Aurikulotherapie: Ohr-Akupressur senkt Migräne-Score um 9,5 Punkte
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 03:02 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Besonders Akupressur – gezielter Druck auf bestimmte Körperpunkte – soll bei Kopfschmerzen und Migräne helfen. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Die Methode wirkt, aber der Placebo-Effekt spielt eine große Rolle.
Aurikulotherapie: Ohr-Akupressur unter der Lupe
Ein Forscherteam der University of Southern Santa Catarina (Brasilien) stellte auf dem FENS Forum 2026 in Barcelona vielversprechende Daten vor. Die Studie untersuchte die Wirkung der Aurikulotherapie – einer speziellen Akupressur am Ohr – auf chronische Migräne.
68 Frauen mit mindestens 15 Migränetagen pro Monat nahmen teil. Acht Wochen lang absolvierten sie acht Behandlungssitzungen. Das Ergebnis: Der Schmerz-Score nach der McGill-Skala sank von 50,5 auf 41,0 Punkte nach 30 Tagen. Auch die Kopfschmerz-Beeinträchtigung (HIT-6-Score) verbesserte sich von 66,1 auf 59,5 Punkte.
Doch die Forscher bremsen die Euphorie: Der Unterschied zur Sham-Gruppe (Placebo) war statistisch nicht signifikant. Mittels Hemoenzephalografie (HEG) beobachteten die Wissenschaftler zudem Veränderungen der Sauerstoffsättigung im präfrontalen Cortex – ein Hinweis auf die zerebrale Oxygenierung während der Behandlung.
Mehr als nur Kopfschmerz-Therapie
Die Einsatzmöglichkeiten der Akupressur gehen über Migräne hinaus. Studien deuten auf positive Effekte bei Stress, Schlafstörungen und Wechseljahresbeschwerden hin. Sogar in der Zahnmedizin wird die Methode diskutiert: Zur Lockerung der Kiefermuskulatur bei Bruxismus (Zähneknirschen).
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Experten setzen zunehmend auf Kombinationstherapien. Akupressur am Punkt PC6 zur Stressreduktion wird oft mit transkutaner elektrischer Nervenstimulation (TENS) oder speziellen Trainingsgeräten kombiniert. Die Erfolgsquote bei der Blockierung von Schmerzsignalen liegt Berichten zufolge bei über 60 Prozent.
Die Kostenfrage: Wer zahlt?
Trotz wachsender Nachfrage bleibt die Finanzierung ein Problem. Eine 50-minütige Sitzung kostet durchschnittlich 60 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen – etwa die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) – übernehmen diese Kosten in der Regel nicht.
Private Versicherungen springen teilweise ein – vorausgesetzt, qualifiziertes Personal führt die Behandlung durch. In Regionen mit hoher Migräne-Prävalenz gewinnt die Verfügbarkeit solcher Alternativtherapien an Bedeutung. In Indonesien liegt die Rate bei 22,4 Prozent. Rund 40 Prozent der Migräne-Auslöser sind Umweltfaktoren wie Stress, Lärm oder Schlafmangel.
TCM-Forschung: Curcumol gegen Brustkrebs?
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Die TCM-Forschung beschränkt sich nicht auf Akupressur. Eine Studie der Guilin Medical University, veröffentlicht Ende Juni 2026 in „Phytotherapy Research", zeigt: Der Pflanzenstoff Curcumol aus Curcuma kwangsiensis könnte die Invasion von Brustkrebszellen hemmen. Bisher allerdings nur in In-vitro- und Mausversuchen.
Fachleute mahnen zur Vorsicht bei unbestätigten Produkten. Zuletzt gerieten Berberin-Pflaster zur Gewichtsreduktion in die Kritik – ohne zusätzliche Diät oder Sport fehlen wissenschaftliche Belege. Die Botschaft: Bei alternativen Heilmethoden auf evidenzbasierte Ansätze und qualifizierte Beratung setzen.
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