Aurora stellt autonomen Lkw vor: Kosten halbiert, 1.000 pro Jahr
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Branche für selbstfahrende Fahrzeuge erlebt eine Woche voller Neuvorstellungen und strategischer Weichenstellungen. Während Aurora und Tesla ihre Aktivitäten in den USA ausbauen, setzen Volkswagen und Huawei verstärkt auf den chinesischen Markt.
Aurora bringt??? Lkw auf die Straße
Aurora Innovation hat am 22. Juli seinen zweiten Generation autonomen Lkw vorgestellt. Das Fahrzeug basiert auf der International LT-Serie und ist für eine Lebensdauer von rund 1,6 Millionen Kilometern ausgelegt. Die Kosten sollen im Vergleich zum Vorgänger um mehr als die Hälfte sinken.
Bis Juni 2026 hatte das Aurora-System bereits rund 440.000 Kilometer völlig fahrerlos auf zehn Strecken im Süden der USA zurückgelegt. Der Produktionspartner Roush will bis Jahresende eine jährliche Stückzahl von 1.000 Lkw erreichen. Zu den Kunden zählen Uber Freight, Hirschbach und McLane.
Tesla erweitert Robotaxi-Dienst
Einen Tag später, am 21. Juli, weitete Tesla seinen unbemannten Robotaxi-Service auf Orlando und Tampa aus. Zuvor war das Angebot nur in Texas verfügbar – dort mit überschaubaren 17 Fahrzeugen in Austin und vier in Dallas. Zum Vergleich: Der Konkurrent Waymo betreibt rund 3.500 fahrerlose Fahrzeuge.
Tesla setzt auf ein reines Kamera- und KI-System. Allerdings gab es Anfang Juli einen Zwischenfall: Ein ferngesteuertes Fahrzeug kollidierte mit einem Baumstumpf. Die Führungsetage des Elektroauto-Pioniers rechnet frühestens 2027 mit der Gewinnschwelle des Robotaxi-Geschäfts.
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Volkswagen und Huawei: Fokus auf China
Volkswagen und Huawei forcieren ihre Pläne für autonomes Fahren der Stufen 3 und 4 – und das ausgerechnet in China. Die Führungskräfte sehen dort das weltweit wichtigste Innovationszentrum für diese Technologie.
Das Gemeinschaftsunternehmen Carizon mit Horizon Robotics, an dem Volkswagen nach einer Investition von 2,4 Milliarden Euro 60 Prozent hält, will ab der zweiten Jahreshälfte 2027 in China die Serienproduktion von Stufe-3-Systemen starten. Die fortschrittlichen Fahrerassistenzsysteme (ADAS) von Carizon sind bereits in Serie und sollen ab dem dritten Quartal 2026 in sieben neue Elektromodelle von Volkswagen in China einfließen.
Dieser Schritt kommt nicht von ungefähr: Volkswagen hatte im Juli 2026 seine Entwicklungspartnerschaft mit Bosch für hochautomatisiertes Fahren beendet und setzt nun auf eigene Lösungen vor Ort.
Huawei plant ebenfalls eine schrittweise Einführung. Noch in diesem Jahr sollen urbane Low-Speed-Pilotprojekte auf Stufe 4 starten, gefolgt von der großflächigen Kommerzialisierung von Stufe 3 im Jahr 2027. „Stufe 3 ist eine notwendige Etappe, die man nicht überspringen kann“, erklärte Huawei-Manager Jin Yuzhi.
Der Entwickler Momenta erhielt am 21. Juli eine Testlizenz für Shenzhen – eine Ergänzung zu seinen bestehenden Teststandorten in München und Abu Dhabi.
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Ausblick: Wann kommt die Massenproduktion?
Die Branche bereitet sich auf eine breitere Integration autonomer Technik in den kommenden Jahren vor. Mobileye wird ab 2027 cloudgestützte Fahrerassistenzsysteme in ausgewählte Modelle von Stellantis einbauen. Das System nutzt Daten von über acht Millionen Fahrzeugen und deckt mehr als 95 Prozent der öffentlichen Straßen in den USA und Europa ab.
Motional, ein Joint Venture mit Hyundai, will noch 2026 fahrerlose Fahrten auf der Uber-Plattform in Las Vegas anbieten. Die Technik basiert auf einer KI-Architektur mit sogenannten Large Driving Models für komplexe Stadtumgebungen.
Foxconns Elektroauto-Chef Jun Seki zeigte sich auf einem Gipfeltreffen in Tokio optimistisch: Die Entwicklung autonomer Technik verlaufe schneller als erwartet. Bis 2040, so seine Prognose, werde Stufe 4 in 80 Prozent aller Neuwagen integriert sein. Allerdings verschiebt Foxconn seine Elektroauto-Pläne in den USA wegen Unsicherheiten bei Förderungen und Zöllen – der Fokus liegt nun auf Asien und Europa.
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