Arthrose-Therapie, Verfahren

Arthrose-Therapie: Neue Verfahren senken Schmerzen um 57%

23.06.2026 - 07:30:21 | boerse-global.de

Studien zeigen Erfolge bei Embolisation, Zelltherapie und ImmunansÀtzen. Robotik verbessert zudem die PrÀzision von Gelenk-OPs.

Arthrose-Therapie: Neue Verfahren und Zellbehandlungen im Fokus
Arthrose-Therapie - Mikroskopische Ansicht von Stammzellen und Kniegelenk-Anatomie, die den Fortschritt in der regenerativen OrthopĂ€die darstellt. 23.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Minimalinvasive Eingriffe, Zelltherapien und Robotik verÀndern die OrthopÀdie grundlegend.

Anzeige

Wer unter Gelenkverschleiß leidet, muss nicht tatenlos auf die nĂ€chste Operation warten. Dieser bebilderte PDF-Guide zeigt Schritt fĂŒr Schritt, wie Sie Arthrose-Beschwerden selbst aktiv lindern können – ohne Arztbesuch und ohne Hilfsmittel. 101 Druckpunkte gegen Arthrose jetzt kostenlos entdecken

Kniearterie gezielt veröden

Ein neues Verfahren der CharitĂ© Berlin zeigt beeindruckende Erfolge. Bei der Embolisation der Kniearterie (GAE) blockieren Ärzte krankhafte BlutgefĂ€ĂŸe mit resorbierbaren Gelatine-MikrosphĂ€ren. Die GefĂ€ĂŸe stehen in direktem Zusammenhang mit EntzĂŒndungen und Schmerzempfinden.

194 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren nahmen an der Studie teil. Die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Radiology“ sprechen fĂŒr sich: Die SchmerzintensitĂ€t sank von durchschnittlich 7 auf 3 Punkte – innerhalb von zwölf Monaten. Rund 80 Prozent der Probanden erzielten eine klinisch signifikante Verbesserung. Schwerwiegende Nebenwirkungen? Fehlanzeige.

Zelltherapie gegen RĂŒckenschmerzen

Parallel dazu arbeitet das Unternehmen Mesoblast an einer neuen Behandlungsoption. Der Wirkstoff rexlemestrocel-L soll chronische RĂŒckenschmerzen lindern. Aktuell lĂ€uft eine Phase-3-Studie, deren Ergebnisse fĂŒr Mitte 2027 erwartet werden.

Finanziell steht Mesoblast solide da: NettoumsĂ€tze von ĂŒber 100 Millionen US-Dollar seit MarkteinfĂŒhrung des Produkts Ryoncil. Im MĂ€rz 2026 verfĂŒgte das Unternehmen ĂŒber 122 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln, ergĂ€nzt durch ein frisches Darlehen ĂŒber 125 Millionen US-Dollar.

Protein als Angriffspunkt entdeckt

Forscher der Sun Yat-sen University haben einen neuen Ansatzpunkt fĂŒr die Arthritis-Therapie identifiziert. Das Protein Pim1 treibt die Fehlregulation von Th17-Zellen an – ein zentraler Mechanismus bei EntzĂŒndungen.

Im Tierversuch zeigte sich: Das Ausschalten des Pim1-Gens oder der Einsatz des bereits zugelassenen Wirkstoffs Nilotinib linderte die Symptome. Klinische Studien am Menschen stehen noch aus.

Abatacept senkt Risiko drastisch

Ein weiterer immunologischer Ansatz macht Hoffnung. Aktuelle Studiendaten vom Juni 2026 zeigen: Der Wirkstoff Abatacept kann das Arthritis-Risiko bei Hochrisikopatienten von 50 auf 20 Prozent senken.

Anzeige

Neben modernsten medizinischen AnsĂ€tzen setzen immer mehr Betroffene auf bewĂ€hrte Techniken zur Selbsthilfe. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie Sie mit einer uralten Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin in wenigen Minuten spĂŒrbare Linderung erzielen können. Kostenlosen Arthrose-Druckpunkt-Guide hier anfordern

Forscher der University of Alabama in Huntsville verfolgen noch einen anderen Weg. Sie setzen auf kontinuierlichen NiedrigintensitĂ€ts-Ultraschall. In der Zeitschrift „Scientific Reports“ beschreiben sie, wie die Schallwellen Makrophagen umprogrammieren – von entzĂŒndlich zu reparativ. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten, GelenkentzĂŒndungen zu reduzieren.

Wackelige Implantate: Chip-Technik hilft

Die Endoprothetik hat ein grundlegendes Problem: KĂŒnstliche Gelenke lockern sich mit der Zeit. Nach Daten der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum sind in Deutschland bei rund 21 Prozent der jĂ€hrlich ĂŒber 400.000 Knie- und HĂŒftgelenksimplantationen nach 12 bis 15 Jahren Revisionen nötig.

Ein Team um Dr. Jochen Salber entwickelt daher ein „Bone-on-a-Chip“-System. Die 3D-gedruckten TrĂ€gerstrukturen simulieren den Knochenstoffwechsel und die Interaktion mit Implantaten – ganz ohne Tierversuche. Eine KI verfolgt die AktivitĂ€t von knochenaufbauenden und -abbauenden Zellen in Echtzeit.

Roboter assistieren bei OP

In der Praxis setzt das Helios Klinikum Meiningen auf roboterassistierte Chirurgie. Pro Jahr implantieren die Ärzte dort ĂŒber 600 primĂ€re Endoprothesen. Das System „Mako“ unterstĂŒtzt sie dabei.

Die Technologie basiert auf 3D-CT-Modellen und ermöglicht eine prÀzise Planung und Platzierung der Prothesen. Die Entscheidungsgewalt bleibt beim Chirurgen. Aber die Genauigkeit steigt deutlich.

de | wissenschaft | 69607950 |