa vom International St. Mary's Hospital. Finanziell gefördert wurde das Vorhaben durch die staatlichen Einrichtungen KDCA/NIH Korea, das Ministerium für Gesundheit und Soziales (MOHW) sowie das Korea Health Industry Development Institute (KHIDI).
