Asthma, Jahren

Asthma ab 12 Jahren: EU lÀsst erste Dreifach-Therapie im Inhalator zu

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU genehmigt eine Dreifachtherapie; zugleich beleuchten Fachleute Auslöser, Diagnostik und PrÀvention bei Asthma.

Asthma: EU lĂ€sst Dreifach-Inhalator fĂŒr Patienten ab zwölf Jahren zu
Dichte, dunstige Stadtlandschaft bei Sonnenaufgang, die auf Luftverschmutzung und die Belastung der Atemwege hinweist. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen des Welt-Lungentags am 25. September 2026 haben medizinische Fachleute und Gesundheitsbehörden umfassende Informationen ĂŒber die Situation von Asthma-Patienten veröffentlicht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Situation von Jugendlichen sowie auf neuen AnsĂ€tzen zur Symptomkontrolle und Therapietreue.

Die globalen Fallzahlen bleiben auf einem hohen Niveau: Weltweit wird die Zahl der Betroffenen auf 350 bis 400 Millionen Menschen geschÀtzt, wobei allein in Indien rund 40 Millionen Patienten registriert sind.

Steigende Fallzahlen und spezifische Auslöser bei jungen Erwachsenen

Daten aus klinischen Einrichtungen verdeutlichen die Belastung des Gesundheitssystems durch Atemwegserkrankungen. In der ambulanten Abteilung der KGMU Lucknow werden laut Dr. Darshan Bajaj tÀglich etwa 250 Patienten behandelt.

Davon entfallen 40 % auf junge Erwachsene, von denen wiederum 20 bis 25 % an Asthma leiden. Ein Àhnliches Bild zeigt sich am RMLIMS, wo Dr. Ajay Verma zufolge bei rund 200 tÀglichen Besuchen etwa 20 bis 25 Asthma-Patienten gezÀhlt werden.

Als wesentliche Auslöser fĂŒr Asthma bei Jugendlichen identifizieren Experten eine Kombination aus Umweltfaktoren und Verhaltensweisen. Neben der Luftverschmutzung und Allergenen in InnenrĂ€umen spielen der Konsum von Tabak und E-Zigaretten (Vaping) eine entscheidende Rolle. Zudem wird eine unzureichende Therapietreue als maßgebliches Hindernis fĂŒr eine erfolgreiche Behandlung genannt.

Bedeutung prÀziser Diagnostik und biologischer Ursachen

Branchenvertreter wie die GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG (GSK) nutzen den Welt-Lungentag, um fĂŒr eine individualisierte Behandlung und eine prĂ€zise Diagnose zu werben. Ein zentraler Aspekt ist dabei die sogenannte Typ-2-EntzĂŒndung. Bei diesem Prozess reagiert das Immunsystem ĂŒbermĂ€ĂŸig, wobei Eosinophile die SchleimhĂ€ute der Atemwege schĂ€digen. Dies fĂŒhrt zu einer erhöhten Schleimproduktion, verengten Atemwegen und potenziellen LangzeitschĂ€den.

Das Unternehmen betont, dass Atemnot oder wiederkehrende Infekte nicht als NormalitĂ€t hingenommen werden sollten. FachĂ€rztliche Diagnosen und spezialisierte Medikation könnten die LebensqualitĂ€t signifikant steigern. Zur AufklĂ€rung ĂŒber diese immunologischen ZusammenhĂ€nge wird auf Informationsangebote wie die Plattform ImmunKompass.de verwiesen.

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Neue therapeutische Optionen und regulatorische Entscheidungen

Auf europĂ€ischer Ebene gibt es Fortschritte bei der medikamentösen Versorgung. Die EU-Kommission hat die Zulassung fĂŒr eine fixe Dreifach-Kombination aus Budesonid, Glicopirronium und Formoterolfumarat in einem Inhalator erteilt. Dies ist die erste Therapie dieser Art fĂŒr Asthma-Patienten ab 12 Jahren.

Grundlage fĂŒr die Genehmigung waren die im Februar 2026 im Fachjournal Lancet Respiratory Medicine veröffentlichten Phase-III-Studien KALOS und LOGOS.

An diesen Studien nahmen rund 4.300 Patienten ĂŒber einen Zeitraum von 24 bis 52 Wochen teil. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Verbesserung der Lungenfunktion (FEV1) und einen Wirkungseintritt innerhalb von fĂŒnf Minuten. WĂ€hrend die Kombination bereits in ĂŒber 90 LĂ€ndern fĂŒr die Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zugelassen ist, richtet sich der Fokus nun auch auf die rund 43 Millionen Asthma-Patienten in Europa.

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PrÀvention und Risikomanagement bei Vorerkrankungen

Neben der direkten Asthma-Therapie rĂŒckt die PrĂ€vention von Begleiterkrankungen in den Fokus. Laut Pfizer sterben in Deutschland jĂ€hrlich etwa 5.000 Menschen an den Folgen von Pneumokokken-Erkrankungen. FĂŒr Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 17 Jahren mit chronischen Erkrankungen wie Asthma ist das Risiko fĂŒr einen schweren Verlauf bis zu 17,8-fach erhöht.

Seit Januar 2026 empfiehlt die StĂ€ndige Impfkommission (STIKO) fĂŒr diese Risikogruppe eine einmalige Pneumokokken-Impfung, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen getragen werden. In Deutschland gilt etwa jeder fĂŒnfte MinderjĂ€hrige als chronisch krank, wobei Asthma mit einer Quote von 6 % zu den hĂ€ufigsten Diagnosen zĂ€hlt.

Forschung zu Sensibilisierungsmustern

Aktuelle Forschungsergebnisse der MedUni Wien, die in der Fachzeitschrift eBioMedicine veröffentlicht wurden, geben zudem Aufschluss ĂŒber die allergische Komponente der Erkrankung. Die unter der Leitung von Rudolf Valenta durchgefĂŒhrte Studie an Patienten aus der TĂŒrkei und Algerien zeigt, dass Kinder mit Atemwegsallergien besonders hĂ€ufig gegen Hausstaubmilben sensibilisiert sind.

Im Gegensatz dazu reagieren Erwachsene verstĂ€rkt auf Pollen, etwa von OlivenbĂ€umen oder GrĂ€sern. Die Untersuchung von IgE-Reaktionen auf 105 AllergenmolekĂŒle bestĂ€tigte zudem, dass Asthma bei Kindern hĂ€ufiger auftritt als bei Erwachsenen.

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