ZVEI: Neue Halbleiterfabriken fĂŒr Europas Industrie wichtig
18.08.2023 - 09:49:08Trotz Zweifeln von Experten an Subventionen fĂŒr auslĂ€ndische Chiphersteller hĂ€lt der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) es fĂŒr sinnvoll, dass diese etwa in Deutschland Niederlassungen bauen. Dass das taiwanische Unternehmen TSMC bis 2027 ein Halbleiterwerk in Dresden errichten wolle, sei beispielsweise eine gute Nachricht fĂŒr Europa und fĂŒr Deutschland, sagte Sarah BĂ€umchen aus der ZVEI-GeschĂ€ftsleitung.
Das Projekt stĂ€rke die Industrie und die internationale WettbewerbsfĂ€higkeit. «Die Ansiedlung in Dresden bringt uns einen wichtigen Schritt weiter, unser Halbleiter-Ăkosystem noch leistungsstĂ€rker und resilienter auszurichten.»
Europas Industrie sei besonders stark bei Autos und Elektrofahrzeugen und Industrieelektronik, die gerade fĂŒr den Ausbau der Energienetze und fĂŒr Wind- und Solaranlagen unersetzlich seien. «In beiden MĂ€rkten wird der Bedarf an Halbleitern massiv steigen», prognostizierte BĂ€umchen. Die Ansiedlung helfe, die grĂŒne Transformation und Digitalisierung voranzutreiben. Wichtig sei, gleichzeitig auch die SouverĂ€nitĂ€t bei der Herstellung nachgelagerter Teile wie Leiterplatten zu stĂ€rken.
Ăkonomen zweifeln an Schub
Mehrere Ăkonomen hatten nach der AnkĂŒndigung infrage gestellt, dass die Konjunktur in Deutschland durch die mit Fördergeldern unterstĂŒtzte Ansiedlung den erhofften Schub bekomme. Das EU-Parlament hatte im Juli ein Gesetz gebilligt, durch das fĂŒr die Chipindustrie bis zu 43 Milliarden Euro mobilisiert werden sollen. Die Investitionen sollen unter anderem aus dem EU-Haushalt und der Privatwirtschaft kommen.
Der ZVEI bewertet das Vorhaben und das damit einhergehende Ziel, Europas Halbleiterindustrie zu stĂ€rken, positiv. «Angesichts der Tatsache, dass Halbleiter weltweit in nur wenigen Regionen hergestellt werden, gleichzeitig jedoch die geopolitischen Risiken zunehmen, muss die EU ihre technologische SouverĂ€nitĂ€t im Hinblick auf eigene, in internationale Lieferketten eingebundene KapazitĂ€ten, weiter ausbauen», erklĂ€rte BĂ€umchen. Eine robuste Halbleiterindustrie sei unter anderem fĂŒr Europas «De-Risking-Strategie», die Vermeidung einseitiger AbhĂ€ngigkeiten und die StĂ€rkung des Industriestandorts Europa im internationalen Wettbewerb unerlĂ€sslich.


