Arthrose-Risiko, Starker

Arthrose-Risiko: Starker Alkoholkonsum geht mit 18,6 Prozent mehr Fällen einher

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Langzeitbeobachtung zeigt höhere Arthroseraten bei steigendem Alkoholkonsum, belegt jedoch keine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung.

Südkoreanische Studie verbindet Alkoholkonsum mit mehr Arthrosefällen
Ein minimalistischer, heller Untersuchungsraum in einer Arztpraxis mit neutralem Mobiliar und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Eine umfangreiche Untersuchung aus Südkorea weist auf eine Verbindung zwischen regelmäßigem Alkoholkonsum und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Gelenkverschleiß hin. Die im Fachjournal „Osteoarthritis and Cartilage“ im September 2026 veröffentlichte Beobachtungsstudie begleitete 1.233.179 Personen ab 40 Jahren, bei denen zu Studienbeginn keine Arthrose diagnostiziert worden war.

Über einen durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraum von 9,9 Jahren zeigte sich ein dosisabhängiger Zusammenhang zwischen dem berichteten Alkoholkonsum und neu auftretenden Erkrankungen.

Dosisabhängiger Anstieg neuer Arthrose-Fälle

Die Datenerhebung zum Konsumverhalten fand im Zeitraum von 2009 bis 2011 statt, während neu aufgetretene Erkrankungsfälle bis 2023 erfasst wurden. Im Vergleich zu Personen, die keinen Alkohol tranken, wiesen Teilnehmende mit leichtem Alkoholkonsum eine um 3,7 % höhere Rate an neuen Arthrose-Diagnosen auf. Bei mäßigem Konsum lag die Rate um 8,1 % höher, während starker Alkoholkonsum mit einer um 18,6 % höheren Rate einherging.

Ergänzende statistische Auswertungen zeigten zudem, dass dieser Zusammenhang auch bei Personen mit normalem Körpergewicht sowie bei normaler beziehungsweise gesunder Leberfunktion unverändert bestehen blieb.

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Definition der Konsummengen

Die Forschenden unterteilten die Trinkmengen in spezifische Kategorien. Als gering galt ein Konsum von unter einer halben Pint Bier pro Tag. Ein moderater Konsum wurde bei Männern mit 0,6 bis 1,7 Pints täglich definiert, während dieser Bereich bei Frauen bis zu etwa 1 Pint pro Tag reichte. Ein hoher Konsum begann für Männer ab 1,7 Pints täglich und für Frauen ab etwa 1 Pint pro Tag.

Zum gesundheitlichen Vergleich: Der britische National Health Service (NHS) empfiehlt Erwachsenen, unabhängig vom Geschlecht, regelmäßig höchstens 14 Alkoholeinheiten pro Woche zu konsumieren. Frühere Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass bei regelmäßigem Alkoholkonsum Entzündungsmarker und Gelenkbeschwerden nach einer Reduktion oder Beendigung des Konsums zurückgehen können.

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Methodische Grenzen der Beobachtungsdaten

Fachleute weisen auf methodische Einschränkungen der Erhebung hin. Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich daraus kein kausaler Zusammenhang ableiten. Beobachtungsdaten liefern keinen sicheren Nachweis für eine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung.

Zudem basierten die Angaben zum Alkoholkonsum auf Selbstauskünften der Teilnehmenden, was Verzerrungen nicht ausschließt. Auch die Übertragbarkeit der an einer südkoreanischen Kohorte gewonnenen Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen bleibt Gegenstand weiterer wissenschaftlicher Diskussionen. Dennoch unterstreichen die Daten die Notwendigkeit, Lebensstilfaktoren bei der Prävention degenerativer Gelenkerkrankungen genauer zu erforschen.

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