Mehr Herzinfarkte auf dem Land - PrÀvention verbessern
06.02.2024 - 16:40:39In Deutschland sterben in lĂ€ndlichen Regionen mehr Menschen an einem Herzinfarkt als in StĂ€dten. Anders als vielfach angenommen liegt das jedoch wahrscheinlich nicht an einer schlechteren notfallmedizinischen Versorgung, sondern daran, dass anteilig mehr Menschen einen Herzinfarkt erleiden, wie aus einer aktuellen Studie des Max-Planck-Instituts fĂŒr demografische Forschung (MPIDR) in Rostock hervorgeht.
«Bezogen auf den Herzinfarkt können wir sagen, dass das Kernproblem des Stadt-Land-GefÀlles nicht darin liegt, dass der Rettungswagen zu lange braucht, um ins Krankenhaus zu kommen, sondern dass die KrankheitsprÀvention auf dem Land verbessert werden muss», sagte der MPIDR-Forscher Marcus Ebeling.
Das Forschungsteam hatte Daten auf Kreisebene ausgewertet, die Krankenhauseinweisungen, ursachenspezifischen TodesfĂ€lle und Bevölkerungszahlen fĂŒr die deutsche Gesamtbevölkerung der Jahre 2012 bis 2018 und die Altersgruppe 65+ enthalten. LĂ€ndliche Gebiete in Deutschland weisen demnach in allen Altersgruppen ab 65 Jahren eine systematisch höhere Herzinfarktsterblichkeit auf.Â
Vorangegangene Untersuchungen hĂ€tten gezeigt, dass Rettungswagen gerade auf dem Land zunehmend spĂ€ter kommen, erlĂ€uterte Ebeling. «Beim Herzinfarkt ist die Ăberlebenswahrscheinlichkeit eng mit sofortiger medizinischer Behandlung verknĂŒpft.» Vermutet wurde daher ein Zusammenhang.
Unter Landbewohnern kĂ€men Herzinfarkte anteilig hĂ€ufiger vor - systematische Unterschiede bei der Sterblichkeit gebe es hingegen nicht, hieĂ es nun. Die höhere Totenzahl erklĂ€re sich also vor allem aus der höheren Zahl von Herzinfarkt-Patienten. Womöglich lasse sich das auf Unterschiede in der medizinischen Versorgung von Risikofaktoren des Herzinfarkts zurĂŒckfĂŒhren, so das Forschungsteam. Ziel mĂŒsse eine Verbesserung der PrĂ€vention in lĂ€ndlichen Regionen sein.


