Asana, StackAI

Asana kauft StackAI für 68 Millionen Euro: KI-Agenten ohne Code

30.05.2026 - 06:30:13 | boerse-global.de

AWS und Partner präsentieren neue KI-Agenten und Workflows, die Produktivität steigern und Kosten senken.

Asana kauft StackAI für 68 Millionen Euro: KI-Agenten ohne Code - Foto: über boerse-global.de
Asana kauft StackAI für 68 Millionen Euro: KI-Agenten ohne Code - Foto: über boerse-global.de

Gleich mehrere Softwareanbieter und AWS selbst stellten Ende Mai 2026 Werkzeuge vor, die die Hürden für den KI-Einsatz in Unternehmen drastisch senken sollen. Dabei geht es um nichts Geringeres als die Frage: Wie lässt sich das geschätzte Produktivitätspotenzial generativer KI von rund 4,4 Billionen Euro endlich heben? Bislang verfügen nur ein Prozent der Führungskräfte über ausgereifte, KI-integrierte Arbeitsabläufe.

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Workspot GUIDE: KI-Agenten ohne API-Zwang

Mit GUIDE bringt Workspot eine KI-gesteuerte Workflow-Plattform auf den Markt, die auf Amazon Bedrock basiert. Das Besondere: Die KI-Agenten interagieren direkt mit Benutzeroberflächen und umgehen so den klassischen Weg über APIs oder robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA). „Unsere Technologie ermöglicht es KI-Agenten, in jeder Anwendungsoberfläche zu arbeiten", erklärt CEO Amitabh Sinha. Ein Ansatz, der besonders für Unternehmen interessant sein dürfte, deren Systemlandschaft von Alt-Anwendungen geprägt ist.

Asana kauft StackAI für 68 Millionen Euro

Einen strategischen Schachzug vollzog der Projektmanagement-Spezialist Asana am 28. Mai. Für umgerechnet rund 68 Millionen Euro übernimmt das Unternehmen StackAI, einen Anbieter von No-Code-KI-Agenten. Die Plattform ermöglicht Workflows über Systeme wie Salesforce, Oracle und AWS hinweg – ohne Programmierkenntnisse. Die StackAI-Gründer Tony Rosinol und Bernard Aceituno wechseln zu Asana. Der Kauf kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Asana mit einem Quartalsumsatz von 187 Millionen Euro ein Wachstum von 9,5 Prozent zum Vorjahr verzeichnet.

SAP-Integration: AWS schließt Lücke

Ebenfalls im Mai gab AWS die allgemeine Verfügbarheit des AWS for SAP MCP Server auf Amazon Bedrock AgentCore bekannt. Die technische Integration erlaubt KI-Agenten den direkten Zugriff auf SAP-ERP-Daten und -Prozesse über OData. Besonders wichtig für Unternehmen mit strengen Sicherheitsauflagen: Die gesamte Kommunikation läuft innerhalb einer virtuellen Privatcloud (VPC).

Philips entwickelt KI-Agent in Rekordzeit

Wie schnell KI-native Automatisierung heute umgesetzt werden kann, zeigt ein Fallbeispiel von Philips. Beim AWS Summit Amsterdam am 27. Mai präsentierte der niederländische Technologiekonzern seinen KI-Agenten Sensai – entwickelt in weniger als fünf Monaten mit einem Team von unter 20 Personen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Durch den Einsatz von Amazon Bedrock und AWS Kiro verkürzte Philips die Entwicklungszeit um 75 Prozent. Die Angebotserstellung, früher ein 45-Tage-Prozess, erledigt der Agent nun in wenigen Minuten. „Die Vertriebsteams reißen sich um das Tool", berichtet Christina Murphy, Vice President bei Philips. Die Produktivitätssteigerung könnte enorm sein.

Shopping-Assistent: Drei Mal höhere Konversionsraten

Im Einzelhandel sorgt der neue Agentic Shopping Assistant von AWS für Aufsehen. Das am 28. Mai gestartete Tool nutzt Technologien aus Alexa for Shopping und wurde bereits von Tapestry für seine Marke Kate Spade getestet. Die internen Zahlen sprechen für sich: Konversationelle Einkaufserlebnisse erzielen eine 3,5 Mal höhere Konversionsrate als klassische Keyword-Suchen. Ein deutliches Signal für den Online-Handel, der nach neuen Wegen zur Kundenbindung sucht.

Geldwäschebekämpfung: Von 90 Minuten auf unter 5 Minuten

Auch die Finanzbranche profitiert von den neuen Automatisierungsmöglichkeiten. AWS stellte am 29. Mai einen neuen Workflow für die Bearbeitung von Geldwäsche-Warnmeldungen vor. Das System kombiniert Amazon Quick Flows mit Snowflake Cortex AI und reduziert die Untersuchungszeit von 30 bis 90 Minuten auf unter fünf Minuten. Angesichts der Tatsache, dass 90 bis 95 Prozent aller Warnmeldungen falsche Alarme sind, bedeutet das eine enorme Effizienzsteigerung für die Compliance-Abteilungen der Banken.

Infrastruktur: Eigene Chips senken KI-Kosten um 50 Prozent

Die technische Zuverlässigkeit bleibt eine der größten Herausforderungen beim KI-Einsatz. Amazon setzt hier auf Nova Act, ein System, das durch Bestärkungslernen in simulierten Umgebungen trainiert wird und Zuverlässigkeitswerte von über 90 Prozent erreicht. Um die hohen Kosten dieser Technologie in den Griff zu bekommen, setzt das Unternehmen auf eigene Chips, die die Ausbildungskosten für KI-Modelle um bis zu 50 Prozent senken sollen.

Frankfurt wird zum KI-Hub für Europa

Ein wichtiges Signal für den europäischen Markt: Seit dem 28. Mai ist der Amazon Quick-KI-Assistent auch in der AWS-Region Frankfurt verfügbar. Die Datenverarbeitung bleibt damit innerhalb der EU, und die Daten werden nicht für das Modelltraining genutzt – ein entscheidender Vorteil mit Blick auf die strengen europäischen Datenschutzauflagen. Der Assistent integriert sich nahtlos in Microsoft 365 und Google Workspace.

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Omnicom spart 90 Prozent der Rechenkosten

Die Vorteile einer Migration zu AWS demonstriert der Werberiese Omnicom eindrucksvoll: Nach der Übertragung von 75 Petabyte Daten reduzierte das Unternehmen seine Rechenkosten um 90 Prozent. Täglich verarbeitet Omnicom nun 400 Milliarden Ereignisse über eine KI-Marketingplattform, die auf Amazon Bedrock und SageMaker basiert. Auch das indische Fintech CRED berichtet von beeindruckenden Ergebnissen: Ein spezialisiertes System auf Bedrock ermöglicht es den Entwicklern, Funktionen auszuliefern und Fehler vier Mal schneller zu beheben als zuvor.

Tavant erhält AWS-Zertifizierung

Abgerundet wird die Entwicklungswoche durch die Nachricht, dass der Technologiedienstleister Tavant am 28. Mai die AWS Generative AI Services Competency erhalten hat. Die Auszeichnung bestätigt die Expertise des Unternehmens beim Aufbau von Enterprise-Lösungen mit den Bedrock- und AgentCore-Frameworks. „Diese Anerkennung bestätigt unsere Fähigkeit, generative KI-Lösungen im großen Maßstab auszuliefern", so Tavant-CTO Manish Arya.

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