Atlas, Hyundai

Atlas soll 2028 bei Hyundai in Georgia arbeiten

16.05.2026 - 08:25:24 | boerse-global.de

Boston Dynamics plant den Einsatz seines humanoiden Roboters Atlas im Hyundai-Werk in Georgia bis 2028. Die Konkurrenz von Figure AI zeigt beeindruckende Leistungen in der Paketsortierung.

Atlas soll 2028 bei Hyundai in Georgia arbeiten - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Atlas soll 2028 bei Hyundai in Georgia arbeiten - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Boston Dynamics treibt die Kommerzialisierung seines humanoiden Roboters Atlas voran – mit einem klaren Ziel: Einsatz in Hyundais US-Fabrik bis 2028.

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Der Weg zur industriellen Zuverlässigkeit

Die Entwicklung des Atlas-Roboters hat einen entscheidenden Punkt erreicht. CEO Robert Playter gab Mitte Mai 2026 bekannt, dass der humanoide Roboter bis 2028 im Hyundai-Werk im US-Bundesstaat Georgia arbeiten soll. Der Wechsel von hydraulischen zu vollelektrischen Systemen im Jahr 2024 machte Atlas erst richtig fit fĂĽr die Fabrikhalle.

Doch die Hürden sind hoch. Playter betont: Für den kommerziellen Einsatz muss Atlas eine Zuverlässigkeit von 99,9 Prozent erreichen. Zudem soll der Roboter neue Aufgaben innerhalb von 48 Stunden erlernen können – eine Voraussetzung für das schnelle Tempo in der modernen Logistik und Autoproduktion. Zunächst sind Aufgaben wie die Teilebereitstellung und andere logistische Tätigkeiten geplant.

Um diese kognitiven Fähigkeiten zu erreichen, arbeitet Boston Dynamics mit Google DeepMind zusammen. Ziel ist es, Atlas von vorprogrammierten Bewegungen wegzubringen hin zu KI-gesteuerten Verhaltensweisen. Während aktuelle Demonstrationen noch spektakuläre Saltos und Räder zeigen – reine Tests der Balancefähigkeit – liegt der kommerzielle Fokus auf industrieller Präzision. Die vollständige Integration in die Fließbandarbeit ist für 2030 vorgesehen.

Figure AI liefert beeindruckende Leistungsdaten

Während Boston Dynamics auf Zuverlässigkeit und Flexibilität setzt, liefert die Konkurrenz von Figure AI beeindruckende Zahlen. Mitte Mai 2026 sortierten drei Roboter namens Bob, Frank und Gary über 28.000 Pakete innerhalb von 24 Stunden – völlig autonom. Mit dem KI-System Helix-02 erreichten sie eine Geschwindigkeit von rund drei Sekunden pro Paket. Branchenbeobachter sehen das bereits auf menschlichem Niveau.

In einem erweiterten Test liefen die Roboter 52 Stunden ununterbrochen und verarbeiteten insgesamt 65.300 Pakete. Dabei bewältigten sie eigenständige Neustarts nach Fehlern und wechselten sich bei niedrigen Akkuständen selbstständig ab. Figure AI ist bereits bei BMW im Werk Spartanburg aktiv. Der Figure 02 hat dort über 1.250 Arbeitsstunden absolviert und mehr als 90.000 Teile bearbeitet.

Der Wettbewerbsdruck kommt auch aus Asien. Chinesische Hersteller lieferten 2025 fast 90 Prozent aller humanoiden Roboter weltweit. Unitree Robotics brachte allein 2025 über 5.500 Einheiten aus. Mitte Mai 2026 präsentierte Unitree zudem die GD01 – einen bemannten Roboter, der zwischen zwei- und vierbeiniger Fortbewegung wechseln kann.

Autonome Logistik auf breiter Front

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Der Trend zu humanoiden Robotern ist Teil einer größeren Welle. Im Mai 2026 gab es mehrere Meilensteine im autonomen Güterverkehr. Bot Auto absolvierte die erste vollständig fahrerlose kommerzielle Lkw-Fahrt zwischen Houston und Dallas. Volvo VNL Autonomous startete mit der Aurora-Plattform kommerzielle Frachtfahrten für den Logistiker DSV – zunächst noch mit Sicherheitsfahrer.

Im Lieferverkehr expandiert Uber Eats seinen Roboter-Lieferservice in Philadelphia. Nach einem Pilotprojekt mit rund zwei Dutzend Restaurants im März 2026 wird der Dienst nun auf die gesamte Innenstadt ausgeweitet. Kunden können die Roboterlieferung aber ablehnen. Auch Ford treibt den Laufroboter "Digit" voran, der Treppen steigen und Pakete auf der "letzten Meile" zustellen kann.

Milliarden-Potenzial fĂĽr Deutschland

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind gewaltig. Eine McKinsey-Studie vom 12. Mai 2026 sieht für Deutschland ein Produktivitätspotenzial von 486 Milliarden Dollar durch KI und Robotik bis 2030 – der höchste Wert in Europa. Zwar sind 59 Prozent der aktuellen Arbeitsstunden technisch automatisierbar, doch die Nachfrage nach menschlichen Fähigkeiten bleibt hoch. Allerdings hat sich der Bedarf an KI-Kompetenzen seit 2023 versechsfacht.

China hat humanoide Robotik offiziell in seinen 15. Fünfjahresplan aufgenommen. Europäische Experten sehen darin ein klares Signal an Industrieregionen wie das Bergische Land, ihre Rolle als Zulieferer und Anwender der Automatisierungstechnik zu beschleunigen. Das Projekt Change.hub in Nordrhein-Westfalen erhielt dafür 2,7 Millionen Euro Fördermittel vom Land und der EU.

Der weltweite Markt für Bionik – von der Natur inspirierte Technologien – soll 2026 auf 6,69 Milliarden Dollar wachsen, bis 2029 sogar auf 10,58 Milliarden Dollar. Die deutsche Förderlinie BIONA unterstützt solche Innovationen seit über zwei Jahrzehnten und erwartet für die zweite Jahreshälfte 2026 einen neuen Projektaufruf.

Ausblick: Vom Pilotprojekt zur Flottenreife

Branchenexperten erwarten, dass der Fokus bis 2027 und 2028 von isolierten Tests auf dauerhaften Flottenbetrieb umschwenkt. In Großbritannien entwickelt Voltempo einen 15,6 Meter langen führerlosen Lkw, dessen Prototyp für September 2027 erwartet wird. Die ersten Auslieferungen sind für Mitte 2028 geplant – parallel zu Boston Dynamics' Zeitplan für das Georgia-Werk.

Internationale Standards wie ISO/TC 299 für Roboter-Verhalten und ASME MBE für mechanische Daten sollen das Wachstum erleichtern. Sie zielen auf deterministische, selbstkorrigierende Systeme ab, die die Integrationskosten für Branchen wie Luftfahrt und Energie senken. Der Weg zu 99,9 Prozent Zuverlässigkeit bleibt zwar eine technische Herausforderung. Doch die Leistungsdaten vom Mai 2026 zeigen: Die Lücke zwischen Experimentalprototyp und Industriearbeiter schließt sich. Ob humanoide Roboter die hohen Anforderungen der Automobilproduktion bis Ende des Jahrzehnts erfüllen können, wird sich maßgeblich am Erfolg von Atlas im Hyundai-Werk in Georgia entscheiden.

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