Auszeithöfe, Demenzkranke

Auszeithöfe fĂŒr Demenzkranke: 43 Höfe in Bayern zeigen Wirkung

28.06.2026 - 14:53:45 | boerse-global.de

Pflegeneuordnungsgesetz sorgt fĂŒr Kritik, wĂ€hrend tiergestĂŒtzte Höfe in Bayern positive Effekte bei Demenzkranken zeigen.

Demenz-Vorsorge: Neue Pflegereform und tiergestĂŒtzte Therapie
Auszeithöfe - Eine Ă€ltere Person mit Demenz streichelt sanft einen Therapiehund, mit einer verschwommenen Pflegekraft im Hintergrund. 28.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

WĂ€hrend Experten auf frĂŒhzeitige Vorsorge und spezialisierte Angebote setzen, kĂ€mpft der Pflegesektor mit Finanzierungsfragen und neuen gesetzlichen HĂŒrden.

Vorsorge per Vollmacht und Theaterbesuch

Rechtliche Absicherung steht ganz oben auf der Liste. Erbrechtsexperte Huib Ruijgrok betont die Bedeutung von Lebeuntestamenten und Vollmachten – am besten, bevor die Demenz fortschreitet. Eine Informationsveranstaltung am 30. Juni 2026 in Kesteren (Niederlande) zeigt, wie sich diese Dokumente rechtssicher gestalten lassen.

Doch es geht auch um die Kommunikation im Alltag. Das Theaterformat „Zeg JA bij dementie“ setzt auf einen wertschĂ€tzenden Umgang in der Pflege. Am 29. Juni 2026 in Wageningen zeigen die Referentinnen Freya Flach und Hanneke van de Pol, wie Angehörige durch Akzeptanz und eine bejahende Haltung den Alltag entlasten können.

Wenn Tiere helfen: Auszeithöfe als Modell

TiergestĂŒtzte AnsĂ€tze gewinnen an Bedeutung. Ein Beispiel: der KrĂŒmelhof in Augsburg. Die Hochschule Kempten untersucht dort in einem dreijĂ€hrigen Projekt – gefördert vom bayerischen Gesundheitsministerium – die Wirkung von Tierkontakt auf Demenzkranke.

Bayern hat bereits 43 solcher Höfe, davon 18 im Regierungsbezirk Schwaben. Erste Beobachtungen zeigen: Der Kontakt zu Tieren reduziert Agitiertheit und kann positive Erinnerungen wecken. Doch die langfristige Finanzierung dieser spezialisierten Entlastungsangebote bleibt oft ungeklÀrt.

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Die 43 Auszeithöfe in Bayern zeigen: Tierkontakt reduziert Agitiertheit und weckt positive Erinnerungen. Doch wie ĂŒbertragen Sie diese Erfahrungen in den Alltag? Unser Ratgeber liefert eine Checkliste fĂŒr tiergestĂŒtzte AnsĂ€tze zu Hause, eine Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung zur Vorsorgevollmacht und 5 Kommunikationstipps. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Pflegereform: Streit ums Geld

Der Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) sorgt fĂŒr ZĂŒndstoff. AWO-PrĂ€sidentin Kathrin Sonnenholzner spricht von einem „Belastungspaket“. Kritikpunkte sind höhere HĂŒrden fĂŒr die Einstufung in die Pflegegrade 2 und 3 sowie geplante KĂŒrzungen bei den RentenansprĂŒchen pflegender Angehöriger. Auch die vierjĂ€hrige Aussetzung der tariflichen Bezahlung stĂ¶ĂŸt auf Ablehnung.

Parallel diskutiert die Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ ĂŒber AusgabendĂ€mpfung. Im Raum stehen eine Anhebung der Schwellenwerte zwischen den Pflegegraden und eine nur anteilige LeistungsgewĂ€hrung in den ersten Monaten. Derzeit liegt das Pflegegeld bei 347 Euro (Pflegegrad 2) und 599 Euro (Pflegegrad 3). Die WohlfahrtsverbĂ€nde fordern stattdessen eine solidarische Pflegevollversicherung.

Digitale Helfer und mehr Betten

Sachsen-Anhalt will mit einem digitalen Pflegeplatzfinder gegen die Wohnungsknappheit vorgehen. In Regionen wie Schönebeck sind freie HeimplĂ€tze rar – die App soll fĂŒr mehr Transparenz sorgen.

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Auch die Kliniken ziehen nach. Die Kliniken SĂŒdostbayern haben die Akutgeriatrie in Trostberg zum 1. Juni 2026 auf 40 Betten ausgebaut. Ziel: die spezialisierte Versorgung Ă€lterer Patienten in der Region stĂ€rken.

Und auf lokaler Ebene halten Begegnungszentren die soziale Teilhabe am Leben. In Stadtroda gibt es Wanderungen fĂŒr Senioren, in Bremen-Woltmershausen regelmĂ€ĂŸige Spielenachmittage – kleine Angebote gegen die Isolation im Alter.

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